Rezensionen

LiteraturClub Düsseldorf // Salon // 08.06.11

Von Natalie Dayekh

Pünktlich zum Beginn der Düsseldorfer Literaturtage fand zum dritten Mal eine Lesung des LiteraturClubs Düsseldorf (LCD) statt. Der „Salon“ gleicht mit seinem kleinen unscheinbaren Lesepult, den weichen Sitzgelegenheiten sowie dem gedämpften Licht einem gemütlichen Wohnzimmer mit Loungeatmosphäre, bei der man sich sofort entspannt. Nachdem sich ein ungleiches Publikum versammelt hatte, welches an diesem Abend sehr sympathisch und aufmerksam war – der selben Meinung war auch Moderator Enno Stahl – ging es auch schon mit dem wortgewandten Abend los. Doch zuvor wurde noch erklärt, dass, wie üblich, von den drei Vorlesern zwei aus dem Rheinland kommen und einer von außerhalb dazustößt.

Alexander Konrad aus Düsseldorf eröffnete die Lesung mit einem längeren Prosatext, der oft etwas abschweifte und manchmal, so schien es, kein richtiges Thema hatte. Außerdem passte sein Titel „Übersetzen“ nicht ganz zur Erzählung. Die Sätze waren zu lang und bogen hier und da ab und gelangen nur selten zum Ausgangspunkt zurück.

Adrian Kasnitz aus Köln verwirrte mit Aneinanderreihungen von Gedichten, die auf geographische Art und Weise die Anatomie und anatomisch die Geographie beschrieben.

Von den „Rheinländern“ etwas enttäuscht, setzte ich die Hoffnung in den Berliner Hendrik Jackson. Und tatsächlich: Mit seinen extravaganten Texten und der eben so unüblichen Art, diese auch vorzutragen, konnte er das Publikum für sich gewinnen. Nicht nur Hendrick Jacksons eigene Gedichte waren spannend, laut und eindrucksvoll: auch die eines russischen Schriftstellers, dessen Gedichte er in Originalvertonung auf russisch vorspielte und dann auf deutsch vortrug.

Der LiteraturClub ist eine großartige Veranstaltung, organisiert von Swantje Lichtenstein, Peggy Neidel, Jens Prüss, Enno Stahl und A.J. Weigoni. Er findet jeden ersten Dienstag im Monat mit immer wieder neuen Literaten statt. Auch wenn nicht alle Texte meiner persönlichen Neigung entsprachen, so bin ich unheimlich neugierig auf neue Texte und freue mich wieder auf die tolle Atmosphäre vor Ort. Also: hingehen und selber hören!