Rezensionen

Open Source Festival 2011 // 25.07.11

Von Antonia Beeskow

Das Open Source Festival stand in diesem Jahr unter keinem sicheren Stern. Mit Hinblick auf die derzeitige Wetterlage war Regen eine Art Versprechen – welches die meisten Festivalbesucher dennoch nicht entmutigte, den steilen Anstieg zur Galopprennbahn zu wagen bzw. mit dem Shuttlebus zu fahren. Denn Regen gehört ja auch ein bisschen zu einem richtigen Festival.

Kommt man schließlich auf dem Festivalgelände an, drängen Musik und Menschen regelrecht auf einen ein. Es ist eine Reizüberflutung. Hier eine „Young Talent“-Bühne, da zwei, drei Buden, überall gut gelaunte Menschen, die einen zu guter Laune einladen.

Und so ist das dann auch. Man hat Spaß! Wenn man sich nicht sofort auf die musikalischen Acts einlassen möchte oder zwischendurch einfach ein wenig genug hat, besichtigt man die Kultur(zu)stände, „kreativwirtschaftliche“ Konzepte, die, von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf geprüft, sich präsentieren dürfen: Viele waren aus den Vorjahren bekannt, manche dafür angenehme Neuerscheinungen. Trotzdem hielten sich alle im selben cleanen und schicken Flingeraner Schwarz/Weiß-Stil, der teuer ist und einfach aussieht. So kühl und schön, dass man lieber nur schaut und vorbei geht. In diesem Angebot stach jedoch ein Stand mit ein paar Jungs, die gegen Bezahlung eine Beleidigung gegen den Kunden erdichteten oder einen altbekannten Song à la Karaoke-Manier darboten. Ziemlich witzig und gute Idee genauso wie das Teilmöbliert-Festivalkissen, einer Plastiktüte, die mit Sand oder einer ähnlich weichen Materie gefüllt ist.

Dann wurde auch aufgelegt. Zuerst auf der Carhartt-Bühne mit kühlen Beats, dann besungen die Polaroids aus Düsseldorf die „Young Talent“-Bühne mit Indiemukke und schließlich eröffnete die Band Between Borders, ebenfalls aus Düsseldorf, das Festival mit Guter-Laune-Musik. Denen folgten schnell Beat!Beat!Beat!, die dem Publikum mit elektronischen und altbekannten Indie-Rhythmen einheizten. „Die klingen irgendwie alle gleich“, hörte man öfters. „Aber genau deswegen sind wir ja hier!“, schrie ein Mädchen und tanzte fröhlich weiter und hatte Recht. So konform die Musik geworden war, alles gleich klang, gleich aussah, so sehr liebte man es trotzdem noch. Oder ließ sich einfach gerne blicken.

Trotz kalter Temperaturen, „Scheißwetter“, die Leute feierten und hatten Spaß. Löblich erwähnt wurden vielfach die echten Toiletten, wobei auch die Dixie-Toiletten ausnahmslos sauber waren – Gesprächsthemen von Altfestivalbesuchern. Nach dreiviertelstündiger Pause auf der Hauptbühne rockten Cody Chesnutt buchstäblich die Bühne. Der Sänger erinnerte mit seinem Helm ein wenig an „YMCA“, sang aber umso besser. Cody Chesnutt hinderte sogar der dann plötzlich fallende Regen nicht am Spaßhaben und Grooven. Für mich machten sie die größte Party auf dem Festival und stachen neben all den DJs und Indie-Bands deutlich hervor.

Es war ein guter Tag, ein kleines Familienfest, denn irgendjemanden kannte man bestimmt. Zudem schwirrten überall die Kleinen von den Festivalfamilien herum und tanzten zur Musik und freuten sich. Wunderbar! Das ging dann bis zum Morgengrauen, jedoch in anderen Lokalitäten wie dem Salon des Amateurs, zakk oder Foyer, in denen man (sich) weiter feierte.

Wer dann immer noch nicht müde und allein war, konnte dann zur Afterhour- und Single-Party des Open Source Festivals von 07.00 bis 10.00 Uhr morgens gehen.