Von Natalie Dayekh
Hamlet kompakt! Ich nahm am Schauspielworkshop des Play-it-again-Festivals teil, das die Bereiche Film/Schreiben und Theater unter das Motto der Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare stellte. Hamlet. Natürlich blitzt da direkt der Name „William Shakespeare“ auf. Die grobe Handlung kennt man natürlich auch, zumindest mehr oder weniger. Natürlich!
Die Leitung übernahm Sven Post, der es schaffte innerhalb des knappen Zeitplanes vom 22.10.2011 bis hin zum 23.10.2011 inklusive der Präsentation, ein Konzept zu erstellen, dass es uns, den fünf Workshopteilnehmern, ermöglichte, Hamlet auf den Punkt zu bringen und das Wesentliche herauszufiltern. Mir persönlich schien es anfangs nicht möglich, auch nur ansatzweise an diese große Tragödie anknüpfen zu können. Aber wir taten den Schritt und trauten uns an eine Adaption des Stückes mit komödiantischer Komponente. Was kann man denn schon in zwei Tagen lernen? Nun, wie wäre es mit einem kleinen Exkurs zum Fechten, Sprechtraining, das richtige „know-how“, wie man am besten stirbt (in diesem Fall hochdramatisch und übertrieben!), welche Requisiten man nützlich einsetzen kann, Interaktion mit dem Publikum und schlussendlich einen Einblick in die menschliche Psyche. Dann noch das wichtigste: wie man die Chance nutzt, so richtig Spaß zu haben.
Die größte Sorge meinerseits war allerdings, dass die Inszenierung nicht lustig werden würde. Situationskomik war hier das Stichwort. Und die beruht immer auf Wirkung. Doch schon in den Proben merkte man, dass unsere Schauspieltruppe ein Gefühl und Gespür dafür entwickelte und Sven Post konzentrierte sich auf jede Rolle mit gleicher Intensität. Ob man Hamlet war oder nur der Hahn der vom Off-Bereich aus krähen musste. Das Theaterspielen wurde fließend. Was am positivsten auffiel war die Tatsache, dass wir nicht die Zeit damit verbrachten, über unsere Rollen zu reden und diese auseinanderzunehmen, sondern in sie hineinschlüpften und direkt Veränderungen vornahmen. Man hatte nie das Gefühl, dass es langatmig war. Mit dem Auge fürs Detail wurde es ein rundes Ganzes.
Präsentiert wurde das ganze unter anderem vor den Workshopteilnehmern des Schreib/ Filmkurses, Eltern und Mitarbeitern des Theatermuseums. Genau das war Theater! Nicht viel reden oder analysieren sondern gerade stehen und einfach mal machen. Theater muss wild, improvisiert sein und Freiheiten haben. Die Aufführung war, soweit man das als aktiver Bestandteil der Gruppe beurteilen kann, ein voller Erfolg!
Hamlet. Der Vorhang fällt. Großer Eindruck bleibt!




