Rezensionen

Nneka // zakk // 10.12.11

Von Agnes Jaraczewski

Seit Nneka 2005 bekannt ist wird sie gefeiert und mit Größen wie Lauryn Hill und Erykah Badu verglichen. Bei ihrem letzten Tourkonzert am 10.12.2011 in der zakk-Halle zeigte Nneka mitsamt der vierköpfigen Band, dass sie ihre ganz eigene Stimme hat und keinen Vergleich zu scheuen braucht. Im Gegenteil sollten wir Nneka zukünftig in die Reihe der großen Sängerinnen einreihen und sie selbst als Referenz nutzen!

Nneka kam mit ihrer neuen und vielseitigen Platte „Soul is Heavy“ und damit mit ihrer eigenen Melange aus Afropop, Reggae, Jazz, Hip-Hop und Soul ins zakk. Eine Komposition aus selbstbewussten und reflektierten Stücken, die von Leid, Schmerz und Rassismus handeln. Aber auch Gott, Politik, Religion und die Liebe finden ihren Platz in den oft ernsten und elektrisierenden Sounds.

Wenige Momente des Konzertes ließen durchschimmern, dass eine anstrengende Tour hinter Nneka und ihrer Truppe lag – dies nahm jedoch nichts von der Intensität der Musik und des Einfühlungsvermögens der Musikerin, im Gegenteil schien genau diese Emotionalität noch mehr Qualität zu spenden.

Mit Leidenschaft performte die junge Nigerianerin ein langes Set von großartigen Stücken. Legte immer wieder noch eine Portion des Zuschauerglückes drauf und finalisierte das Konzert mit einem schweren und leidvollen Song, der so bedrückend und mitreißend war, dass es fast schon „angenehm unangenehm“ wurde und die Zuschauer in ihren Bann riss. Aus dieser schweren Atmosphäre – zuvor kaum vorstellbar – schaffte es die großartige Sängerin, einen wild zum Tanz auffordernden Sound herauszulocken; sie brachte die Halle des ausverkauften zakk restlos zum toben!

Das aktuelle Album „Soul is Heavy“ wird wohl einen ähnlich fulminanten Erfolg haben wie die vorherigen. Wir freuen uns jetzt schon auf das vierte und genießen solange die Stimme der großartigen Nneka, die bedingungslos überzeugte. Denn so manch erfahrener Konzertbesucher konnte im Anschluss sein Glück kaum fassen und beteuerte das beste Konzert seines Lebens miterlebt zu haben. Nur große Künstler vermögen so viele Stilrichtungen in einen Topf zu werfen, wilde Dinge treiben zu lassen und das ganze dennoch absolut rund klingen zu lassen. Künstler, die keine Referenzen brauchen, sondern selbst welche sind!

Veranstaltung: Nneka