Von Klara Schneider
Eine Oper als Marionettentheater umzusetzen ist nicht ganz einfach, weil Opernsänger ja gerne mal einfach nur dastehen und theatralisch ihre Arien schmettern, womit Bewegung und Gestik eher zweitrangig werden. Das führte dazu, dass auch die Marionetten an diesem Abend im Vergleich zu anderen Aufführungen in ihrem Bewegungsspielraum etwas eingeschränkt waren. Außerdem haben es Opern an sich, dass man nicht unbedingt jedes gesungene Wort versteht (In diesem Fall handelte es sich um eine Aufnahme der Deutschen Grammophon mit den Berliner Philharmonikern.)
Von diesen kleinen Schönheitsfehlern abgesehen, war die Aufführung aber wieder vor allem ein Fest für die Augen: Toll geschnitzte Gesichter, wunderschöne Kostüme und das aufwendige Bühnenbild versetzten die Zuschauer ins Reich der Königin der Nacht, in dem sich der Prinz Tamino und der Vogelfänger Papageno verschiedenen Prüfungen unterziehen müssen, die nicht nur mit Weisheit oder Erkenntnis, sondern auch mit einem „Mädchen oder Weibe“ belohnt werden. Dem Ensemble gelingt es mit einigen raffinierten Inszenierungstricks und vielen liebevollen Details der wohl bekanntesten deutschen Oper einen ganz eigenen Charme zu verleihen – es lässt verzauberte Zuschauer zurück.




