Von Natalie Dayekh
„Erinnerungen sind vor allem in uns“
Das Schultheater der Länder zeigte an seinem zweiten Spieltag das Stück „Erinnerungen“, gespielt von Schülern des Bundeslandes Berlin der 5. und 6. Jahrgangsstufe. Die Szenerie? Die Stationen des Erinnerns, veranschaulicht im Tanz, der Bewegung und Reaktion.
Eine Diashow alter Fotos aus früheren Kindheitstagen der Schüler führte zu einem Chorgesang der Zuschauer aus „Ohhs“ und „Ahhs“ im Wechselspiel. Und neben diesem ganz klassischen Erinnern gab es auch einen Ausflug zum Gehirnjogging mit dem Publikum, dass eine Runde Memory spielen konnte, als sich 24 Schüler verkleidet als komplettes Ratespiel auf die Bühne stellten. Dies sind nur wenige Ausschnitte der Erinnerungsserie des Theaterstücks, denn in der 60-minütigen Inszenierung eröffnete sich auch, auf welche Art der Mensch sich erinnert. Emotional? Doch eher sachlich oder vielmehr distanziert? Irgendwie liegt immer eine eigene Mischung vor, je nachdem was wir zulassen.
Oft geht man bei einer schulischen Inszenierung der Unterstufe von etwas „süßem“ und einem leicht steifgespielten Theaterstück aus – in diesem Fall hätte man mit dieser Vermutung nicht falscher liegen können. Worte wurden verstanden und Mienen blieben ernst. Unglaublich, wie talentiert die Schüler waren und sich der Schauspielerei widmeten. Es war die völlige Hingabe für das Stück, was in den genauen und ordentlichen Tanzbewegungen der Kinder klar wurde, sie besaßen die Fähigkeit, alles um sich herum zu vergessen. Vergessen wird das Publikum diese Inszenierung jedoch nicht, denn an sie erinnert man sich gerne – sehr gerne.




