Rezensionen

Ulan & Bator // kom(m)ödchen // 08.09.11

Von Klara Schneider

Seit nun schon fast vier Jahren treten Sebastian Rüger und Frank Smilgies alias Ulan & Bator mit ihrem Programm „Wirrklichkeit“ auf. Das funktioniert deshalb seit so langer Zeit, weil dank der genialen Improvisationskunst der beiden Schauspieler kein Abend dem anderen gleicht. Jeder Auftritt beginnt allerdings gleich, nämlich mit zwei, sagen wir gewöhnungsbedürftigen, Wollmützen. Diese scheinen beim Aufsetzen von den Gehirnen der beiden Akteure Besitz zu ergreifen und sie zu äußerst seltsamen Aktionen zu veranlassen. Da soll per Hypnose ein usbekisches Volkslied übertragen werden, der einzige Überlebende aus dem Stamm „homo floriensis“ wird in einer Wissenssendung interviewt oder es wird ein Vögelratespiel à la 9live mit dem Publikum veranstaltet. Als Requisiten dienen dabei lediglich zwei Holzstühle. Dafür nutzen Ulan & Bator jeden Winkel der Bühne aus und reagieren auch auf jegliche Geräusche oder Einwürfe aus dem Publikum. Irgendwann verschwimmt die Grenze zwischen dem, was improvisiert und dem, was geplant ist und man sitzt einfach nur staunend da und fragt sich, wie man nur auf solche Ideen kommt. Wie bei jeder Impro-Show gibt es zwischendurch mal Szenen, die weniger gut funktionieren und wo man die Beiden am liebsten erlösen würde. Da jedoch die abstrus komischen und teilweise auch erleuchtenden Momente eindeutig überwiegen (und es die Mützen von Ulan & Bator auch im Kleinformat als Eierwärmer zu kaufen gibt), komme ich hiermit dem Wunsch der beiden Schauspieler nach und empfehle ihr Programm offiziell und gerne weiter. Ich habe mir bestimmt nicht zum letzten Mal die „Wirrklichkeit“ erklären lassen.

Veranstaltung: Ulan & Bator