Rezensionen

Somewhere

Von Susi-lili Duchow

Regisseurin Sofia Coppola erzählt in „Somewhere“, wie bereits in erfolgreichen Vorgängern wie „Lost in Translation“ oder „The Virgin Suicides“, die Geschichte verlorener Seelen. Sie beweist ihr Gespür für Feingefühl und leise Melancholie. Jedoch spielt ihr neuer Film weder in der Metropole Tokio, noch in der US-amerikanischen Vorstadt, sondern in Los Angeles, wo der Hollywood-Star Johnny (Stephen Dorff) und seine Tochter Cleo (Elle Fanning) zueinander finden.

Johnny führt ein Leben im Überfluss finanzieller Freiheit und allgemeiner Bewunderung, das ihm – jeglichem Reiz und Gefühl beraubt – wie in einem Zyklus der Einsamkeit und Apathie gefangen hält bis die Mutter der gemeinsamen Tochter Cleo für unbestimmte Zeit verreist. Johnny bekommt die Verantwortung für das Mädchen übertragen, die den nie erwachsen gewordenen Mann überfordert.

Von der kindlichen Unschuld und Reinheit seiner Tochter berührt, lässt Johnny seine Gefühle zu und es entwickelt sich eine feinsinnige Vater-Tochter-Beziehung zwischen zwei gleichwertigen Menschen, die sich in einer Welt fehlender Tiefe und Festigkeit versuchen, gegenseitig Geborgenheit zu schenken.

Neben wunderschönen Kameraeinstellungen und authentischen Hauptdarstellern wird „Somewhere“ besonders durch die Darstellung der Schönheit des Alltags zu einem besonders atmosphärischen und aufwühlenden Familiendrama, das leise aber bestimmt Kritik an der Erfolgsgesellschaft der Filmindustrie übt und autobiografische Züge Sofia Coppolas trägt – in ihrer Kindheit lebte sie ebenfalls mit ihrem berühmten Vater, dem Regisseuren Francis Ford Coppola, zusammen.

Veranstaltung: Somewhere