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Theatersport

29.10.2009 19:30h


Die Darstellung von Spaghetti al dente, Tod durch Wattestäbchen oder die Kreation eines neuen Hip-Hop-Songs stellen das Improvisationstalent der Schauspieler knallhart auf die Probe - alles ist Premiere, nichts geprobt. Was nicht gefällt, fällt gnadenlos durch, denn die Zuschauer stimmen darüber ab, welches Team als Sieger aus dem Improvisationswettkampf hervorgeht. Hohe Interaktivität zwischen Publikum und Bühne garantieren ein Theatererlebnis der ganz besonderen Art. Und ganz nebenbei erfahren wir, wer sich am Ende der Spielzeit Theatersport- Stadtmeister nennen darf.

Quelle und Bildnachweis: http://www.duesseldorfer-schauspielhaus.de

Rezension

Geschrieben von: Lara Tiede

5 Sterne

Theatersport – das ist schnelles Theater zum Anfassen, zum Mitgestalten, zum Mitreißen.

Am Donnerstag hieß es im Jungen Schauspielhaus wieder: Theatersport. Das Theaterspiel als Wettkampfdisziplin. Über Sieg und Niederlage entscheidet allein der Zuschauer. Und er entscheidet noch mehr: Die Vorlagen der Improvisationen. Ob Schauplätze, Filmgenre, Schlusssätze, dringend benötigtes Organ für den Menschen – diese Fragen gehen immer an den Zuschauerraum. Und dann kommt es schon mal zu einer „Dauerbreit-Drüsen-Einpflanzungs-OP“ in Köln, Ärzte mit entsprechendem Akzent und einer Zuschauerin als wandelndes Requisit, in diesem Fall als OP-Besteck, Drüse, Atemmaske, Patienten-Befragungsschreiben. Da sind Lacher am laufenden Band vorprogrammiert.

Moderator Tom leitet dabei kurzweilig durch den Abend, erklärt die Improvisationsspiele wie Wachsen und Schrumpfen, Filmgenre-Zapping und Schreibmaschinenspiel. Den Teams bleiben immer nur wenige Sekunden, um sich zu besprechen und Ideen zu entwickeln, wie die Vorgaben einzubauen sind. Dann geht es los. Die Zuschauer zählen den 5-Sekunden-Countdown und rauf auf die Bühne. Beide Teams – „Weihnachtsspeck“ und „Mary’s Christmas Group“ – überzeugten dabei mit ihren sekundenschnellen, kreativen Einfällen. Doch die Spielregeln sind streng. Strafpunkte gibt es für nicht eingehaltende Vorgaben und die Verwendung von Fäkalsprache. Das kostete der Weihnachtsgruppe um Marie schließlich ganz knapp den Sieg. Doch im Grunde gab es an diesem Abend ausschließlich Sieger – alle Performer haben geglänzt, das Publikum war durchweg begeistert, ein Sieg dem Improvisationstheater.

Kommentar

Geschrieben von: Artiom Miziouk

15.03.2009 14:13:59

Vielleicht ist ja Theatersport, ganz im Sinne Johannes Ittens, der gewöhnliche Prozess des schöpferischen Menschen. Der Gedanke des Expressionismus ist im Theatersport enthalten, das bedeutet die sehnsuchtsvolle, unmittelbare Suche der inneren Wirklichkeit! Es geht nicht um Sinn oder Sinnlosigkeit, sondern um den Selbstzweck als Endziel, um das Göttliche! Ich glaube, dass ich es jetzt besser verstehe. Aber, wer weiß?
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Geschrieben von: Sven Tillmann

03.03.2009 14:44:44

Das Stichwort heißt "Unterhaltung". Eine Sache, die, meiner Meinung nach in der bildenden Kunst vielleicht auch öfters mal vergessen wird. ICH weiß nicht, warum man in allem einen höheren künstlerisch-kritischen Wert sehen muss. Zudem ist gerade das tolle an Theatersport, dass ein Team, wenn es denn will, jeden beliebigen Inhalt in eine Szene legen kann und somit die Möglichkeit hat, auch kritische Themen zu hinterfragen. Außerdem beweist Theatersport den Freigeist und die Kreativität eines jeden Menschen, denn eigentlich kann jeder für sich Geschichten spinnen, was einem spätestens dann auffällt, wenn man im Publikum sitzt und sich eine Szene ganz anders zuende denkt. Durch das Mitfiebern mit den Teams wird sozusagen die eigene Fantasie angekurbelt. Das ist zumindest meine Meinung.
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Geschrieben von: Artiom Miziouk

19.12.2008 14:38:17

Was kann die Aufgabe in der Kunst von Theatersport sein? Gibt es denn diese oder ist es bereits gewerblich? Ich weiß nicht warum man sich dafür so begeistert.
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