von Hanna Lessmann
Zunächst wirkt alles natürlich ruhig – grünfarbenes Licht bestrahlt die freistehende Bühne im Schauspielhaus. Auf ihr befinden sich zwei Menschen: ein Mann und eine Frau, sie tragen große Masken, ihr Kopf erscheint riesig und sie wirken fremd und allein.
„Nichts geschieht und plötzlich geschieht alles.“ Ein Telefon fängt an zu läuten, die beiden lösen sich aus ihrem bewegungslosen Zustand, ein weiterer Mann erscheint und sie alle laufen orientierungslos, irritiert und verängstigt über die Bühne. Es ist Kleinmanns und Irmas Chef. Er erklärt das Prinzip der Trägheit: Sobald eine Kraft auf etwas einwirkt, bricht es aus der Ruhe, so dass sich plötzlich alles ändert. Seine Firma sei „am Arsch“, deswegen entlässt er seine beiden Angestellten und springt schließlich völlig verzweifelt aus dem Fenster.
Lukas Linder hat mit „Die Trägheit“ ein Schauspiel geschaffen, das eine Welt voller Elend und Leid widerspiegelt. Die Menschen sind einsam und allein, suchen einen vorübergehenden Ausweg im „Bumsen“ und „Saufen“, sind entweder aggressiv gegenüber ihren Mitmenschen und beleidigen sie, oder suchen vergebens Mitleid bei ihnen. „Unfair ist das Leben“, so sehen sie selbst ihre scheinbar hoffnungslose Situation. Der Einzige, der sich immer wieder an die schönen Momente seiner Kindheit zu erinnern versucht, ist Kleinmann. Immer wieder versucht er sich einzureden: „Das Leben ist schön“ und man sollte „die Ansprüche hinunter kurbeln, man sollte zufrieden sein“.
Anfangs beobachte ich ihre Situation noch recht genau und interessiert. Doch mit der Zeit entsteht immer mehr Mitleid, ebenso wie eine Distanz zum Gezeigten. Folglich fehlt die Identifikation mit der Realität. Szenen, in denen die Frau auf der Bühne ausgepeitscht wird und in denen sie immer und immer wieder angeschrien wird: „Bumsen sollst du!“, verleiten zum Wegschauen und ich frage mich mit der Zeit, wieso sich nicht endlich einer der Charaktere zu wehren versucht oder Aufforderungen wie „Du brauchst gar nicht wiederzukommen“ nachgeht.
Für mich persönlich war es am Ende einfach zu viel – zu viele vulgäre Ausdrücke, Übertreibungen und Zuspitzungen und einfach zu viel unzumutbare Gewaltdarstellung.
Zunächst wirkt alles natürlich ruhig – grünfarbenes Licht bestrahlt die freistehende
Bühne im Schauspielhaus. Auf ihr befinden sich zwei Menschen: ein Mann und eine
Frau, sie tragen große Masken, ihr Kopf erscheint riesig und sie wirken fremd und
allein.
„Nichts geschieht und plötzlich geschieht alles.“ Ein Telefon fängt an zu läuten, die
beiden lösen sich aus ihrem bewegungslosen Zustand, ein weiterer Mann erscheint
und sie alle laufen orientierungslos, irritiert und verängstigt über die Bühne. Es ist
Kleinmanns und Irmas Chef. Er erklärt das Prinzip der Trägheit: Sobald eine Kraft
auf etwas einwirkt, bricht es aus der Ruhe, so dass sich plötzlich alles ändert. Seine
Firma sei „am Arsch“, deswegen entlässt er seine beiden Angestellten und springt
schließlich völlig verzweifelt aus dem Fenster.
Lukas Linder hat mit „Die Trägheit“ ein Schauspiel geschaffen, das eine Welt voller
Elend und Leid widerspiegelt. Die Menschen sind einsam und allein, suchen einen
vorübergehenden Ausweg im „Bumsen“ und „Saufen“, sind entweder aggressiv
gegenüber ihren Mitmenschen und beleidigen sie, oder suchen vergebens Mitleid
bei ihnen. „Unfair ist das Leben“, so sehen sie selbst ihre scheinbar hoffnungslose
Situation. Der Einzige, der sich immer wieder an die schönen Momente seiner Kindheit zu erinnern versucht, ist Kleinmann. Immer wieder versucht er sich einzureden: „Das
Leben ist schön“ und man sollte „die Ansprüche hinunter kurbeln, man sollte
zufrieden sein“.
Anfangs beobachte ich ihre Situation noch recht genau und interessiert. Doch mit
der Zeit entsteht immer mehr Mitleid, ebenso wie eine Distanz zum Gezeigten.
Folglich fehlt die Identifikation mit der Realität. Szenen, in denen die Frau auf der
Bühne ausgepeitscht wird und in denen sie immer und immer wieder angeschrien
wird: „Bumsen sollst du!“, verleiten zum Wegschauen und ich frage mich mit
der Zeit, wieso sich nicht endlich einer der Charaktere zu wehren versucht oder
Aufforderungen wie „Du brauchst gar nicht wiederzukommen“ nachgeht.
Für mich persönlich war es am Ende einfach zu viel – zu viele vulgäre
Ausdrücke, Übertreibungen und Zuspitzungen und einfach zu viel unzumutbare
Gewaltdarstellung.




