Von Natalie Dayekh
Kleine tanzende Fußballmannschaften, Geschichten über Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Afghanistan, Tanzvorstellungen mal mehr, mal weniger künstlerisch angehaucht: Der Abend im tanzhaus nrw unter dem Motto <i>Take-off: Show-off</i> fand ein fünftes Mal in Kooperation mit mehreren Düsseldorfer Schulen statt. Dabei wurden Tanzprojekte in den jeweiligen Schulen erarbeitet und am 10. Juni aufgeführt. Auffallend positiv war die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen und selbst bei der Moderation wurde alles in Gebärdensprache übersetzt.
Des Weiteren wurden insgesamt um die 17 Tänze kreiert, die ihren Schwerpunkt sehr facettenreich legten. Beispiele sind „Die Reise des Ludwigs“, dessen Umschwung vom typischen Klassik in lockere rhythmische Bewegungen sehr erfrischend war und „Be nour zum Licht“, wobei Jugendliche mit afghanischem Migrationshintergrund ihre individuellen Geschichten mittels des Tanzes veranschaulichten. Diese waren in einer kraftvollen Art und Weise miteinander verwoben. Großen Anklang fand dies vor allem bei Gleichgesinnten im Publikum, die sich mit dem Bühnenvortrag identifizieren konnten. Der Abend umfasste noch viele weitere Tänze, jedoch erschienen diese ab und zu ziemlich improvisiert. Dies ist insofern schlecht, da nicht das Gefühl auftreten konnte, dass das tanzhaus nrw und die Schulen zusammengearbeitet und ein gezieltes Motto zu einem „symbolischen Zusammenhang“ geführt hätten. Man bekam manchmal nicht wirklich den Eindruck, der Tanz als solches stehe im Vordergrund oder dass Kreativität im besonders hohen Maße an Kinder vermittelt wurde, so dass Game Boy, Handy und Internet einmal in den Hintergrund geraten würden.
Die Tanzstücke bekamen durch die Umsetzung der Kinder und Jugendlichen einen Hauch Persönlichkeit, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass manche Choreografien steif oder auferlegt wirkten und die eigentliche Intention, die hinter dem Projekt <i>Take-off: Show-off</i> stand, nicht deutlich wurde. Wo war das Zusammenspiel der Kinder? In welchem Maß wurden die Kinder gefördert?
Die Frage, die man sich schlussendlich stellt: geht es darum dem Projekt einen Namen zu verleihen und es dann als kulturelle Bildung anzusehen, außen vor, ob die kleinen Tänzer richtig involviert waren oder nicht. Eines jedoch steht außer Frage: Solch ein Abend wird den aktiv Beteiligten immer als Bereicherung in Erinnerung bleiben, es ist jedoch nochmals hinzuzufügen, dass es nicht so wirkte, als läge den Veranstaltern etwas daran, in der Projektphase die Jugendlichen wie auch Kinder zu erreichen oder zu inspirieren, sondern einfach nur Resultate hervorzubringen, schlussendlich kann man jedoch nicht beurteilen, inwiefern eine Kooperation in dieser Zeit stattfand.
Dies soll keine Kritik an den Tänzern sein, unter welchen sich viele Talente verbergen und deren Darstellungen in keinster Weise zu kritisieren ist. Es geht vielmehr um die Darstellung des Projekts an sich, in dem leider kein Herzblut zu finden war.




