von Renate Voget
Passend zur Quadriennale versammelt das K21 die Crème de la Crème der Kunst der 80er Jahre. Die Ausstellungsräume im diaphanen Kellergeschoss des historischen Ständehaus sind ein Gesamtkonzept, das keine Fläche verschenkt und ungenutzt lässt. Die Wände werden den Fotografien einiger der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Kunstakademie gewidmet, wohingegen die Bodenfläche mit mannigfaltigen Skulpturen aufwartet.
Es entsteht ein spannungsvolles Verhältnis, das als gemeinsamen Nenner den historischen Bezug hat: Die 1980er Jahre. Eine Zeit, in der der vergangene Krieg immer noch nicht aufgearbeitet war und ein neuer zwischen West und Ost latent drohte. Da diese beiden Mächte auch künstlerisch nicht zu vereinigen waren, konzentriert sich die Ausstellung auf die westliche Kunst, als Dreh- und Angelpunkt erweist sich natürlich die Stadt Düsseldorf. Wer sich die Werke von Gursky und Struth anschaut, wird sogar gewisse Straßenzüge wiedererkennen, die nur noch wage der Gegenwart entsprechen. Weitere dokumentarische Ansichten vermitteln die Porträtierten von Thomas Ruff, die in ihrer Anonymität und Universalität einem doch verdächtig bekannt vorkommen. Wer hätte gedacht, dass sich die Menschen in 30 Jahren doch nicht so viel ändern?
Die Wechselwirkungen und Einflüsse auf die Düsseldorfer Künstler werden durch Werke von Cindy Sherman und Jeff Wall veranschaulicht. Evident ist, dass sich das Medium Fotografie in dieser Ausstellung nicht mehr legitimieren muss, sondern einen festen Platz auf dem Kunstolymp gefunden hat.
Noch mannigfaltiger als die fotografischen Ansichten sind die Skulpturen. Allein schon dem Material scheint keine Grenzen gesetzt zu sein: Während Richard Deacon Leder, Textilien und Kupfer in seiner organisch geformten Art for other people bemüht, verarbeitet Ludger Gerdes Holz in Miniaturmodellbauten. Franz West greift auf das traditionelle Kupfer für seinen Doppelsessel Causeuse zurück, wohingegen Jeff Koons die wahrscheinlich amerikanischsten Materialien der gesamten Ausstellung verwendet: Basketbälle.
Das K21 bietet in seiner tollen Kulisse eine hervorragende Ausstellung, deren einziges Manko der irreleitende Titel der Ausstellung ist. „Auswertung der Flugdaten“ soll eine Metapher auf die zeitliche Distanz des Betrachters und die modernen Überflieger, die Künstler, sein. Leider ergibt sich dieser Kontext nur aus der Begleitbrochure, die in weiser Voraussicht, dem Besucher kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Fazit: Unbedingt Sehenswert!




