von Natalie Dayekh
Düsseldorf ist ARTig, wie bist Du dazu gekommen?
Constantin Hochkeppel: Das letzte Jahr hat meine beste Freundin mit einem Theaterprojekt mitgemacht und ich hatte mich vor vier Jahren an einem Filmprojekt beteiligt. Nun hatte ich jetzt mal Lust, was Eigenes zu machen und so hat sich das dann einfach ergeben. Darüber hinaus halte ich es für eine unglaublich gute Gelegenheit.
Du hattest also keine konkrete Projektidee und wolltest sie dann verwirklichen?
Constantin Hochkeppel: Also in meinem Stück geht es in erster Linie um „Sehnsucht“ und dass es sich um dieses Thema drehen sollte wusste ich schon von Anfang an. Um welche Sehnsucht es sich handeln sollte, dass wusste ich noch nicht, doch dies hat sich mit der Zeit heraus kristallisiert. Ich habe mich auch mit einem sehr offenem Konzept angemeldet. Ich schrieb auch, dass Sehnsucht immer zur Selbstaufgabe führt, dies fanden sie dann auch ganz gut und mit der Zeit habe ich dieses Thema dann mehr und mehr spezialisiert. Aber es war schon ein Themenbereich, den ich umsetzen wollte, weil es mich persönlich sehr begleitet und beschäftigt hat.
Und was ist dann der nächste Schritt, wie beginnt man – und wie schaut so ein “Arbeitstag” aus?
Constantin Hochkeppel: Es waren weniger Arbeitstage, vielmehr war es ein Prozess, der sich über Monate entwickeln musste. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und hatte immer mein Notizbuch zur Hand und neue Gedanken reingeschrieben. Dann habe ich sie so manches Mal verworfen und neue Aspekte gefunden. Im Großen und Ganzen gab es keinen Arbeitstag, eher Arbeitsstunden und Minuten. Erst im September habe ich dann wirklich aktiv mit der Arbeitsphase angefangen. Vom Mai bis zum September habe ich die Zeit für gedankliche Vorarbeit genutzt. Danach habe ich mit dem Tanz wie auch der Improvisation begonnen und mich zugleich mit den verschiedenen Unterthemen meines Projektes verfasst. Das Thema Sehnsucht lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen und so habe ich zu jedem Stadium eine Choreografie entwickelt und mit meiner Mentorin sehr eng zusammengearbeitet.
Du hast gerade deine „Mentorin“ erwähnt. Was hat es damit auf sich? Greift sie in das Projekt ein oder hat sie Dir den Freiraum für eigene Ideen gelassen?
Constantin Hochkeppel: Genau, es gibt eben für jede Sparte den jeweiligen Mentor, welche bei mir Amelie war und sie half mir dann im Bereich der Choreografie, denn ich selbst hatte zuvor nie alleine Choreografien gemacht, dass war das erste eigene Projekt von mir. Zusammen haben wir dann die Tanzschritte und Verknüpfungen der Bewegungen entwickelt. Danach habe ich alleine weitergearbeitet und sie anschließend auf dem laufenden gehalten und informiert. Ab und zu war sie dann dabei und hat sich das ganze angeschaut. Wir haben über die verschiedensten Sachen geredet wie Bühne, Kostüme, Musik etc. Sie war unglaublich kreativ und hat unglaublich geholfen ohne mich in irgendeiner Weise zu verfälschen, es war immer mein Projekt.
Wo liegt Deiner Meinung nach Deine größte Inspirationsquelle?
Constantin Hochkeppel: Das Thema „Sehnsucht“ kommt wirklich nur aus mir selbst, da brauch ich keine andere Inspirationsquelle, weil mich so viele Aspekte angesprochen wie auch beschäftigt haben. Dieses Stück ist eine Art „Persönlichkeitssuche“, und ich habe da einfach einen eigenen Bezug zu, so dass es nicht nötig war, nach einer anderen Quelle zu suchen.
Was würdest Du sagen: Weshalb eignet sich ARTig für selbstentwickelte Ideen und Projektvorschläge?
Es ist wunderbar das eigene Projekt zu realisieren. Man bekommt zusätzlich finanzielle Unterstützung und das hilft ungemein. Neben all der fachmännischen Unterstützung in Form der Mentoren, die wissen was Sache ist – super. Dann gibt es noch die Netzwerktreffen, wo sich mit der Zeit Kontakte entwickeln und Entstehungsprozesse anderer Projekte zu sehen sind –nochmal sehr interessant.
Was würdest Du denjenigen raten, wenn sie bei ARTig mitmachen wollen?
Constantin Hochkeppel: Ich würde ganz einfach sagen: Leute, schreibt die Idee auf, die Ihr habt, schickt sie an Düsseldorf ist ARTig, gebt euer Bestes, um irgendwie Euer Konzept Interessant rüberzubringen. ARTig ist einfach eine tolle Möglichkeit und es wird so viel geboten. Obwohl es unglaublich viel Arbeit ist sein eigenes Projekt voranzutreiben, ist es ein unvergleichbares Gefühl, Menschen von Außerhalb das eigene Werk zu präsentieren und die vielfältigen Reaktionen zu erleben.
Tanz // STRIP YOUR SOUL – Sehnsucht bis zur Selbstaufgabe




