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HELDEN

Kim Willems

In dem Theaterprojekt ‚HELDEN’ bildet die kapitalistische und konsumorientierte Weltordnung den politischen und ökonomischen Rahmen. In diesem Rahmen, in dieser Welt, leben und agieren sechs Menschen. Jeder von ihnen trägt seine eigene Biografie und seine eigene, persönliche Geschichte mit sich herum. Doch unsere heutige Zeit birgt komplexe Probleme mit denen sich die Menschen, insbesondere die jetzt Heranwachsenden, konfrontiert sehen; Wo gehe ich hin? Wodurch werde ich getrieben? Bin ich wirklich so frei wie es unsere ‚informierte’ und ,aufgeklärte’ Welt in den Medien und auch in anderen Bereichen oft darstellt? Wer bin ich in dieser Welt?

Diesen Fragen kann nachgegangen werden doch oftmals kommt es erst gar nicht dazu. Jeder Mensch ist auf der Suche nach einem Sinn oder einen Weg für sich zu finden. Doch unsere heutige Welt lässt dies zu einer Herausforderung für jeden werden. Durch unsere wirtschaftlich-ökonomische Abhängigkeit wird uns oft eine falsche Sinngebung propagiert. Es wird einem eingeredet dass man sich bestimmte Leben, ja sogar Lebensgefühle erkaufen kann. Es werden ganze Lebensbilder konstruiert die wir leben können, doch oft sind diese Lebensbilder weit weg von wirklicher Menschlichkeit. Die Menschen sollen passiv angepasst werden denn dann sind sie leicht manipulierbar. Jeder wird von dieser Anpassung geprüft. Diese Anpassung gekoppelt mit der immer größer werdenden Anonymität und dem Mißtrauen, unterdrückt unsere wirklichen Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste. Es wird immer schwieriger auf den anderen einzugehen weil keiner zu viel von sich preisgeben will und oft nur seine eigene Wahrheit sehen will. Diese gesellschaftliche Entwicklung ist sehr gefährlich, denn der Mensch ist auf den anderen Menschen angewiesen und wenn er zu viel unterdrückt und sich seine Potenziale nicht entfalten können wird er unbefriedigt und es stauen sich Aggressionen. Aggressionen sind die Mütter aller Kriege. Es ist also sehr wichtig sich dem anderen vorzustellen.

In meinem Projekt möchte ich zeigen wie die Menschen mit solch einer Welt umgehen. Wie sie leben und was passieren kann wenn man sich nicht mehr dem anderen vorstellt. Und was macht einen Helden in unserer heutigen Zeit aus? Vielleicht ist es einfach, seinen eigenen Weg zu finden und sich dabei treu zu bleiben.

Ich habe mich entschlossen kein Drehbuch zu schreiben, sondern dass Drehbuch durch eine Gruppe von sechs Jugendlichen entstehen zu lassen, da es schließlich auch Sie sind die in dieser Welt leben. Ich finde es authentischer und zugleich auch sehr spannend. Als Inspirationsquelle dient eine Geschichte die ich geschrieben habe. Sie handelt von einem Jungen der unzufrieden ist und nicht so ganz mit der Welt klar kommt, in der er lebt. Eines Tages bricht er aus seiner Alltagswelt aus und begibt sich auf ein Abenteuer der Selbsterkenntnis. Diese Geschichte hat sehr viel mit mir selbst zu tun. Ich habe sehr viel an ihr gearbeitet und mir die aufgeworfenen Fragen versucht zu beantworten. Ich habe quasi an meiner eigenen Geschichte gearbeitet und ich bin daran gewachsen, da ich mir selbst näher gekommen bin und mich besser verstehe. Dadurch das ich den Projektteilnehmern diese, meine Geschichte nun gebe stelle ich mich ihnen vor. Mein Job ist es innerhalb dieser Arbeit einen Rahmen zu schaffen, indem sich die Teilnehmer ausprobieren können und der Welt-Menschbeziehung näher kommen können. Ich möchte mit ihren Geschichten arbeiten. Dies stellt an beide gleichermaßen hohe Anforderungen, denn Sie müssen sich mir öffnen und ich muss behutsam und sensibel mit ihren Geschichten umgehen. Wenn wir das schaffen gibt es einen Einklang von Form und Inhalt, was der Idealfall wäre.