Von Julia Ackerschrott
<b>Giuseppe Ferrara zu Gast in Düsseldorf</b>
Am 11.06.2010 lud die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in das Kunstfilmkino Black Box. Dort präsentierte das Institut für Medien- und Kulturwissenschaft den Regisseur Giuseppe Ferrara, der für ein Seminar über sein Werk und die öffentliche Vorstellung eines seiner wichtigsten Filme über die Mafia aus Italien anreiste. In dem 1984 gedrehten Film <i>Die hundert Tage von Palermo</i> (Cento giorni a Palermo) spielt Lino Ventura die Rolle des Generals Dalla Chiesa, der 1982 von der Mafia ermordet wurde. Der Film macht die Machenschaften der Mafia und ihren Einfluss bis in die Spitzen des italienischen Staates deutlich. Im Anschluss beantwortete Ferrara, selbst sichtlich bewegt von den Erinnerungen an die Gewalt der Mafia, die Fragen des interessierten Publikums. In der regen Diskussion wurde deutlich, wie aktuell Ferraras Film auch heute noch ist. Auch wenn sich die Methoden der Mafia etwas geändert hat und es heute deutlich weniger spektakuläre Morde gibt, ihr Einfluss auf Staat und Wirtschaft ist ungebrochen, nicht nur in Italien.
Prof. Dr. Reinhold Görling, der die Diskussion moderierte, nannte Ferrara einen der großen Helden des italienischen Nachkriegskinos. Der Dokumentarfilmer Dr. Bernhard Pfletschinger betonte, dass Ferrara in seinem Film zeitgeschichtliche Analysen gelangen, deren Wahrheit und Genauigkeit oft erst Jahrzehnte später von den Historikern anerkannt wurden. Der Abend klang bei einem kleinen Empfang im Foyer aus und stieß bei dem Publikum, dem jungen nicht weniger als dem, welches die Ereignisse selbst noch in Erinnerung hat, auf positive Resonanz: „Ferraras Film zeigt deutlich, dass gerade in Zeiten der Finanzkrise seine Thematik aktuell ist und uns alle angeht.“ (Filmbesucher)
<i>Die Organisation des Abends wird durchgeführt von Julia Ackerschott und Vanessa de Silva im Rahmen eines Teamprojekts unter der Leitung von Dr. Bernhard Pfletschinger.</i>




