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Der futurologische Kongreß

26.09.2010
29.09.2010
30.09.2010


Kleines Schauspielhaus

Raumfahrer Ijon Tichy nimmt am Achten Futurologischen Weltkongress in der Hauptstadt des Bananenstaates Costricana teil. Dieser findet im hundertsechsstöckigen Hilton-Hotel statt und hat die wachsende Überbevölkerung der Erde zum Thema. Doch in den Straßen bricht ein Aufstand der unzufriedenen Bevölkerung gegen das herrschende Militärregime los, den die Regierungstruppen mit "Benignatoren", chemischen Beruhigungskeulen, bekämpfen. Tichy flüchtet mit einer Sauerstoffmaske in die Kanalisation und wird dort von Regierungssoldaten schwer verletzt. Geheilt wacht er im Jahr 2039 wieder auf. Obwohl die Weltbevölkerung inzwischen auf 30 Milliarden angewachsen ist, ist die Erde ein Idyll: seit dreißig Jahren herrscht Friede, es gibt kaum noch Militär, alle leben im Wohlstand. "Psychemikalien" sorgen für innere Zufriedenheit. Doch hinter dem Idyll schlummert eine andere Wahrheit.

Der polnische Schriftsteller Philosoph und Essayist Stanislaw Lem (1921-2006) zählt zu den bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der Welt. Seine Romane und Erzählungen gehen in ihrer inhaltlichen Tiefe, ihrem verschwenderischen Ideenreichtum und sprachlichen Witz weit über den üblichen Standard dieses literarischen Genres hinaus. So sind Kritik und Zweifel am technisch Machbaren stets Bestandteil seiner Werke, hinterfragen oft den gesellschaftlichen Status quo, überhöhen ihn und führen ihn mit den Mitteln des philosophischen Diskurses ad absurdum. Der futurologische Kongress, 1971 veröffentlicht, gehört zu seinen bekanntesten Erzählungen. Mit seiner Dystopie einer durch den flächendeckenden Einsatz von psychogenen Waffen und Halluzinogenen manipulierten Gesellschaft, in der sich Wirklichkeit und Schein nicht mehr unterscheiden lassen, zeichnete Lem eine düster-sarkastische Vision unserer Zukunft, dessen Grundidee u.a. von den Matrix-Filmen 30 Jahre später aufgenommen wurde.

Quelle: http://www.wuppertaler-buehnen.de/




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