Rezensionen

„Im Spektrum“ // 1. ARTig-Festivaltag // 24.11.11

Von Miriam Bittner

Ich liege in meinem Bett und bekomme die Augen einfach nicht geschlossen.

Mein Körper ist ein einziger, träger Klumpen; mein Hirn ein matschiger Brei und doch fühle ich mich leicht und verdammt ich muss die ganze Zeit grinsen!                                                                                                                                                              So viele Erfahrungen habe ich zwar nicht, aber es fühlt sich so an als wäre ich auf Drogen.

Ist das normal?
Wahrscheinlich, denn das erste Mal ist immer etwas ganz besonderes.
Und für mich persönlich, war es das erste Mal:
ARTIG!
Ich wusste nicht genau, was mich am ersten Tag des Artig Festivals im Jungen Schauspielhaus Düsseldorf erwarten würde.

Was läuft ab?
Wo läuft es ab?
Wie läuft es ab?
Wer läuft ab?

Eine kleine Vorahnung hatte ich zwar, was die ganzen Folien auf dem Boden und an den Wänden zu bedeuten hatten, aber trotzdem war ich mehr als gespannt und neugierig.
Nina Brehl hatte von allen Teilnehmern wohl die schwierigste Aufgabe:
Mit ihrem, nennen wir es einmal „Ausdruckstanz“ unter dem Titel „ Im Spektrum/ Eine Hymne an das Leben“ eröffnete sie das diesjährige Artig Festival und hatte sich dafür etwas wirklich Außergewöhnliches überlegt.

„Ich tanze Farben!“
Okay… hört sich im ersten Moment etwas „alternativ“ an, in der gleichen Kategorie wie „Ich tanze meinen Namen und gleich dazu einen Baum.“
Aber im zweiten Moment und nachdem man den Auftritt von ihr gesehen hatte, kommt man nicht umhin zu staunen und zu sagen: kein Name, sondern ein ganzes Wortgestöber; kein Baum, sondern ein ganzer Wald!
Es sind nicht nur bloß Farben, es sind Gefühle; es sind nicht bloß Bewegungen, es ist Wut und Energie und Leichtigkeit und Sinnlichkeit und Hingabe und alles zusammen ergibt einen bunten Mix aus Rot, Blau, Gelb und alles was dazwischen liegt.
Der Auftakt ist Nina definitiv gelungen:
Nicht nur, dass das Publikum sichtlich begeistert und die Tänzerin am Ende beinah ein kleines Freudentränchen verdrücken müsste, nein, die Nachhaltigkeit zählt und der beste Beweis für die Nachhaltigkeit ihres Auftritts ist doch, dass es immer noch Rot vor meinen Augen blitzt und der Beat der Musik in meinen Ohren hämmert.
Mal sehen, was mich und uns morgen so erwartet und übermorgen und den Tag danach!
Man darf gespannt sein!

Fotos: Katja Panyutina

Veranstaltung: ARTig-Festival 2011