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Robert Mapplethorpe

06.02.2010 - 15.08.2010


Die Ausstellung im NRW-Forum umfasst alle Bereiche Mapplethorpes Schaffen wie Portraits und Selbstportraits, Homosexualität, Aktfotografien, Blumenaufnahmen und als Quintessenz die fotografischen Aufnahmen von Skulpturen; sie schließt die frühen Polaroids ein. Die Ausstellung ordnet die Fotografien nach Themen wie Selbstportraits einschließlich jener berüchtigten Aufnahme, die ihn mit einer in seinen Anus eingeführten Bullenpeitsche zeigt, und geradezu poetischen Aufnahmen seiner Gefährtin Patti Smith; den Fotografien schwarzer Männer versus weißer Frauen, wie der Bodybuilderin Lisa Lyon; der Gegenüberstellung von Penissen und Blumen, die Mapplethorpe in einem Interview selbst provozierte: »… I've tried to juxtapose a flower, then a picture of a cock, then a portrait, so that you could see they were the same.«; und schließlich jenen Aufnahmen von klassischer Schönheit, die sich an den Skulpturen der Renaissance orientierten, sowie den beeindruckenden Portraits von Kindern und Berühmtheiten seiner Zeit.

Diese Zusammenstellung zeigt Robert Mapplethorpe - bei allen offensichtlichen Rückgriffen auf die Schönheitsideale der Renaissance wie auf die fotografische Historie von Wilhelm von Gloeden bis Man Ray - als einen Künstler, der in seiner Zeit verankert ist; seine Zeitgenossen sind Andy Warhol und Brice Marden; Polaroids sind in den 1970er Jahren das Medium der Wahl und die Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität ist bei vielen Künstlern - etwa Vito Acconci oder Bruce Nauman - ein Thema, das zentral für einen gesellschaftlichen Wandel war. Vor allem aber entwickelt Robert Mapplethorpe einen eigenen fotografischen Stil, der den Idealen von Perfektion und Form huldigt. »I look for the perfection of form. I do this in portraits, in photographs of penises, in photographs of flowers.«. Die Präsentation auf schneeweißen Wänden trägt dieser Betrachtung Rechnung und führt weg von der verschämten Boudoir-Präsentation auf flieder- und lila-farbenen Wänden, wie sie jahrelang die Ausstellungen Mapplethorpes beherrschten, und öffnet den Blick für eine eher konzeptionelle, minimalistische Betrachtung der Werke.

Die Auswahl von 150 Fotografien umspannt frühe Polaroids von 1973 bis hin zu seinen letzten Selbstportraits aus dem Jahr 1988, die ihn bereits gezeichnet vom nahen Tod zeigen, und präsentiert viele bekannte, geradezu ikonische Motive aber auch bislang nie oder nur selten gezeigte Arbeiten. Sie schöpft aus dem Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation


Quelle (Ausschnitt): http://www.nrw-forum.de/ Pressetext

Rezension

Geschrieben von: Klara Schneider

5 Sterne

Robert Mapplethorpe gilt als radikaler Künstler im Bereich der Fotografie. In den späten 70er und den 80er Jahren schuf er – laut des amerikanischen Kritikers Arthur C. Danto – “einige der schockierendsten – und gefährlichsten – Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte”. Selbst nach seinem tragischen Aidstod im Jahre 1989 sorgten seine Bilder für einen Aufschrei der Öffentlichkeit und die Forderung nach Zensur wurde laut. Grund dafür waren die sexuellen Inhalte seiner Fotografien, die er auch selbst teils als pornographisch empfand: Gegenüberstellungen von Blumen und erigierten Penissen oder einfach nur Großaufnahmen von “Cocks”,
150 dieser skandalträchtigen Werke sind nun noch bis 15. August im NRW-Forum zu sehen. Die in Schwarzweiß gehaltenen Fotos sind weitläufig in den kargen Räumen verteilt und zu verschiedenen Kategorien geordnet. Zu sehen ist ein großes Spektrum von Themen, angefangen bei Selbstporträts und den erwähnten Blumen, bis hin zu Aktfotografien oder Fotos berühmter Persönlichkeiten.

