Rezensionen

Vorschau zu den Nacht der Museen 2010

Sophia Berendt

Der Mai ist angebrochen, der Frühling ruft die Menschen ins Freie. Alljährlich ruft die Nacht der Museen gerade diese auch wieder herein und zwar in Museen und Galerien, in Gedenkstätten und Institute, in Kirchen und besondere Häuser in Düsseldorf.

Denn am 8. Mai ist es schon wieder soweit: eine Nacht ist voll von musikalischen, theatralischen, kabarettistischen, kulinarischen und natürlich künstlerischen Grenzgängen, die an insgesamt 49 Orten stattfinden und diese, die eigentlich sonst nur zu expositionellen Zwecken gebraucht werden, mit faszinierenden Ideen und ganz viel Leben füllen. Natürlich ist es möglich, die Nacht der Museen ausschließlich als einen Zeitpunkt zu betrachten, an dem man endlich mal in die Ausstellungen geht, in welche man es die ganze Zeit nicht geschafft hat; zumal die Eintrittskarte für 11 Euro, die einem zu allen Veranstaltungsorten Zutritt verschafft, dann auch ein finanzielles Ersparnis bedeutet. Aber ist das wirklich der Geist, der dieses Event begleitet? Menschen, die sich in dieser Nacht möglichst viele Ausstellungen angucken?
Nein! Der Geist, der in dieser Nacht schon seit einigen Jahren durch Düsseldorf wandelt, ist ein anderer: Dieser Geist ist voll von spannender Kleinkunst, von künstlerischen Experimenten in intimem Rahmen, von zum Leben erweckten Gedanken.

Und es gibt ihn auch dieses Jahr wieder, den Geist des Außergewöhnlichen: In der Bergerkirche spielen die Tickling Peaks: Synthesizer mit Mundbeats, Klarinette und Blaswandler – wenn das nicht außerirdisch klingt! Wer es musikalisch lieber jazzig oder klassisch mag, der kann sich zum Beispiel entscheiden zwischen der rionova jazz Lounge im Haus der Architekten oder der Damen-Bigband PrimaVera im Hetjens-Museum, den Faust-Vertonungen im Goethe-Museum oder den Werken von Robert Schumann im Heinrich-Heine-Institut.

Ihr wollt Elektronisches auf die Ohren? Kein Problem! Geht einfach ins Institut francais, dort erwarten euch French Electronic Chansons – oder in den Salon des Amateurs unter der Kunsthalle, wo der DJ Marc Matter die Platten in den Händen hält. Die größte Party steigt ohnehin bei der Abschlussparty, die dieses Jahr in der Nachtresidenz bei der Bahnstraße statt findet. Highlights werden wohl auch die Lesungen der TV-Journalistin Christine Westermann, ebenfalls im Haus der Architekten, und das Kurz-Kabarett von Didi Jünemann im Gerhart-Hauptmann-Haus sein.

Wie auch letztes Jahr findet ihr Düsseldorf ist ARTig vertreten – denn warum sollte die Düsseldorfer Jugendkultur an solch einem Abend fehlen? Im Monkey´s East werden vor allem die Sparten Musik, Literatur und Film des vergangenen Jahres vertreten sein und auch Neues präsentieren. Außerdem sind es am 8. Mai noch zwei Tage bis zum Bewerbungsende für die nächste ARTig-Ideenwettbewerbrunde. Genug Zeit, um sich noch von den ARTig-Experten vor Ort beraten und inspirieren zu lassen!

Seid dabei in dieser einmaligen alljährlichen Nacht, in der es immer und überall etwas zu hören und sehen geben wird. Die Eindrücke dieser Nacht werden euch noch länger zu denken geben. Wie auch mir! Mich wird man im ARTig Showroom finden; aber auch im Heinrich-Heine-Institut, wo wie im letzten Jahr eine Co-Produktion des Jungen Schauspielhauses mit der Robert-Schumann-Hochschule zu sehen sein wird. Diese war im letzten Jahr ein absoluter Höhepunkt in meiner persönlichen Nacht der Museen-Chronik.