Rezensionen

Buika – El último trago

Von Nadine Beneke

Der Anlass des kulturellen Zusammentreffens am 29.09. im Festzelt am Burgplatz war der letzte Drink: El último trago. Eingeschenkt und serviert von Concha Buika. Die Bühne sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus. Nur ein Flügel und ein vermeintlicher Holzklotz, der sich bei näherem Hinsehen als Cajon entpuppt, sind vorbereitet. Mit zehnminütiger Verspätung setzt sich ein Pianist in Position: ein schlaksiger Mann, der in seinen Tasten versinkt und das Publikum sofort in Stimmung bringt. Doch welche Stimmung eigentlich? Er beginnt lockerleicht, wendet um ins Tragische und löst die Mollsequenzen rhythmisch auf. Zur Verstärkung kommt ein zweiter Mann, der sich auf das Cajon platziert und Gas gibt. Der zweite der beiden „Maestros“, wie sie später von Buika genannt werden, ersetzt entspannt ein ganzes Schlagzeug.

Schon vom Instrumentalen gleichzeitig hin- und hergerissen und beeindruckt, ertönt Buika. Die zierliche Frau im roten Kleid hält das Auditorium dazu an sich selbst zu feiern. Sie begnügt sich derweil damit, Koloraturen ohne die geringste Anstrengung in den Raum zu stellen. Ihre Stimme und ihr Gesang sind ergreifend ehrlich. Immer wieder stellt sie die Frage nach der Identität und erzählt, warum sie tut was sie tut. Sie singt darüber, was sie ist, und sie ist, worüber sie singt. Klingt ganz einfach. Und so wechselt sie spielerisch die Stile, ist zaghaft, plötzlich wieder durchschlagend und wirkt keine Sekunde aufgesetzt. Buikas Präsenz ist mitreißend.

Um mich herum lauter begeisterte Gesichter. Manche können nicht mehr an sich halten und klatschen wie wild mit, ohne Takt und Ziel. Aber das Gesehene und Gehörte muss raus. Erstaunlich, dass mein mangelndes Verständnis der spanischen Sprache so wenig ausmacht. Buikas Aussage kommt an: „God bless our memories.“ Darauf, Salud!