Gerade diese Mischung hat die Ausstellung für mich sehr interessant gemacht, auch wenn ich gegen Ende in jeder Blume ein erotisches Symbol entdeckt habe und die Kinderfotografien sehr bedenklich fand. Die “skandalösen” Fotos sind für die heutige YouPorn-Gesellschaft nicht mehr ganz so brisant wie in den 80er Jahren, überzeugen dafür aber durch ihre Schlichtheit und klare Schönheit. Zwei Filmvorführungen, in denen Bekannte und Freunde von Mapplethorpe zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen mit dem Künstler berichten, runden die wirklich interessante Ausstellung ab und geben den Zuschauern einen Einblick in das interessante und leider tragische Leben eines wirklich begabten Fotografen.

Kommentar

Um einen Kommentar zu hinterlassen musst Du eingeloggt sein Geschrieben von: Katja Panyutina

5 Sterne

Anmerkung Redaktion: Die Ausstellung wurde im Rahmen der Nacht der Museen am 08.05.2010 besucht.

„Seine Bilder haben heftige Proteste ausgelöst, amerikanische Gerichte beschäftigt und Kuratoren um ihren Job gebracht: seine radikalen Darstellungen von Nacktheit sind umstritten. Robert Mapplethorpe dominierte die Fotoszene des ausgehenden 20. Jahrhunderts und öffnete den Weg zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform“ (Guide zur Nacht der Museen, S. 48)

Und auch heute noch erregen Sexualität und Nacktheit erstaunlich viel Aufsehen. Bei Filmen wird darüber gestritten, ab wann Pornographie beginnt, immer wieder bekommt man das Thema in den Medien vorgesetzt, kurz und gut, es scheint nie aus der Mode zu kommen.

So bemerkt man auch in der Ausstellung, wohin sich das Interesse der Besucher verlagert. Sie ist auf zwei Flügel des NRW-Forums verteilt, pro Hälfte jeweils zwei Themengebiete. Eines heißt „Cocks and Flowers“ – auf der einen Wand wunderschöne Blumenbilder, auf der anderen Fotos von Penissen – nicht erotisierend, aber durch das Spiel von Licht und Schatten sehr ästhetisch abgebildet. Man muss wohl nicht lange nachdenken, um zu erraten, an welcher Wand sich mehr Menschen tummeln. Manche lachen, manche haben wenig Verständnis für inszenierte Genitalien. Dabei sind die Bilder wirklich sehr ästhetisch und nicht zu vergleichen mit Ich-knipse-den-Frauen-unters-Röckchen-und-nenne-es-dann-Kunst-Fotos.

Natürlich sind manche Bilder in der Ausstellung auch fragwürdig, z.B. ein Selbstportrait, bei dem Mapplethorpe sich selbst mit einer Peitsche im Rektum ablichtet – gut gemacht sind sie trotzdem.

Außerdem sind nicht nur die „skandalösen“ Bilder spannend anzusehen – es gibt ja schließlich nicht nur ein, sondern vier Themengebiete in der Ausstellung. Portraits von Berühmtheiten wie Donlald Sutherland oder Annie Leibowitz zeugen vom Zeitgeist in Mapplethropes Schaffenszeit, in der Abteilung „Black Men and White Women“ kontrastieren schwarze und weiße Hautfarbe miteinander. In diesem Themengebiet stehen wieder Körper, aber auch Gesichter im Vordergrund. Auf einem der Bilder sieht man einen Körper, der mit inzwischen trockener, abbröckelnder weißer Farbe bedeckt ist – ein sehr schöner optischer Effekt.

