Von Susi-Lili Duchow
Mit seinem „Hochzeitspolka“ gelingt Lars Jessen nach seinem Erfolg mit „Dorfpunks“ (2009) ein Film über das Erwachsenwerden, über die Verwirklichung von Lebensentwürfen und die Schwierigkeit, authentisch zu bleiben.
Veranschaulicht wird dieses Motiv anhand der Erzählung von Frieder (Christian Ulmen, bekannt aus „Herr Lehmann“ oder „Maria, ihm schmeckt’s nicht“), der mit dreißig die norddeutsche Stadt Heide verließ, um in Polen eine deutsche Fabrik zu führen. Verlassen hat er dabei nicht nur seine Heimat, sondern auch seine Rockband „Heide Hurricane“, in der er als Frontsänger mitwirkte. Aufgrund seiner Unfähigkeit sich als Führungsperson durchzusetzen, genießt Frieder die Gunst seiner polnischen Arbeiter, die sich einen Spaß aus seinen notdürftigen Polnischkenntnissen machen. Zudem steht Frieders Hochzeit mit der schönen Polin Gosia (Katarzyna Maciag, die in Polen sehr erfolgreich ist) an, die von seinem Leben in Deutschland erst erfährt, als seine damaligen Bandkollegen unerwartet zum Junggesellenabschied erscheinen und die Idylle der polnischen Dorfgemeinschaft zu zerstören drohen.
Vor der Kulisse der polnischen Provinz entwickelt sich ein Gewirr deutsch-polnischer Vorurteile, das sich zu einer humoristischen Persiflage des Verhältnisses zwischen Deutschen und Polen entwickelt. Dies gelingt durch die Kombination geistreicher Pointen und situationsbedingt komischer Dialoge, die durch den sympathischen Christian Ulmen, der den liebenswerten Verlierertypus Frieders unglaublich charmant verkörpert, unterstützt wird.




