Von Klara Schneider
Wer an Karneval bunte Kostüme sehen will, der braucht sich dafür nicht ins Gedränge der Altstadt zu stürzen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten findet nun schon die Orientale in Düsseldorf statt. Eröffnet wird dieses Tanz-Festival traditionellerweise an Weiberfastnacht und dauert dieses Jahr noch bis zum 13. März. Insgesamt sieben Bühnenveranstaltungen und 35 Workshops gewähren einen Einblick in die verschiedenen Facetten arabischen Tanzes.
Für die Oriental Lounge 2011 haben die Organisatorinnen Manis und SINAM diesmal verschiedene Gäste eingeladen, unter denen sich auch einige Laien-Tänzergruppen befinden. Bereits im Foyer des tanzhauses werden die Besucher mit einem orientalischen Basar in die richtige Stimmung versetzt. Verkauft werden dort unter anderem bestickte Kleider, bunte Tücher und üppiger Schmuck – Accessoires, die man in den nächsten zwei Stunden auch an den zahlreichen Tänzerinnen bewundern kann.
Insgesamt 22 verschiedene Auftritte zeigen, dass orientalischer Tanz weit mehr als nur Bauchtanz beinhaltet: So werden z.B. traditionelle armenische oder persische Tänze gezeigt, und auch eine Bollywood-Aufführung darf nicht fehlen. Getanzt wird dabei mal alleine, mal in großen Gruppen, mal mit Tüchern, Fächern oder Stöcken und dann wieder ganz pur, aber immer zu mitreißender Musik.
Ähnlich abwechslungsreich wie die Choreografien sind auch die Tänzerinnen selbst: Mit Frauen aus jeder Alters- und Gewichtsklasse, sowie jeder Körpergröße fühlte ich mich an eine wahr gewordene Dove-Werbung erinnert. Eines haben nämlich alle Frauen gemeinsam: Sie scheinen sich sehr wohl in ihren Körpern zu fühlen und genießen es, auf der Bühne zu stehen.
Zu behaupten, man hätte den Unterschied zwischen professionellen und Laien-Tänzern nicht gemerkt, wäre gelogen. Da wird öfter mal an Haaren oder Kleidung gezupft oder zur Nachbarin geguckt, wie die Choreografie denn nun weitergeht. Dennoch ist Tanzlehrerin Manis am Schluss zu Recht stolz auf ihre Schüler, denn die Entspannung, die uns in der kurzen Einführung am Anfang versprochen wurde, hat sich tatsächlich eingestellt. Gelassener und mit vielen schönen Bildern im Kopf war die „Rückkehr“ ins kalte Düsseldorf dann gar nicht so schlimm.




