Von Antonia Beeskow
Prinz ist gelangweilt von seinem Königssohndasein und flieht mit Freund vor der bevorstehenden Heirat mit Prinzessin. Prinzessin sieht sich verzweifelt als Gattin eines Mannes, den man nicht liebt, wie sie sagt. Prinzessin flieht vor der bevorstehenden Heirat mit Prinz. Prinz und Prinzessin begegnen sich zufällig in einem Gasthof und verlieben sich ineinander. Prinz und Prinzessin haben keine Ahnung, wer der jeweils andere ist, doch beschließen sie zu heiraten. Am Hofe des väterlichen Königs heiraten sie schließlich verkleidet. Der König deckt jedoch den Schwindel auf und deckt damit gleichzeitig auf, dass das Liebespaar auch die füreinander versprochene Prinzessin von Pipi und der Prinz von Popo sind.
Das ist die Geschichte von Leonce und Lena aus dem gleichnamigen Stück von Georg Büchner. In der Inszenierung von Franka Johanna Schrörs im Düsseldorfer Theatermuseum begegnet man einem wahren Kindskopf-Leonce, der aus seinem Kinderspielparadies nicht so ganz hinaus will. Oder doch! Gleich einer Schnapsidee beschließen er und sein gauklerischer Freund Valerio nach Italien zu fliehen. Sie trinken Wein, mit Lebensmittelfarbe gegoren, und belustigen sich an Bauklötzen und allerhand Blödsinn. Wunderbar! Sowohl Marcel Rösche (Leonce) als auch Leon Werner (Valerio) merkt man den närrischen Spaß an den Rollen an. Leonce ist ein melancholischer, quengeliger Freidenker, der nun mal ein Müßiggänger und kein König ist/sein will und Valerio sein Depp. Allerdings ein sehr kluger Depp, denn durch sein Geschick kommt es schließlich zur Hochzeit von Leonce und Lena.
Prinzessin Lena ist träumerisch und gleichzeitig auch ein bisschen aufmüpfig. So wie ein Mädchen, das halt eben keinen „Traumprinzen“ heiraten will. Auf ihrer Flucht wird sie von ihrem Freund begleitet, der auf sehr klägliche Art und Weise versucht, um ihre Gunst zu buhlen. Sehr schön sind hier alter Text und eigene Interpretationen miteinander verwoben, Marie Jensen spielt hier sowohl Lena als auch Rosetta und wirkt unheimlich sympathisch, wenn sie ihrem Freund (Alexander Wanat) unter’m Sonnenschirm, aber auch Leonce einen Korb gibt. So einfach ist sie halt nicht zu haben.
Auch wunderbar: der König Peter, gespielt von Sven Tillmann. Ein wenig streng, irgendwie labil. Und auf der anderen Seite der Wirt mit Skimütze im Gasthof zur goldnen Sonne!
Man kann ja doch in Düsseldorf ins Theater gehen! Man muss nur wissen, wo. Ich hab schon länger nicht mehr nach einem Theaterabend so schmunzeln müssen, denn Leonce und Lena sind einfach zum Grinsen schön anzugucken!