Schön ist es auch, dass die Ausstellung so schlicht gehalten ist: in schlichten Rahmen auf weißen Wänden kommen die ausschließlich schwarzweißen Bilder gut zur Geltung. Aber nicht nur für Optik, sondern auch für Info ist durch Text an den Wänden gesorgt. Der einzige Nachteil (so zumindest bei der Nacht der Museen) ist, dass es in den Räumen bei so vielen Besuchern recht stickig ist.

Man sollte sich die Ausstellung auf jeden Fall ansehen, denn die Bilder sind unglaublich ästhetisch, und bieten einen spannenden Überblick über das Werk eines bekannten Fotografen. Man braucht auch keine Angst zu haben, einen halben Tag in der Ausstellung zu verbringen (für manche ja keine schöne Vorstellung), denn sie ist relativ schnell durchgesehen, weshalb sie sich auch super in die Nacht der Museen einreiht. Und wie immer bei umstrittenen Bildern oder Kunstwerken ist es lustig anzusehen, wie anziehend „skandalöse“ Themen im Endeffekt doch sind – nicht umsonst stehen so viele Leute vor einer bestimmten Wand.

Kommentar

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Ana Torfs ALBUM | TRACKS A

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Mit fünf großformatigen Diaprojektionen, mehreren Fotoserien und einem Gesangsprojekt für das Internet präsentiert K21 einen ersten musealen Überblick über das Werk der belgischen Künstlerin Ana Torfs (geb. 1963, lebt und arbeitet in Brüssel).

Quelle: http://www.kunstsammlung.de/




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Retour de Paris

02.04.2010 - 01.08.2010


Unsere Meisterwerke vom Expressionismus bis heute

Mit der Ausstellung "Retour de Paris" kehrt die Sammlung ins Von der Heydt-Museum zurück. Während bei uns die Monet-Ausstellung im Mittelpunkt stand, fanden Meisterwerke aus unserer Sammlung in den zurückliegenden Monaten immer wieder als Werbemotive Verbreitung: Mit dem Fuchs von Franz Marc warb das Sprengel Museum in Hannover für seine Ausstellung „Marc, Macke und Delaunay“ , Das „Selbstbildnis als Krankenpfleger“ von Max Beckmann wurde im Madrider Museum Thyssen-Bornemisza für die Ausstellung „1914. Die Avantgarde und der große Krieg“ publikumswirksam eingesetzt. Das Musée Marmottan Monet, Paris, zeigte parallel zu unserer Monet-Schau 40 expressionistische Werke unseres Museums unter dem Titel „Fauves et Expressionnistes. Chefs d’oeuvre du Musée von der Heydt“. Das „Mädchen mit Pfingstrosen“ von Jawlensky war großformatig am Museumsgebäude zu sehen. Nachdem die Ausstellung unserer Meisterwerke in Paris mehr als 100.000 Besucher angelockt haben, sind die Fauvisten und Expressionisten nun wieder zurück, für die das Von der Heydt-Museum berühmt ist!

Ab dem 2. April ist wieder eine Auswahl hochkarätiger Werke aus eigenem Besitz zu sehen. Lag der Schwerpunkt der Sammlungspräsentation im zurückliegenden Jahr auf Werken des 19. Jahrhunderts, so erweist sich die aktuelle Neupräsentation nun für den Besucher als Zeitreise durch die Kunst des 20. Jahrhunderts. Die chronologische Hängung beginnt mit Cézanne, Gaugin und van Gogh. Es folgen die Fauvisten und deutschen Expressionisten. Nicht allein die Franzosen oder der ausgezeichnete Bestand an expressionistischer Malerei und Grafik machen aber den Ruhm der Von der Heydt-Sammlung aus. Gerade auch die Malerei, die zwischen den beiden Weltkriegen entstand, ist in einer Vielfältigkeit zu erleben, wie sie in kaum einem anderen Museum zu finden ist. Die Maler der Neuen Sachlichkeit gehören dazu, darunter Otto Dix, Georg Scholz oder Heinrich Maria Davringhausen, die Gemälde aus dem Künstlerkreis der Kölner Progressiven genauso wie die verschiedenen Konzepte gegenstandsloser Kunst.

