Rezensionen

Nobel geht die Welt zu Grunde

von Sonia Gonzalez

Wer sind wir? In welcher Generation leben wir? Das von Monika Malcewski geschriebene und inszenierte Stück dient dem Zuschauer als Spiegel seiner Zeit. Es weist einem das eigene Fehlverhalten auf und stellt überspitzt Charakteristiken unserer Generation dar. Jedoch ist das Stück nicht zu stark kritisierend. Auch der Zuschauer fühlt sich nicht angegriffen, sondern eher angeregt nachzudenken über unsere Zeit. Es belebt, bewegt und berührt. Auf eine humorvolle und liebenswerte Art und Weise weißt das Stück einige gestörte Verhaltensmuster auf und doch konnte sich wohl jeder in kurzen Situationen mit den Schauspielerinnen identifizieren und wenn nicht das, dann in jedem Falle mit der Atmosphäre oder der Musik. Sei es die Nachlässigkeit von Schule, Studium oder Arbeit durch ein zu ausgeprägtes Partyleben, ein krankhaftes Konsumverhalten, so dass es bald von Nöten sein wird, die Geschäfte 7 Tage die Woche 24 Stunden zu öffnen, wobei die Internetshops uns ja schon längst die Grenzen zum Einkaufen genommen haben oder der extreme Umgang mit den Medien. Die Beschränkung auf die zwei Schauspielerinnen Nathalie Zietek und Marie-Therese Gröne und die einzelnen Monologe verstärkten den Eindruck, dass es hier nicht um das menschliche Zusammenleben geht, sondern um das eigene Verhalten und den eigenen Sinn des Lebens, über welchen man sich gerade in seiner Jugend erst einmal bewusst werden muss.

Auch die Musik war passend und hätte nicht besser für die Spiegelung unserer Zeit gewählt werden können, lediglich empfand ich die Musik als etwas zu leise. Beide Schauspielerinnen haben gezeigt, was sie können und haben überzeugt. Insgesamt ein leichtes humorvolles und doch intentionsreiches Stück, das gelungen ist.