Von Timon Jansen
Am 1. Juli 2010 spielte der Liedermacher Götz Widmann wieder einmal in Düsseldorf, diesmal im zakk. Unterstützt wurde er von dem befreundeten Liedermacher Rüdiger Bierhorst, der mit seiner Band „Monsters of Liedermaching“ schon öfters mit Götz Widmann kollaboriert hat.
Götz Widmann Fans erfreuen sich schon seit Jahren an seinem individuellen Stil, der dem Gerne des „Liedermaching“ angehört, das seine Wurzeln in den Liedermachern wie Hannes Wader oder Wolf Biermann hat. Seine Lieder behandeln oft Alltagssituationen, die auf eine sarkastisch-absurde Art und Weise dargestellt werden. So finden sich in den Reihen seiner Texte auch eine Abhandlung über das „im Sitzen pinkeln“ oder „moralische Reflektionen über einen geklauten Bierkasten“. Natürlich wirkt die Ironie zeitweilig etwas pubertär und naiv, entfaltet aber bei näherer Betrachtung ihre Stärke, indem sie, fernab von einseitigem Außenseitertum und Klamauk, mit intelligentem Witz eine meist unerwartete Argumentationskette entstehen lässt. Trotzdem muss man schmunzeln, wenn Rüdiger Bierhorst, der seinem Liedermacherkollegen in nichts nachsteht, über ein „Präludium“ im Jazz redet, während er über hochnäsige Akademiker in schwarzen Rollkragenpullovern herzieht, die in seinen Augen das standardmäßige Jazzpublikum darstellen. Des weiteren könnte man Götz Widmann hinsichtlich seiner politischen Einstellung eine gewisse Belanglosigkeit unterstellen, insbesondere im Gegensatz zur Generation der „politischen Liedermacher“ Wader, Biermann und Degenhardt. Das linke Bewusstsein schwingt sicherlich noch in seiner Musik mit, verfängt sich dann aber in klischeehaften Forderungen wie Arbeitsverweigerung oder Legalisierung von Haschisch. Dennoch begeistert er das Publikum mit seinen Liedern, die sich mit keiner „klassischen“ Harmonik zufrieden geben, trotzdem recht einfach gestrickt sind. Ich denke Götz Widmann überzeugt durch eine Authentizität, die es ihm erlaubt seinen seltsam verklärten Stil beizubehalten und regelmäßig Konzerte zu geben, bei gleich bleibenden Ticketpreisen.
Und wenn schließlich Rüdiger Bierhorst zusammen mit seinem Freund eine grandios komische Version von „Ich brauch` Personal“ aufführt, ist man sich schon fast sicher, dass „diese miese Schmiere“, von der die Rede ist, sich immer noch in deren Zimmer befindet. Letztendlich bleibt die Frage offen, ob so etwas lustig sei, und das muss man eben selber beantworten.