Im Shed-Saal wird die Malerei der fünfziger Jahre (Nay, Schumacher, Brüning) mit den vielen Variationen figurativer und abstrakter Malerei konfrontiert, die in der 2. Jahrhunderthälfte entstand. Klapheck, Robert Indiana, Warhol, Polke und Richter gehören hier zu den illustren Namen. Und es sind natürlich viele der großen, singulären Künstlerpersönlichkeiten, die sich jeder Kategorisierung, entziehen: Max Beckmann steht für die erste Jahrhunderthälfte, Francis Bacon für die zweite, und weder auf die erste noch auf die zweite Jahrhunderthälfte lässt sich Picasso Oeuvre festlegen.

Es ist uns auch im vergangenen Jahr gelungen, die Sammlung zu erweitern. Erstmalig präsentieren wir das Gemälde von Otto Dix, "Wald am Morgen", entstanden 1940 am Bodensee, wohin Dix, der unter den Nazis als "entarteter Künstler“ galt, sich ab 1936 zurückgezogen hatte. Das Gemälde wurde dem Museum erst kürzlich aus Privatbesitz geschenkt. Eine Auswahl von Arbeiten Otto Dix’ aus der grafischen Sammlung erweitert den Einblick in das Schaffen dieses engagierten Künstlers. Und noch ein weiterer Schatz der grafischen Sammlung, der an andere Museen ausgeliehen war, ist wieder bei uns ausgestellt: die Aquarelle von Paul Klee.

Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts spiegelt sich in weiteren Neuankäufen und Dauerleihgaben. Dazu gehören Stücke aus dem bereits im vergangenen Jahr gezeigten „Klaus Rinke-Block“, sowie die Künstler Daniel Behrendt, Daniel Lergon, Jan Albers und Tilo Baumgärtel. Bei der Heterogenität heutiger Kunst legitimiert sich das Konzept, die Sammlungserweiterung auf den bereits im Museum vertretenen Richtungen von Figuration und Abstraktion aufbauen zu lassen.

Quelle: http://www.von-der-heydt-museum.de/




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Das klassizistische Gebäude von Johann Peter Creme (...)

Le grand Geste!

10.04.2010 - 01.08.2010


Informel and Abstract Expressionism, 1946-1964

1959 erreichte die gestisch-abstrakte Malerei auf der documenta II in Kassel einen Höhepunkt. Vierzehn Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde hier eine zentrale Tendenz der Malerei gefeiert, die sich als ein die westliche Welt umspannendes internationales Phänomen präsentierte. Mit dieser documenta sowie einer großen Tournee des amerikanischen Abstrakten Expressionismus durch mehrere europäische Hauptstädte im Jahr zuvor, erhielt die so genannte informelle Malerei einen gleichsam offiziellen Status. Die Bedeutung der „Abstraktion als Weltsprache“ hatte sich durchgesetzt und etabliert, obgleich sich zur gleichen Zeit bereits neue, z.B. intermediale Tendenzen in der Kunst ankündigten.

Die Ausstellung Le grand geste! im Düsseldorfer museum kunst palast zeichnet fünfzig Jahre später mit 150 Gemälden den Weg und die künstlerische Entwicklung von Informel und Abstraktem Expressionismus nach: ein Weg, der von Frankreich und Amerika durch Deutschland, Italien, Holland, Spanien und andere europäische Länder führte.

