von Renate Voget
Zunächst skeptisch stand man den Medieninstallationen Nam June Paiks gegenüber. Konfrontiert mit einer Vielzahl verschiedener medialer Kunstwerke wie Fernsehtürme, Bildschirmwänden, Fernsehrobotern und vielem Quellenmaterial wie Fotos, Zeitungsartikeln, Partituren begann man seinen Rundgang durch die zwei Säle umfassende Ausstellung im museum kunst palast. Das Gefühl ständig beobachtet zu sein, wie in Orwells 1984, drängte sich dem Besucher der abgedunkelten Räume auf. Und tatsächlich war man nicht alleine: Neben den anderen Besuchern wurde man von den Kunstvermittlern begleitet. Diese setzen sich aus Kunstfans und Studenten zusammen, die dem Besucher sachverständig das Oeuvre Paiks näher brachten. Dank ihrer Informationen verstand man den Werdegang Paiks von der Musik über Performances hin zu den Medien. Gekrönt wurde die Medienkunst Paiks durch den Video-Synthesizer. Diese Erfindung nutzte Paik seinerzeit, um uns Medien-Konsumenten aufzufordern, Videos und Fernsehmitschnitte nach eigenem Gusto zu verfremden. So manipulierte der Zuschauer die bewegten Bilder farblich und lautlich, die ursprünglich ihn manipulieren sollte.
Evident ist, dass Paik bis zuletzt ein hochaktueller Künstler war. Der Rundgang endete mit einem Highlight: das Laser-Zelt, dessen Lichtspiele den Betrachter in seinen Bann zogen und zum Verweilen einluden. Derart unter dem Zelt und auf gemütlichen Matratzen liegend, begann man zu sinnieren, über den Einfluss der Medien auf uns und unseren Einfluss auf sie. Optisch wurde man bereits auf den zweiten Teil des Abends eingestimmt: die Party.
Ein Zusammenspiel der Sujets Musik, Performance, Medien im Sinne des Künstlers bot sich dem Besucher bei dem skurrilen Auftritt von Krach der Roboter. Der als Roboter verkleidete DJ legte elektronische Klänge auf, die das Publikum nur bedingt mitreißen konnten. Dementsprechend gab es auch eher wenig Applaus, aber viel Gelächter als Krach mit seinen mit Aluminium umschlagenen Schuhkarton-Schuhen von der Bühne stolperte. Erst das DJ-Team von Pop-Missile brachte die leider wenigen Besucher zum Tanzen und sorgte dafür, dass die Kunstfans dem zweiten Teil des Mottos gerecht werden konnten: Paik und Party.
Insgesamt ein gelungener Abend für diejenigen unter uns, die bekennende Kunstfans sind.




