Rezensionen

Trilogie der schönen Ferienzeit // Schausplh. // 12.03.11

Von Susanna Ott

Wenn das Wetter vor unseren Fenstern noch unentschlossen ist, ob Frühling ist und ob die Welt mit ein paar Sonnenstrahlen zu belohnen sei, dann geht man ins Düsseldorfer Schauspielhaus und gibt sich dort einer ironischen und sommerlichen Situationskomödie hin. Denn Wolfgang Engels Inszenierung von Carlo Goldonis „Trilogie der schönen Ferienzeit“ macht nicht nur Lust auf Urlaub, Sonne und Italien, sondern hellt auch die Laune an tristen Tagen auf.

Die Inszenierung beginnt im Wohnzimmer des Signore Leonardo, das mit Sesseln, Tischen, einem Flügel, Trennwänden und unzähligen offenen Koffern zugestellt ist. Jener Signore führt mit seiner Schwester Vittoria in Livorno ein luxuriöses Lotterleben, trotz horrender und offenstehender Rechnungen bei Gläubigern. Da man zu jener Zeit seinen Anstand nicht nur durch ein pompöses Leben bewies, sondern auch seinen (nicht vorhandenen) Reichtum durch seine Sommerferien zur Schau stellte, stecken Leonardo und Vittoria von Kopf bis Fuß in hektischen und nervenzerreißenden Urlaubsvorbereitungen. Die „Sommerfrische“ sollte eigentlich für Erholung, Vergnügen und Müßiggang stehen, aber wegen Vittorias Verzweiflung, weil ihr neues Kleid, eine Mariage, geschneidert nach der neuesten Mode, noch nicht fertig ist, kann man auf etwas anderes schließen.

Die Ferien in Montenegro sind Stress, Verschwendung, Wettkampf und Modenschau der Reichen und Eitlen. Leonardo diktiert seinem Bediensteten Paolo, der die Szene mit schweißtreibenden Kofferpacken eröffnet, lange Einkauflisten für die Feste, die sie in Montenegro veranstalten wollen. Schließlich gilt: „Je mehr Leute man auf dem Land kennt und mit sich bringt, desto angesehener ist man“. Fix wird dann auch der Schmarotzer Ferdinando eingeladen, um das Gefolge zu vermehren. Währenddessen bereiten sich auch die Nachbarn Signore Filippo und seine Tochter Giacinta auf die Sommerfrische vor. Beide Häuser wollen gemeinsam in den Urlaub reisen.

Die Lage spitzt sich zu, da Leonardo, der Giacinta begehrt, erfährt, dass sein Rivale, der es ebenfalls auf Giacinta abgesehen hat, Signore Guglielmo, ebenfalls mitfährt und auch noch in der gleichen Kutsche der Angebeteten. Nach unzähligen Ab- und Zusagen des Urlaubs, je nachdem wie Leonardo seine Chancen bei seiner Geliebten einschätzt und trotz Vittorias Sorge, ihr Kleid nicht rechtzeitig zu erhalten, weil sie „Angst hat nicht mithalten zu können“, fährt man am Ende des ersten Teils der Trilogie ab.

Der Stress nimmt in Montenegro jedoch nicht ab. Er nimmt zu und aus der anfangs leichten Komödie entwickelt sich ein Drama. Giacinta und Leonardo sind verlobt, doch die anfängliche Leidenschaft schlägt in kalte Eifersucht um, da Giacinta und Guglielmo sich näher kommen. Filippo beklagt seine Einsamkeit unter all den Leuten, die er eingeladen hat und fürstlich bewirtet, der Schmarotzer verdreht der Witwe Sabina den Kopf und Vittoria will nur noch Guglielmo.

Kann das gut gehen? Am Ende hagelt es dann Rechnungen und gebrochene Herzen. Wer jedoch leidet und wer gewinnt, das sollte man sich selbst anschauen.