Danica Dakić
29.08.2009 - 08.11.2009
Die Kunsthalle richtet der in Düsseldorf lebenden bosnischen Installations- und Videokünstlerin Danica Dakić (*1962) eine Einzelausstellung aus. Danica Dakić beschäftigt sich in ihren Filmen, Fotoarbeiten, Video- und Soundinstallationen mit den kulturellen, politischen und geografischen Parametern von Sprache und Identität. Aus ihrer Migrationserfahrung heraus thematisiert sie die Konstruktion von Identität und Heimat durch Krieg, gesellschaftliche Veränderungen und Globalisierungsprozesse. Dakić, die 2007 auf der documenta 12 vertreten war, zeigt ihr vielfältiges Werk zum ersten Mal in großem Umfang. Die Ausstellung wird im Anschluss im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb gezeigt.
Quelle: http://www.kunsthalle-duesseldorf.de
Foto (Ausschnitt): Danica Dakić
El Dorado, 2007
C-Print, Aludibond
© VG Bild-Kunst, Bonn
Rezension
Geschrieben von:
Valerie Heeks
Beim Eintritt in die Kunsthalle fällt einem als Erstes ein großer Bildschirm auf. Hier sieht man eine Tänzerin, die zu spanischem Sprachgesang ihr Warm up vollführt, und zwar auf der „Plaza de las Culturas“ in Mexico City. Damit gelingt der bosnischen Künstlerin ein guter Einstieg.
Einmal die Treppe hoch, und weiter geht's mit der Ausstellung. Etwas verloren hängen an den Wänden einige Fotografien, die wirklich interessant sind, die man sich auch gut und gerne etwas länger anschaut. Allerdings sollte man das triste, aber aufschlussreiche Hand-out nicht vergessen, dass am Eingang zu den Räumen zu finden ist. Denn andernfalls fehlt einem jegliche Erklärung zu den Bildern.
Um die Videos der zur Zeit in Düsseldorf lebenden Künstlerin zu sehen, muss man schon etwas suchen. Versteckt hinter kleinen Eingängen, oft auch noch mit einem Vorhang verdeckt, finden sich dann kleine Räume, in denen die – sagen wir mal – mittellangen Filme gezeigt werden. Diese bieten dann auch Erkenntnis zu den Fotografien, zu den abgebildeten Personen und Umständen. In einem etwas abgesonderten Raum gibt es neben weiteren Fotografien auch ein Video, dass man sich im Liegen anschaut. Im Mittelpunkt fast aller Werke steht die soziokulturelle Brisanz im Kosovo, aber auch multikulturelle Gegenüberstellungen und Jugendarbeit finden ihren Platz in den Arbeiten Dakics.
Weiter geht's eine Etage höher mit dem kleineren Teil der Ausstellung. Hier scheint eher der multikulturelle Aspekt im Vordergrund zu stehen, allerdings fand ich es dort eher – unspektakulär. Etwas Musik, noch weitere Videos und eine „Tableau vivant“, eine Art Portrait, auf dem Personen immer wieder verschwinden und auftauchen. Die Videos hier sind eher weniger erklärend, sondern zeigen zum Beispiel mit Masken verkleidete Menschen bei verschiedenen Aktivitäten oder auch ein in Düsseldorf aktive bosnische Tanzgruppe, die traditionelle Tänze in mittelalterlichen Kostümen vollführt.
Insgesamt hat mir die Ausstellung gut gefallen, besonders der erste Teil. Schön war die Abwechslung zwischen den Werken und ihr Vielseitigkeit. Wer also mal einen Nachmittag frei hat, der kann sich die wirklich nett anzusehende Ausstellung ruhig anschauen und ein wenig über kulturelle Unterschiede sinnieren.
Kommentar
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