Rezensionen

Zirkus Upsala // FFT // 28.07.11

Von Hanna Lessmann

Kleine weiße Tupfen auf einem leuchtend roten Kleid – wie die gelben und hellblauen Streifen auf dem Regenschirm tanzen sie träumerisch und scheinbar sorgenfrei zu harmonischer Musik. Gleichzeitig ein spürbares Gefühl von Unsicherheit und Angst.

Zirkus Upsala vereint Kinder und Jugendliche aus sozialen Risikogruppen in St. Petersburg zu einer kraftvollen Gemeinschaft: Geschichten und Alltag aus ihrer grauen, von Sorgen und Ängsten überschatteten Welt sind Gegenstand der Darbietungen und werden – von Fantasien und Träumen bereichert – von den Straßenkindern neu erzählt.

Ein Junge lässt Geschichten von Fallschirmspringern und kleinen Seeungeheuern lebendig erscheinen; er nimmt sie mit in die Stadt seiner Träume – eine Stadt, die er in seinem Reisekoffer aufbewahrt. Auf diese Weise zeigt er dem Mädchen mit dem Regenschirm eine Welt jenseits von schlechtem Wetter, öffnet ihr die Tür zu einer bunten und verträumten Welt. Die Flucht aus dem Alltag erscheint wie ein fantastischer Traum, und gleichzeitig berührt sie sehr.

Ebenso die fantasievollen Verkleidungen der Kinder und Jugendlichen: Ein kleiner Schornsteinfeger mit Hut und Leiter, bunte Schmetterlingsfängerinnen, oder der kleine Junge, der mit einer Zigarette vor den Großen imponiert. Voller Energie schlüpfen sie in verschiedene Rollen, bieten atemberaubende Akrobatik und entfliehen so der Wirklichkeit.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder und Jugendlichen, ihre Energie und Freude beim Umgang mit Akrobatik, Theater, Musik sind bis in die letzte Reihe im FFT zu spüren, ihre greifbare Hoffnung geht mir sehr nahe.

Veranstaltung: Zirkus Upsala