Von Artiom Miziouk
dies irae et requiem aeternum
Schlag! Feuerbrunst. Schlag! Wüstendunst. Dreifach Schlag! Licht in uns.
So ließe sich das Requiem Verdis gut – wenngleich emotional noch gänzlich unvollständig – in kurzen Worten wiedergeben. Das Uni-Orchester und der Uni-Chor feierten ihre lang ersehnte Premiere mit zahlreichen illustren Gästen: mit ihrem alten und neuen Unirektor, mit dem japanischen Generalkonsul und einigen anderen wichtigen Leuten. Doch nicht Gäste interessieren den gemeinen Menschen. Wie war nun die Darbietung?
Das Uni-Orchester und der Uni-Chor setzten sich nicht nur aus Laien – die den größten Teil ausmachen – zusammen, sondern auch aus semi-professionellen und einigen wenigen hauptberuflichen Musikern. Obschon mit Profis zusammenarbeitend, waren die Ansprüche seitens des Publikums an das Ensemble nicht höher gewesen, als an jede andere Laiengruppe auch. Doch genau hierin hatte sich der Zuhörer eben geirrt, denn das Ensemble wird allemal auch den professionellen Ansprüchen gerecht. Umso größer war also die Überraschung des Publikums, als der Tag des Jüngsten Gerichts – dies irea mit seinem großen Chor erklang und dieser auch sein Können unter Beweis stellte.
Selbstverständlich bleibt aber die Kritik – trotz der großen und ja auch fruchtreichen Mühe – nicht fern: Die Dirigentin und die Einheitlichkeit. Zunächst zum Letzteren. Leider gab es immer wieder schrille Töne seitens der Blasinstrumente, die den Chor seltsam übertönten. Zur Dirigenten ist zweierlei zu sagen: Es ist wirklich löblich, mal eine Frau dirigieren zu sehen. Denn ja, hier ist einer der wenigen Berufe, die tragischerweise traditionell und exklusiv männlich sind. Die Dirigentin vermittelte leider aber einen recht unsicheren Eindruck, was sich – für den Laien sah es zumindest so aus – auch auf die Kraft des Orchesters auswirkte.
Insgesamt war aber der Premierenabend ein sehr wohl erholsames und gelungenes Stück der perpetuierenden und pervertierenden Kulturindustrie in der tönenden Halle zu Düsseldorf!




