Von Stella Vokenand
Max Goldt ist ja sowieso eine Koryphäe. Nach neun Jahren als Kolumnist der <i>Titanic</i> und Hälfte des Musikduos <i>Foyer des Arts</i> veröffentlichte der gebürtige Göttinger ab 1991 mehr als ein Dutzend Bücher, CDs und Comics und tourt regelmäßig durch Deutschland. Sein wohl berühmtester Fan, Daniel Kehlmann, schlug Goldt 2008 für den Kleist Preis vor.
Ist sein Ruf berechtigt? Allerdings. Mit wohlklingender, sonorer Stimme und auf eine wunderbar trockene Weise trägt „Onkel Max“ seine Geschichten vor, die eine bunte Mischung aus Essays, eigenen Erfahrungen und Albernheiten sind. Wie Kolumnen hören sich die meisten Texte an: Er stellt absolut subjektive, manchmal nicht ganz nachvollziehbare, aber ungeheuer komische Überlegungen an und abwegige Thesen auf. So erklärt Goldt zum Beispiel eindrucksvoll, wieso erfolgreiche Menschen immer völlig absurde Vor- und ganz übliche Nachnamen haben, wieso in Hamburg am liebsten Barbaras geheiratet werden und wieso es immer dunkler wird in der Welt.
Obwohl es wirklich Spaß macht, Goldt zuzuhören, war mir die Veranstaltung, die knapp drei Stunden dauerte, zu lang. Goldt saß an dem für Lesungen typischen schwarzen Tisch mit Wasserglas und agierte wenig bis gar nicht mit dem Publikum. Trotz meiner schwächelnden Konzentration gegen Ende der Lesung bin ich froh, den berühmten Onkel Max einmal tatsächlich gesehen und gehört zu haben.




