Rezensionen

Vorbericht: Made in Düsseldorf // FFT // 22.06.11

Von Katharina Mannel

Das Theater-Festival „Made in Düsseldorf“ in seiner Erstauflage

„Made in China“, „Made in Taiwan“ – immer mehr begegnen uns diese kleinen Schildchen, versteckt im Saum unserer Kleidung, aber was ist eigentlich „Made in Düsseldorf“? Dem FFT und dem Theatermuseum zufolge einige Theaterproduktionen, die der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollten. Vom Donnerstag, 23. bis Samstag, 25. Juni veranstalten die beiden Institutionen erstmalig das Theaterfestival „Made in Düsseldorf“. Das Festival, an dem sich über 100 Künstler mit insgesamt 23 Beiträgen beteiligen werden, versteht sich als Plattform und Experimentierfeld für kreative Künstler, freie Gruppen und ambitionierte Ideen. Es soll Raum bieten für einen regen Austausch unter den Theatermachern, aber auch die Vernetzung und gegenseitige Inspiration fördern.

An drei Tagen und auf fünf Bühnen gibt es Theater und genreübergreifende Performances in den verschiedensten Formen zu erleben. Dabei gibt es klassische Stücke wie „Leonce und Lena“ (24.6., 20 Uhr, Theatermuseum) von Büchner oder eine experimentelle ‚Bildraumklangkörperperformance‘ namens „Horror Vacui“ (24.06. 19 Uhr, FFT), die sich mit dem philosophischen Gedankengut unserer Zeit beschäftigt hat. Aber nicht nur Gruppen stehen auf der Bühne, auch Einzelgänger und Individualisten haben ihren Platz bei diesem Festival gefunden, so zeigt auch Isabelle Wapnitz ihre Lecture Performance „Titel hinzufügen“ ( 25.6., 17 Uhr, FFT), darin fragt sie auf welche Art und Weise wissenschaftliche Fakten produziert werden können und ob nicht jeder wissenschaftliche Vortrag auch gleichzeitig eine Performance im Sinne eines In-Szene-Setzens von Wissen ist.

Einzelne Stücke überschneiden sich zwar, aber die Zuschauer können sich ihren individuellen Programmparcours aus den 23 Festivalbeiträgen zusammenstellen und so einen Eindruck von den aktuellen Aktivitäten der lokalen Szene bekommen. Außerdem findet an jedem Festivaltag zum Ausklang eine ‚Sprechstunde‘ im Theatermuseum statt, dort berichten die Festivalbeobachter, was sie an dem Tag gesehen haben und geben den Künstlern eine Rückmeldung zu ihren Stücken und Performances, am Donnerstag findet sie um 22 Uhr mit Henrike Kollmar (tanzhaus nrw) und Angie Hiesl (Regisseurin), am Freitag ab 23 Uhr mit Gila Maria Becker (Dramaturgin) und Bernd Plöger (Regisseur) und am Samstag um 22 Uhr mit Stefan Lausch (Künstler, Professor, Folkwang Essen) und Gregor Runge (Theater im Pumpenhaus Münster) statt.

Ab 23 Uhr am Samstagabend heißt es dann ‚Feierabend‘ im Theatermuseum, zum Abschluss von „Made in Düsseldorf“ erfolgt die Preisverleihung mit gleich zwei Auszeichnungen: Vergeben wird der Publikumspreis an die beliebteste Produktion und der Preis für den fleißigsten Zuschauer des Festivals. Im Anschluss legt das DJ-Team Schwarze Katze, Weißer Kater sein Programm „Balkan Beate“ auf, eine Mischung Polka, Brass, Swing, Klezmer, Balkan Beatz, Electro und Cumbia.

Das gesamte Programm unter: www.forum-freies-theater.de

Veranstaltung: Made in Düsseldorf