Von Katharina Mannel
Galt die Quadriennale für viele noch als Bestandsaufnahme der Kunstmetropole Düsseldorf und seinen Entwicklungen, löst das QuadriFinale sich nun von dem dokumentarischen Charakter und gibt einen unkonventionellen Einblick in das Schaffen, Erleben und Erfahren von Kunst in all seinen Formen. Maßgeblich für die Konzeption der Finalwoche war die Zusammenarbeit mit den Studenten des Instituts für Kultur und Medien der Heinrich Heine Universität. Denn wer sollte Kunst als Kunst selbst erfahrbarer machen als die Studenten, die sich selbst gerade in einem Prozess der ständigen Erfahrung und Erkenntnis befinden? So ergab sich ein kreatives und abwechslungsreiches Programm, abseits vom normalen Ausstellungsbetrieb.
Den Anfang des QuadriFinales macht das Schloss Benrath am Sonntag, den 09.01. mit einer literarischen Matinee. Dabei lesen die beiden Schauspieler Julie Bräuning und Urs Peter Halter, beide tätig am Schauspielhaus Düsseldorf, Texte zur Architekturtheorie. Anschließend folgt eine Führung durch die James Lee Byars Ausstellung „The Perfect Axis“.
In Kooperation mit der ZERO Foundation und der Julia Stoschek Foundation findet am Donnerstag, den 13.01. eine Lecture Performance der Schauspielerinnen Annette Lober und Christine Knispel statt. Unter dem Titel „Die chymische Hochzeit – Verheyen meets Jarman“ soll durch die Arbeiten des Regisseurs Derek Jarman ein neuer Blick auf Verheyens Werke gegeben werden.
Höhepunkt des QuadriFinales ist aber die Finalnacht am 15.01., die mit vielen Performances, Happenings sowie Video- und Soundinstallationen, die Quadriennale noch einmal zum Kunstereignis macht. Mit auf dem Programm stehen auch Führungen der etwas anderen Art wie zum Beispiel in der Akademie-Galerie, bei der ein Moderatorenteam aus Studenten die Besucher abseits vom gängigen Schema durch die Ausstellung führt oder ein Poetenrundgang durch die Kunsthalle, bei der die Auseinandersetzung mit Kunst zu Wortkunst wird.
Aber auch die Musik als Kunstform kommt bei dem QuadriFinale nicht zu kurz – beschäftigen sich doch immer mehr Künstler mit transmedialen Effekten. So findet etwa im KIT eine „Symphonie der Galaxien“ statt, in der die Besucher die Ausstellung Björn Dahlems „Die Theorie des Himmels I – Die Milchstraße“ nicht nur visuell, sondern auch auditiv als andere Galaxie wahrnehmen sollen. So hat jedes Ausstellungshaus seinen eigenen Finalschwerpunkt gewählt, sei es die unkonventionelle Vermittlung oder das kreative Erlebnis, von K20 und K21 bis zum NRW-Forum und der Stochek Collection, haben sich die Ausstellungshäuser noch einmal etwas besonderes Einfallen lassen, um Kunst erfahrbarer zu machen.
Ein Happening, das alle Ausstellungshäuser verbindet, wird der Fackellauf des Künstlerduos ZaLaR + kUzA sein. Dieser startet um 21:30 Uhr in der Julia Stoscheck Collection und endet um 24 Uhr im op de Eck. Zum Ausklang der Quadriennale wird ab 24 Uhr auch im op de Eck die große QuadriFinale Party gefeiert. Wer dann immer noch nicht genug von Kunst hat, der kann sich bei die Finissage der Kunsthalle Düsseldorf, das Gespräch zwischen der ehemaligen Broodthaers-Galeristin Anny de Decker, Stella Lohaus (Galeristin, Antwerpen), Gregor Jansen (Kunsthalle Düsseldorf) und Vanessa Joan Müller (Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen) anhören. Weitere Informationen zum gesamten Programm gibt es unter www.facebook.com/quadrifinale oder www.quadriennale-duesseldorf.de




