Von Katharina Mannel
Die Junge Nacht im Museum Kunstpalast geht in die sechste Runde
Im Jahr 2006 hatte die Junge Nacht Premiere, seitdem findet sie jährlich in den Ausstellungsräumen des Museum Kunstpalastes statt, komplett organisiert von den Studenten der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Bereits zum sechsten Mal entwickelten die Studenten unter Aspekten wie Vermittlung und Performance ein Programm für die Junge Nacht, die vor allem eins zeigen will: dass Kunst jung sein kann. Hinter dem Motto Kunst. Dialog. Party, verbergen sich dann ein Art-Talk zum Thema Sammeln, Installationen, Theatervorführungen, eine Lesung und Kurzführungen durch die laufenden Ausstellungen des Museum Kunstpalastes, aber auch zwei Partys und eine Dokumentations-Gruppe, die den Schaffensprozess der Studierenden filmisch festgehalten hat und auch am Samstagabend wieder fleißig filmen wird.
Die Junge Nacht beginnt am 18.06. um 20 Uhr, von da an sind die Türen aller Ausstellungen geöffnet, sei es Mack, Prikker oder die Sammlung Kemp. Die Studierenden entwickelten zu den Ausstellungen Kurzführungen, die um 21.30 Uhr und 22.30 Uhr beginnen, erst zu Mack, dann zu Prikker. Eine Neuheit der diesjährigen Jungen Nacht ist der Art-Talk, er beginnt um 21.00 Uhr in einem aus dem Fundus des FFT zusammengestellten Wohnzimmer – des Sammlers Wohnzimmer. Darin werden sich unter anderem der Kunstwissenschaftler Hendrik Roth und der der Plattensammler und 1live-Moderator Klaus Fiehe darüber unterhalten, warum und wie eigentlich Kunst gesammelt wird. Den ganzen Abend über werden die Studenten aber auch für Kunstdialoge zu Verfügung stehen, sei es für Fragen über die ausgestellten Künstler oder ein spezielles Kunstwerk, was noch nicht ganz verstanden wurde.
Besonders für die Junge Nacht ist aber nicht nur die Suche nach Dialogen über und mit Kunst, sondern auch die Verwandlung des Museum Kunstpalastes in eine Bühne abseits der Bildenden Kunst. Zum Beispiel findet um 22.00 und 23.00 Uhr die Tanz-Video-Performance von Maura Morales und Axel Largo vom tanzhaus nrw statt. Darin wird die Frau und der weibliche Körper als Repräsentationsobjekt befragt und die mediale Vorstellung von Weiblichkeit genauer betrachtet. Bei der Lesung, die jeweils um 20.45 Uhr, 21.45 Uhr und 23.15 Uhr beginnt, wird es dann düster und schaurig: in einer begehbaren Kapelle gibt der Poetry-Slammer Timon Schinke Gruselgeschichten zum Besten, unterstützt wird er dabei von der Sound-Künstlerin Franziska Windisch. Wer noch nicht genug von dem performativen Programm der Jungen Nacht hat, kann sich um 22.30 Uhr noch das Theaterstudio „persona“ anschauen, das für diesen Abend eine Collage aus drei Stücken vorbereitet hat – Commedia dell’arte und Psychologie treffen auf Entscheidungsdrama über Leben und Tod.
Wenn die Sonne dann schon längst untergegangen ist, man durch die Ausstellungen flaniert ist und die ein oder andere Performance gesehen hat, ist die Junge Nacht aber noch lange nicht vorbei. Um 23.30 Uhr beginnt im Foyer die Partynacht mit dem Düsseldorfer Trio „Stabil Elite“, die eine Mischung aus Krautrock und Elektropop spielen. Die zweite Party beginnt gerade mal eine halbe Stunde später im Clubkeller; dort werden die aus dem Salon des Amateurs bekannten DJs Jantronix Schulte und Rearview Radio auflegen. Spätestens wenn dann spät nach Mitternacht die Füße vom Tanzen schmerzen, kann man sogar fühlen, dass Kunst ziemlich jung sein kann.
Das gesamte Programm unter: www.jungenacht.de. Der Eintritt kostet 5 EUR.




