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The killer in me is the killer in you my love

18.03.2010 20:00h


THEATERGRUPPE AM GOETHE:
THE KILLER IN ME IS THE KILLER IN YOU MY LOVE von ANDRI BEYELER

Im Rahmen der Schultheatertage am FFT 2010

Jugendliche verbringen den Sommer im Freibad. Andere treffen sich nachts an einer Bushaltestelle und ringen gefährlich und verzweifelt um Momente der Liebe. Orientierungslos und hilflos taumeln die zufällig aufeinan- dertreffenden Jugendlichen durch eine scheinbar kalte Welt, beschimpfen sich, streiten, reden aneinander vorbei. Monologe überwiegen und zeigen eine Vereinzelung und Vereinsamung. Einsamkeit kennen alle. Auch die Jugendlichen.

Mit: Martin Dübner, Julia Denkhaus, Alina Döblitz, Jessica Driesch, Nesrin Esen, Yasemin Güclüoglu, Andrea Haack, Jan Langenhorst, Jenny Janssen, Amira Laws, Janna Linz, Malin Martin, Dejan Mikic, Julius Schauf, Irina Schmitz, Damjan Stojkowski, Yester Yelegen, Fabian Weinert
Spielleitung Ben Gageik, Denise Handte, Marius Menschel, Petra Reuffer, Achim Raven, Sinem Spielberg, Michael Stieleke, Yannic Vetter
Licht- und Tontechnik Mert Cimen, Thomas Hollkott, Damjan Stojkowski, Yannic Vetter


Rezension

Geschrieben von: Antonia Alessia Virginia Beeskow

4 Sterne

Man unterscheidet: Schultheater und Schultheater am Goethe. Es gibt Schultheatergruppen und Schultheateraufführungen, da kann man froh sein, wenn das Gesprochene über die ersten Reihen reicht, die Auswahl der Stücke ist dann meist auf belanglose Unterhaltungskomödien oder „Romeo und Julia“ beschränkt. Das Goethe-Gymnasium traut sich da mehr zu, spielt Don Karlos, Medea von Euripides.

Das neueste Projekt der Theatergruppe der Stufen 11 bis 13 heißt „The Killer in me is the Killer in you my Love“, eine Adaption des gleichnamigen Stückes. Es ist in drei Ebenen unterteilt, die alle ineinander und miteinander agieren und doch immer unter sich bleiben. Da ist einmal das Schwimmbad, Treffpunkt der Jugendlichen Lena, Hanna, Surbeck, Gerber und seiner jüngeren Schwester. Hier dreht sich alles um die erste Liebe zwischen Hanna und Gerber, die sich zuerst heimlich Briefe schreiben. Um Surbecks heimliche Schwärmerei für Hanna und Lenas Probleme mit ihrem Gewicht, das sie doch und wieder nicht unter Kontrolle hat. Die zweite Ebene spielt sich an einer Haltestelle ab, an der die Figuren vergeblich auf den nächsten Bus warten. Im Dialog, der doch eher Monolog zu sein scheint, sprechen sie über ihre Ängste, Wünsche und Träume bezüglich Liebe und Sex. Ein übereifersüchtiger Partner, eine schrullige Callcenter-Telefonistin, eine von der Liebe Enttäuschte und ein Typ, der auf seine Verabredung wartet. Alle suchen nach Anerkennung, dem richtigen Partner, dem Haltegriff sozusagen. Und dann gibt es da noch die Geschichte von Schneewittchen auf der Suche nach den sieben Zwergen und dem Tod in Gestalt des Jägers. Diese Sequenz lehnt sich an das „Prinzessinnendrama“ von Elfriede Jelinek und behandelte das romantische Märchen, in dem die Prinzessin mit ihrem Prinzen am Ende von dannen zieht, auf sehr zynische Art und Weise: Schneewittchen, kokett aber außerordentlich dumm, sucht „in für den Wald unpassender Kleidung“ dem Urteil des Tod-Jägers nach nach ihren Zwergen. Diese werden durch einen einzigen etwas polemischen „Zwerg“ verkörpert, der hinter Schneewittchen her ist. Es folgt ein Monolog der drei Protagonisten, Schneewittchen, Tod-Jäger und Zwerg, der sich doch sehr kritisch mit der Suche nach dem Sinn, der Wahrheit und überhaupt, dem eigenen Platz auseinandersetzt. Zum Schluss siegt der Tod, erlegt mit einer Portion Apfelmus das arme Schneewittchen, die vom Zwerg nicht ganz unbemeckert weggeschafft wird – „Immer muss ich den Dreck anderer Leute wegmachen!“

„The Killer in me is the Killer in you my Love“ ist ein Aufschrei nach Liebe, Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit, Liebe und nicht nur die Erste. Die Version der Goethe-Truppe gefiel mir ziemlich gut, war nicht so plump wie andere Jugendstücke! Leichte Nervosität ließ sich von manchen Gesichtern und Hin- und Hergetrippel ablesen, was aber sehr verzeihlich ist (-:

Ich freu mich schon auf euer nächstes Stück, Goethe-Gymnasium!

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