von Susi-Lili Duchow
Banksy – Phantom, Sensation, Ikone. Der trotz Anonymität sehr erfolgreiche britische Street Art-Star hat dieses Jahr seinen ersten Film auf der Berlinale veröffentlicht: eine dokumentarische Satire über die Etablierung der Street Art und deren Kommerzialisierung auf dem Kunstmarkt.
„Exit Through the Gift Shop“ handelt von dem französischen Dokumentarfilmer Thierry Guetta, der durch Beziehungen zum Street Art-Künstler Space Invader Eingang in die Szene findet und exklusives Filmmaterial über Lebens- und Arbeitsweise von Künstlern wie Shephard Fairy, Ron English oder Monsieur André sammelt. Durch die zunehmenden Kontakte und das wachsende Vertrauen macht sich Thierry einen Namen in der Szene und trifft schlussendlich in L.A. auf Banksy, dem er fortan bei seinen Aktionen assistiert und filmt.
Da sich Thierry jedoch als miserabler Filmemacher herausstellt, schlägt Banksy vor die Rollen zu tauschen: so produziert er den Film, während Thierry anfängt Kunst zu machen. Dazu nimmt er den Künstlernamen Mr. Brainwash an und bedient sich an Vorlagen in der Szene etablierter Street Art-Künstler. Dass er durch gut durchdachte Werbeaktionen dabei erfolgreicher wird als die Originale, eröffnet den fehlenden Anspruch auf Originalität auf dem Kunstmarkt und den lenkbaren Geschmack der Massen.
Durch den bissigen Originalton des britischen Sprechers Rhys Ifans (bekannt als Schauspieler aus britischen Produktionen wie beispielsweise „Notting Hill“), die Ironie Banksys gegenüber der eigenen Arbeit so wie der gesamten Street Art-Szene und dem Mysterium um die Existenz des Protagonisten Thierry entwickelt sich „Exit Through the Gift Shop“ nicht nur zu einer reizvoll kritischen Satire über den Kunstmarkt, die mit der Wahrnehmung des Zuschauers spielt, sondern auch zu einem humoristischen Vergnügen, dem man leicht folgen und über das man sich herzlich amüsieren kann.




