Rezensionen

Frisch gepresst – Neue Bücher aus Düsseldorf

Von Madeleine Schmidt

Wer hätte gedacht, dass die erfolgreiche Kooperations-Veranstaltung „Frisch gepresst“, monatlich von der Zentralbibliothek und dem Literaturbüro NRW e.V. veranstaltet, bereits mehr als 10 Jahre existiert und das Publikum immer aufs Neue begeistert?! Der Sinn dieser Reihe lässt sich in wenigen Worten erklären: Im Mittelpunkt steht hier eindeutig die lokale Literatur- und Autorenförderung.

So auch dieses Mal. Anstatt jedoch einen Autor und sein Buch in den Fokus zu rücken, wurde der Blick auf eine Zeitschrift gerichtet: „Sprachgebunden“. Diese erscheint bereits seit mehreren Jahren in unregelmäßigen Abständen. Wer darin vertreten ist? Junge Autoren, aber auch Künstler aus dem deutschen Raum. Das besondere? „Sprachgebunden“ ist keine reine Literaturzeitschrift, sondern geht eine Symbiose mit stets passender Kunst ein.

Zur Präsentation der besagten Zeitschrift fanden sich erfreulicherweise beide Herausgeber sowie ein darin vertretener Schriftsteller – Thomas Pletzinger – ein. Der Abend begann mit einführenden Worten über das Magazin, ging über in ein Interview mit den Herausgebern und endete mit vorgetragenen Werken von Thomas Pletzinger. Der Schwerpunkt der Veranstaltung hat sich mit vorrückender Stunde immer mehr auf den Münsteraner und sein Schaffen verlagert, was jedoch dem Abend nicht geschadet hat. Ganz im Gegenteil: Souverän und mit einer wohlklingenden Stimme trug Thomas Pletzinger seine Übersetzungen von „Justus Jonas schleicht voran“ und weiteren Werken vor. Abgerundet wurde seine Lesung mit dem ersten Kapitel seines neuen Buchs, in dem man die Entwicklung und auch die Beeinflussung durch die Vielzahl der verfassten literarischen Übersetzungen gut erkennen konnte. Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Thomas Pletzinger ist Preisträger des NRW-Förderpreises 2010 und kann nun, wie er selbst sagt, sein Buch bis nächstes Jahr in Ruhe zu Ende schreiben ohne sich zu fragen, wie er über die Runden kommen soll.

Zwei gut gefüllte Stunden mit frischer Literatur, netten Anekdoten und einem überaus empfehlenswerten Autor wurden nicht von mir, sondern auch dem restlichen Publikum mit einem großen Applaus honoriert und fanden durchaus Gefallen.