Interview von Katja Panyutina
ARTIG SAGT Hey Miro, in ca. 2 Stunden ist euer Stück „anders – different“ an der Reihe. Wie geht es dir vor der Premiere?
MIRO Ganz gut, ich glaube aber auch, dass es damit zusammenhängt, dass es nicht meine erste Performance ist auf der Bühne – wir alle drei haben ja ein bisschen mehr Erfahrung, was Performen auf der Bühne angeht; es ist auch nicht mein erstes eigenes Stück; und ich denke die Aufregung kommt dann erst wenige Sekunden bevor man auf die Bühne geht.
ARTIG SAGT Ihr seid ja quasi schon alte Hasen im Geschäft; zwei von euch waren auch schon letztes Mal dabei – was hat sich seitdem verändert?
MIRO Es hat sich einiges verändert – ich bin ja schon etwas länger dabei, ich glaube das ist mein sechstes Mal bei Artig – vom Verstand her, vom Umsetzen her, vom Tänzerischen sowieso … Also wir haben vor allem in diesem letzten Jahr sehr viel Erfahrung gesammelt.
ARTIG SAGT Apropos Veränderung – bei euch geht es ja um zwischenmenschliche Kommunikation, findest du, sie hat sich in den letzten Jahren stark verändert?
MIRO Also ich kann mich daran erinnern, dass, als ich die Julia zum Beispiel nicht kannte, war sie mir nicht so sympathisch, aber innerhalb der ganzen Jahre sind wir schon echt zusammengewachsen und sie ist für mich eine Vertrauensperson geworden.
ARTIG SAGT Und wie ist es mit der allgemeinen Kommunikation im Bezug auf Medien? Ihr sagt ja betont, dass es in eurem Stück eben nicht darum geht, sondern um die zwischenmenschliche Ebene.
MIRO Ich finde es ist momentan – ich denke speziell bei den ganzen Jugendlichen was die Kommunikation via Medien angeht – sehr stark. Es beläuft sich irgendwie alles auf facebook, oder twitter … Und privat, wenn man sich dann trifft, habe ich das Gefühl – also bei mir persönlich nicht – aber dass man sich dann nichts zu erzählen hat. Es läuft alles irgendwie übers Internet oder übers Handy.
ARTIG SAGT Wie stellt ihr denn die zwischenmenschliche Kommunikation in eurem Stück dar?
MIRO Wie stellen wir das dar … Wir haben ja gewisse Einschränkungen: die wären blind, gehörlos und stumm. Und damit stellen wir dar, dass wir uns in diesem Stück treffen und uns gegenseitig über diese Behinderung hindurch helfen. Es ist jetzt nicht so, dass wir uns mit Behinderungen beschäftigt haben, es ist ja viel mehr eine Einschränkung; so, dass wir uns das weggenommen haben und ja … Kommunikation insofern, dass wir trotzdem miteinander agieren, obwohl jeder eine gewisse Einschränkung hat. Im Laufe des Stücks wird sich dann herausstellen, dass das klappt.
ARTIG SAGT Und zum Schluss wüsste ich noch gerne einen Geheimtipp – was sollte sich der Zuschauer beim Festival unbedingt ansehen?
MIRO Was sie unbedingt sehen sollten, finde ich, von Safet und Cate das Stück „Tanzcollage – moving bodies“. Mich hat es sehr berührt auf jeden Fall.
ARTIG Miro, danke dir für das Interview und viel Glück und Erfolg bei eurer Premiere!
Fotos: Alexander Graf und Katja Panyutina




