… Benedikt Eichhorn muss begleiten: Volume 7
Von Klara Schneider
Zwischen dem Intelligenzquotienten eines Comedians und eines Kabarettisten gibt es keinen Unterschied – so werden wir am Anfang des Programms aufgeklärt. Während sich allerdings der Comedian dumm stellt, damit ihm sein Publikum nicht davon läuft, verhält sich der Kabarettist genau andersherum und bemüht sich, besonders intelligent zu wirken – schließlich tut das sein Publikum auch. Pigor und Benedikt Eichhorn machen allerdings kein „normales“ Kabarett, sondern etwas, das sie als „Cool Cabaret“ bezeichnen, wobei sich das „cool“ vor allem durch zwei Jazzmusiker ausdrückt, die die beiden mit ihren Instrumenten begleiten.
In den folgenden gut zwei Stunden sorgt Pigor mit seinem Gesang dann dafür, dass das Themenspektrum von Chansons um einige bis dahin vernachlässigte Inhalte erweitert wird. Da werden sowohl Piloten, die Kevin heißen und alle lügen, besungen als auch das schöne Gefühl des Fremdschämens. Außerdem wird ein Szenario entworfen, wie all die längst verstorbenen Priester reagieren werden, wenn die katholische Kirche im Jahr 2019 das Zölibat aufhebt.
Nicht bei allen Stücken springt der Funke über (Beispiel Skandalzug) und zum Teil wirken Pigors Unterhaltungen mit den beiden Jazzern sehr gestellt. Das alles ist aber spätestens beim englischen Programmteil vergessen. Der ist wirklich zum Schreien komisch, vor allem wenn Pigor mit seinem absichtlich falschen Englisch allen „english native speakers“ erklärt, dass sie in der Minderheit sind und deshalb mit ansehen müssen, wie ihre Sprache komplett verhunzt wird („The language of Shakespeare you can smoke in the pipe“).
Da ist der Wodka für das Publikum in der folgenden Pause als Bestechungsversuch gar nicht mehr nötig und nach insgesamt drei Zugaben haben sich die vier Künstler den langanhaltenden Applaus auch redlich verdient.




