Von Kathrin Serong
Kleine Kinder betreten mit ihren hohen Stiefeln und in ihren dicken Jacken an der Hand von Mama und Papa die große Glastür und erinnern durch ihre winzigen Trampelschritte an kleine Elefanten. Noch ahnen sie nicht, welches Abenteuer in der nächsten Stunde hier auf sie wartet.
Wir befinden uns im tanzhaus nrw, in dem heute anlässlich des Take-off-Festivals das Stück „elephant walk“ aufgeführt wird. Dieses Stück wurde von Célestine Hennermann speziell für Kinder von 0 bis 4 Jahren inszeniert und soll den kleinen Zuschauern die Bewegungen von Tieren zeigen.
Das Studio lädt die Kinder und die Familien mit Sitzkissen in vielen Farben und Größen zu einem gemütlichen Zuschauen ein. Die Kinder machen es sich direkt bequem und setzen sich auf den Schoß der Eltern. Von dort aus inspizieren sie die Bühne und den Mann, der so eigenartig auf der Bühne herumläuft. Der Mann auf der Bühne ist der Tänzer Albi Gika, der sich wie ein Pinguin durch ein Meer aus bunten Plastikeimern fortbewegt, die in mehreren Farben quer auf der Bühne verteilt sind. Dann ertönt Musik und eine zweite Tänzerin, Victoria Söntgen, betritt die Bühne. Sie winkt den Kindern zu, während sie ebenfalls als Pinguin über die Bühne „watschelt“. Die Kleinen fühlen sich direkt angesprochen und ein kleiner Zuschauer möchte schon nach fünf Minuten auf die Bühne. Alle Versuche der Mutter, ihren Kleinen von der Bühne fernzuhalten, scheitern und so entscheidet sie sich, das Studio mit dem Kleinen erst einmal zu verlassen, um nach zehn Minuten wiederzukommen.
Im nächsten Moment werden die anderen Kinder Zeugen, wie sich schließlich eine „Robbe“ ihren Weg über die Bühne bahnt. Die Kinder stehen auf, als plötzlich auch noch ein „Hahn“ und eine „Katze“ auf der Bühne zu erkennen sind. Die Kleinen sind so sehr von der Mimik und Gestik der Darsteller, der „Tiere“, beeindruckt, dass sie ihre kleinen Beobachteraugen nicht mehr von ihnen nehmen. Sie sehen aus wie kleine Forscher auf einer Entdeckungsreise. Schließlich wird es Nacht im Tierreich. Ein „Pferd“ und eine „Kuh“ irren auf der Bühne herum bis ein Hahn kräht und damit den Tag einläutet. Jetzt werden auch eine „Schnecke“ und eine „Raupe“ aufgeweckt. Die Kinder im Publikum fangen jetzt damit an, die Bewegungen der Tiere nachzumachen. Auf einmal „regnet“ es „Gold“ aus Eimern, auch auf das Publikum. Die Kleinen sammeln die Goldblätter voller Elan auf und ein kleiner Junge möchte seinem Papa das Blatt schenken, das er neben sich entdeckt hat. Während dieser liebevollen Geste berühren sich die Darsteller auf der Bühne mit ihrem „Elefantenrüssel“. Sie haben blaue und weiße Eimer an den Füßen und halten einen Pinguin an den Händen, der aus zwei weißen und einem schwarzen Eimer besteht, als sie sich am Ende des Stückes von ihrem lebhaften Publikum verabschieden.
Nun dürfen auch die Kinder auf die Bühne. Diesen Moment haben sie sehnsüchtig erwartet wie man an ihren Gesichtern erkennen kann. Im Studio wird getrommelt, gelacht, mit Goldblättern gespielt und geschmust. Alle Kinder spielen friedlich zusammen während zwei von ihnen in einer Plastikwanne über die Bühne gefahren werden. Links vorne sitzt eine dreiköpfige Familie. Der kleine Junge setzt sich immer wieder einen Eimer auf den Kopf und linst danach unter dem Eimer hervor. Alle drei amüsieren sich und lachen aus vollem Herzen. So sind alle Zuschauer glücklich und die Eltern sehen begeistert mit an, was „elephant walk“ bei ihren Kindern ausgelöst hat.
Foto: sounds of silence




