Von Elisabeth Mader
Eine Jukebox, mehrere Tische, ein Aquarium, eine Bühne auf der Bühne und noch viele weitere Requisiten prägen das Bild. Der Schriftsteller Gustav von Aschenbach sitzt an seinem Schreibtisch und arbeitet an seinem neuen Werk. Doch an einer bestimmten Stelle kommt er seit Tagen nicht weiter – eine ausgewachsene Schaffenskrise. Aus dieser Situation heraus beschließt er nach Venedig zu verreisen. In Venedig sieht der Schriftsteller einen Jungen namens Tadzio, den er als den „Inbegriff des Schönen“ wahrnimmt. Er fängt wieder an zu schreiben und behält Tadzio immer im Auge. Als aufgrund einer Seuche auch die polnische Familie samt dem Jungen abreist, zerreißt es von Aschenbach fast das Herz. Er beobachtete Tadzio bei seinem letzten Gang am Strand. Erst später bemerkte man, dass der Schriftsteller verstorben war.
Da mir der Roman von Thomas Mann nicht mehr ganz geläufig ist, kann ich zur Genauigkeit des Inhalts nicht so viel berichten, allerdings ist zu sagen, dass es stellenweise schwer war, der Handlung zu folgen, da die Rollen immer wieder gewechselt wurden, aber auch der Text nicht ausschließlich als Dialog verfasst war. Viele Textpassagen wurden auch in der dritten Person erzählt. Während Wolfgang Reinbacher fast ausschließlich den Schriftsteller von Aschenbach darstellte, wechselte Daniel Graf unter anderem zwischen Gepäckträger, auktorialem Erzähler, Alleinunterhalter und Kellner.
Trotzdem ist zu sagen, dass es während des Stückes viele schöne Bilder gab. So zum Beispiel begann der zweite Teil in einem dunklen Saal, der nur von zwei dreiarmigen Kerzenständer erleuchtet wurde, die Daniel Graf durch den Raum trug. Vor allem durch die Lichtbrechung durch das Wasser im Aquarium waren spannende Stimmungen möglich. Alles in Allem war es ein sehr interessanter Abend mit vielen schönen, oder auch experimentellen Szenen.
Das Schönste an diesem Abend war jedoch, dass das gesamte Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses da war, um Wolfgang Reinbacher zu feiern. Es wurde sogar eine Leinwand aufgebaut, auf der Fotos von früheren Auftritten gezeigt wurden, denn es feierte an diesem Abend sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Dazu kam, dass dies der letzte Auftritt von Wolfgang Reinbacher als Schauspieler war. Von dieser Stelle noch einmal „Herzlichen Glückwunsch und Alles Gute“!




