Turbostaat
13.05.2010 20:30h
Erfolg - was ist das? Einen Majordeal zu bekommen? Wenn die Eltern dir plötzlich auf die Schultern klopfen, weil ja nun doch irgendwas aus dir geworden ist? Oder vielmehr, einen geraden Rücken zu behalten, weil du bei all dem du selbst geblieben bist? Nachdem TURBOSTAAT mit ihrem dritten Album Vormann Leiss bei Same Same But Different/Warner Music gelandet waren, blieben die Wasser erstaunlich ruhig. Das übliche „Ausverkauf“-Geschrei hielt sich in Grenzen, die Leute „draußen“ merkten schnell, dass sich eigentlich nichts verändert hatte. Die Clubs waren besser gefüllt, plötzlich standen Festivals auf dem Plan, und die Musik hatte nichts von ihrem Biss verloren. Die Tourpläne liegen immer noch in der Hand von TURBOSTAAT, ebenso die Produktionder Vinyl-Editionen und alles, was die Band selbst angeht. Erfolg heißt auch, dass man es schafft, nach wie vor vollkommen freie Hand zu haben. Ein Grund mehr für TURBOSTAAT, sich im Deal mit SSBD/Warner wohl und gut aufgehoben zu fühlen. Wenn sich beim Island Manøver also etwas verändert hat, dann das, was Jan, Marten, Tobert, Peter und Rotze mit sich selbst abmachen.
Quelle: zakk
Bildnachweis: Moses Schneider
Rezension
Geschrieben von:
Judith Heese
Momentan alle Musikmagazine betitelnd, begeben sich Turbostaat in diesen Tagen auf große Tour. Anlass ist ihr neues Album „Island Manöver“, welches in der altbewährten Tradition der Punkpoesie steht. Verschachtelte Texte, sperrige Melodien und trotzdem geht’s mitten rein in Herz und Hirn!
Da waren die Erwartungen auf den Abend im Zakk groß. Und dem Ruf, der ihnen in Uncle Sallys, Visions etc. aufgestempelt wurde, konnten die 5 Jungens aus Flensburg gerecht werden.
Der erhoffte Opener „Guten Tag“ blieb aus, dies sollte der Stimmung jedoch keinen Abbruch tun. Nachdem die Vorband recht uninteressant und als bloße Kopie des Hauptacts durchging, konnten Turbostaat ein astreines Konzert hinlegen: Eingefleischte Fans in der ersten Reihe, jede Textzeile mitsingend/schreiend gaben das nötige Selbstbewusstsein, um auch den Rest des Publikums mitzunehmen. Und das ließ sich bereitwillig darauf ein! Schwer fiel das nicht, denn die Band machte so eine Stimmung auf der Bühne, dass keiner nicht mindestens mit einem Körperteil mitwippte.
Mit zwei Zugaben wurde das Publikum belohnt und durfte noch einige Minuten länger hören, was Turbostaat zu bieten hat: nämlich eine wahnsinnige Live-Energie gepaart mit tief gehenden Texten, die sehr viel Raum lassen für die eigenen Gedanken. Meine Band des Frühlings!
Kommentar
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