Von Susi-Lili Duchow
Zum 30. Todestag John Lennons erscheint “Nowhere Boy” in den Kinos. Ein Film, mit dem der als Fotografin und Videokünstlerin bekannten Regisseurin Sam Taylor-Wood nicht nur eine zeitgenössische Biografie Lennons Jugend, sondern gleichfalls ein einfühlsames Familiendrama gelungen ist, das unter anderem durch seine Stimmung zwischen Nostalgie und Melancholie sowie die beeindruckende schauspielerische Leistung der drei Protagonisten überzeugt.
Erzählt wird die Geschichte der weniger bekannten, jedoch dramatischen Jugend John Lennons vor dem Erfolg der Beatles im Liverpool der Fünfziger Jahre. Mit fünfzehn Jahren lernt John (Aaron Johnson), der bei seiner Tante Mimi (Kristin Scott Thomas) aufwuchs, seine leibliche Mutter Julia (Anne-Marie Duff) kennen, die jahrelang nur eine Straße entfernt lebte. Diese Begegnung verändert das Leben des gegen die Konventionen des konservativen Nachkriegsenglands rebellierenden Jungen: durch seine leichtlebig scheinende, jedoch psychisch labile Mutter lernt er das Banjospielen und begeistert sich für Rock ’n’ Roll-Musik, eine Leidenschaft, die Mutter und Sohn teilen.
Diese Entwicklung führt zu Spannungen zwischen den Schwestern Mimi und Julia, die sich nicht nur über die Differenz ihrer Lebensentwürfe, sondern auch um die Liebe Johns streiten. Hin- und hergerissen zwischen den beiden Frauen verarbeitet John seine Gefühle in der Komposition von Liedern und lernt die künstlerische Ausdruckskraft der Musik kennen, die ihm bei der Bewältigung familiärer Schicksalsschläge hilft und später zur Gründung der Beatles führt.




