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Eine Nacht in der ARTig-Factory // 28.04.12

So hat man „Düsseldorf Ist ARTig“ noch nicht gesehen – bei der „Nacht der Museen“ am 28. April präsentiert sich das Jugendkunstprojekt von einer etwas anderen Seite und rollt ein neues Konzept auf: roh, self-made und ein wenig düster.

Und das macht nicht nur die industrielle Location der HPZ-Stiftung aus: die gezeigten Projekte – teilweise völlig neu, teilweise von den letzten Festivals – bilden eine perfekte Symbiose mit den Räumlichkeiten. Die Tanz- und Theaterteilnehmer performen auf einem aufgerollten Tanzteppich Stücke voller Extase, der Kurzfilmname „Avoid Shizoid“ spricht für sich und selbst Miriam Bittners Kinderhörbuch hat ein Monster im Kleiderschrank zu bieten. Und das kommt an: Gerade in der Tanz- und Theaterstunde stapeln sich die Menschen – auf dem Boden sitzend oder stehend – um einen Blick auf die Aufführungen zu erhaschen.

Doch auch wenn gerade kein Stück läuft, gibt es in dem großen Ausstellungsraum Einiges zu entdecken. An den Wänden sind Fotografie und Bildende Kunst aus dem Festival zu sehen, Kurzfilm und Hörbuch kann man sich in Ruhe als Installationen ansehen bzw. -hören und eine Gästebuchwand lädt dazu ein, an ihr Sticker mit Botschaften zu hinterlassen.

Aber nicht nur innen, sondern auch draußen hat sich die ARTig-Factory mit selbst gemachter grüner Zuckerwatte ein schönes Gimmick einfallen lassen. Auf dem Hof, wo sich die Besucher zum Rauchen versammeln, ist die klebrige Süßigkeit nach einigen Startschwierigkeiten DER Renner.

Zum Abend hin verlagern sich die Menschen vom Kunst- und Theaterraum in den Eingangsraum mit Bar und Bühne, wo Lynn Rabael, Cattelan und Charles Robotnik einen abwechslungsreichen Musikabend gestalten. Die leichten, aber dennoch tiefgehenden jazzigen Songs von Lynn – darunter eine weibliche Interpretation von Culcha Candelas „Monsta“ – entspannen, Cattelan rocken die Bude und Charles Robotnik bilden einen eingehenden Abschluss des Abends, mit einem Saxophon unterlegt.

Und obwohl die Location für die „Nacht der Museen“ doch recht abseits des pulsierenden Zentrums liegt, wird bis zum Ende zur Musik gefeiert oder an der Bar entspannt. ARTig geht neue Wege und die Factory ist ein voller Erfolg!

Fotos: Katja Panyutina

Katja-Panyutina

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