Rezensionen

3-2-1 IGNITION – FEEL EAST // Tonhalle // 02.06.11

Von Claudia Lapin

3-2-1 Feel East

Wenn derzeit das Stichwort „Japan“ fällt, denkt jeder unverzüglich an die verheerende Katastrophe in Fukushima. Umso erstaunlicher war es, dass von diesem Ereignis am heutigen Abend weder etwas zu hören noch zu spüren war.

Am 31. Mai hüllte sich die Tonhalle somit im Rahmen der Musikreihe „3-2-1 IGNITION“ in fernöstliche Klänge. Wer nun lediglich an melancholische Koto-Musik (traditionelles japanisches Musikinstrument) denkt, der irrt: Das Motto „Feel East“ interpretierten die Düsseldorfer Symphoniker nämlich auf eine moderne und sehr jugendfreundliche Weise.

Zwar konnten die vorwiegend jungen Zuhörer ebenfalls in den Genuss der Koto-Klänge (gespielt von Makiko Goto) kommen, wurden dann jedoch ebenfalls in die Welt der japanischen Computerspiele entführt. Unverkennbar waren die Titelmusik von „Zelda“, „Pikmin“ und „Tetris“. 
Überraschend war vor allem, dass bei diesen Stücken nicht nur das Orchestra auf ihren Instrumenten spielte, sondern parallel ebenfalls die Spiele selbst, von einem „Computerfreak“ durchlaufen wurden. Dies wurde dann auf eine große Leinwand übertragen, so dass die Zuschauer das Gefühl hatten, sie selbst seien die Spieler. 
Dass dieses Konzert jedoch keines von denen war, bei denen man sich in seinen Stuhl setzt und zwei Stunden am Stück den scheinbar niemals endenden Stücken lauscht, war jedem bereits klar, als Michael Becker mit seiner Moderation begann. Die lockere Atmosphäre, ließ die jungen Zuschauer sogar vergessen, dass sie während des Programms Sprach- und Erdkunde-Unterricht bekamen.

Auch wenn sich an diesem Abend alles um das Thema Japan drehte, ließ er mich doch für einige Stunden vergessen, was gerade in Japan vor sich geht und ermöglichte mir, mich auf die schönen Dinge Japans zu konzentrieren. Denn immerhin ist Japan immer noch ein Land mit einer fantastischen Kultur und genau dies rief die IGNITION den Zuhörern wieder ins Gedächtnis.