Rezensionen

Das Böse

Von Nadine Beneke

Das Böse hat viele Gesichter und Facetten … Eindrucksvoll dargestellt wird dies von der Fotogruppe der Uni Düsseldorf, die sich in ihrer Ausstellung mit den dunklen Seiten des Lebens beschäftigt. Die Herangehensweise der 14 jungen Künstlerinnen und Künstler ist dabei sehr unterschiedlich.

Ekaterina Panyutina zum Beispiel kombiniert in ihrer Fotoreihe „Ev(e)il“ geschickt die Unschuld und den Reiz des Verbotenen. Ein biblisches Motiv, der Apfel, dient als Symbol der Verlockung. In romantischer Stimmung bestechen die Bilder durch ihre Ambivalenz und das satte Rot der Äpfel.

Auch Götz Lehmann spielt mit Gegensätzen. Porträts verschiedener Studenten sind einmal hell beleuchtet, einmal in schummrigem Licht. Die sprichwörtliche „Leiche im Keller“ eines Jeden wird hier betont und sehr schön zur Geltung gebracht. Etwas verstörend wirkt auf mich die Aufnahme eines „geköpften“ Teddybären, der blutig an der Fotowand verewigt ist. Aber genau darauf zielt Maja Versfandern wohl auch ab. Und das Böse wird in der martialisch veränderten Kindheitserinnerung deutlich. Mit einem kleinen Schauer auf dem Rücken schaue ich mir die anderen Bilder an. Faszinierend und erschreckend zugleich sind die Aufnahmen Kervin Kervins. Apokalyptisch schön zeigen sie luftschutzbunkerartige Gänge, zwei Personen mit Gasmasken und zum Schluss die Auflösung: sich lichtende Wolken.

Schließlich gelange ich ans Ende der Ausstellung und denke kurz, Jannik Heusinger hätte Werbefotos für Notebooks, EC-Karten und eine Automarke ausgehangen. Er zeigt jedoch in kleinen Texten neben den Bildern die unrechtmäßigen und zum Teil menschenverachtenden Machenschaften hinter Konzernen, Produktionsweisen und alltäglichen Produkten auf.

Eine gelungene und beeindruckende Ausstellung. Die Aussage, dass hinter allem Guten auch etwas Böses steckt, bleibt in meinem Kopf. In diesem Moment fällt mir auf, dass Jemand mutwillig Bilder der Ausstellung entwendet hat. Schade!

Veranstaltung: Das Böse