Quelle (Ausschnitt): http://www.museum-kunst-palast.de

Bildnachweis: Nay, Ernst Wilhelm
Stunde Ypsilon, 1956
Öl auf Leinwand, 125 x 200 cm
museum kunst palast, Düsseldorf,
Sammlung Moderne Kunst, Foto: Achim Kukulies
© E. Nay-Scheibler, Köln

Rezension

Geschrieben von: Katharina Mannel

4 Sterne

Die große Geste - wenn die Malerei ein Tabula rasa vorfindet

Am 08.04.2010 öffnete der museum kunst palast seine Pforten für seine neue Ausstellung „Le grand Geste! “, mit dem aufschlussreichen Untertitel „1946-1964 Informel and Abstrakter Expressionismus“. Präsentiert werden rund 150 Gemälde und zahlreiche Zeichnungen als „große Gesten“ von 60 Künstlern aus der Zeit zwischen 1946 bis 1964. Weltstars wie Jackson Pollock oder Mark Rothko stehen neben Malern, die heute – zumeist unverdient – fast vergessen sind.

Bevor wir uns der Ausstellung nähern, gilt es als erstes sich mit den Zahlen und Begriffen des Titels vertraut zu machen. 1946: Das erste Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg, die künstlerische Stunde Null. Man kann nicht mehr auf Altbekanntes zurückgreifen, sondern sieht sich gezwungen, eine neue Formsprache zu finden. Etwas, das es noch nicht gab, weil alles schon da gewesene nicht beschreiben könnte, was man in diesen Bildern verarbeiten musste. Erlebte Zerstörung, Destruktion, Desillusionierung und Zerrissenheit waren die Motivation der Künstler hinter den Bildern. Sie suchten nach einer neuen Freiheit im Entstehungsprozess, womit wir auch bei den Begriffen informell und abstrakt wären. Sie beschreiben die Loslösung von Formen und die Konzentration auf das reine Selbst, die reine Emotion, die gebündelt auf der Leinwand zum Ausdruck kommen soll. Bleibt noch eine Frage des Titels offen, wieso 1964? Im Jahr 1964 fertigte Roy Lichtenstein sein erstes Airbrush an, eine Verbindung der Abstraktion und seines neu entwickelten Comicstils und damit auch eine Reflektion des Abstrakten, welches dann auf der Metaebene die Entwicklung neuer Kunstformen beeinflusste.

Die Ausstellung versucht die Bilder in einen Dialog zu stellen und sich in den Aufstand der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg einzufühlen, bleibt aber dabei sehr unpolitisch. Sie klammert die Politik vollkommen aus und konzentriert sich auf die reine Bildsprache. Sie will die künstlerische Entwicklung des abstrakten Expressionismus nachzeichnen, der seinen Höhepunkt auf der Documenta II 1959 in Kassel hatte. Auf der Weltausstellung erhielt die so genannte informelle Malerei einen offiziellen Status und die Abstraktion wurde als Weltsprache gefeiert. Aber konnte man von einer Weltsprache sprechen, wenn sie so amerikanisch motiviert war? Denn die Maler, die gefeiert und gezeigt wurden, waren größtenteils Amerikaner und die abstrakten Werke deutscher Maler wurden kaum ausgestellt. Die Ausstellung schafft es nun, nicht nur die deutsche und die amerikanische abstrakte Malerei, sondern auch die italienische oder französische, in einen neuen Kontext zu stellen. Dabei fordert sie den Betrachter zu einer neuen Interpretation dieses vermeintlichen Esperanto heraus, wenn zum Beispiel Jackson Pollocks „Nr.32“ dem Werk „Scontro di situazioni I, n.1“ (Zusammenprall der Situationen) von Emilio Vedova gegenübergestellt wird. Gegen Vedovas stürmische Zeichen und heftige Striche auf der Leinwand wirkt das Bild Pollocks schon fast geordnet und strukturiert.

Kann ein ästhetisch brisantes Gespräch zwischen den Bildern entstehen? Bei der Wucht hinter den Bildern – ja. Denn was wir sehen, ist die Suche nach einer neuen Ausdrucksform, in dem die Freiheit in der Loslösung von jeglicher Form demonstriert wird. Es sind Werke, die erlebt werden können. Diese große Geste der Malerei erschaffte etwas aus dem Nichts, aus einem Tabula rasa, wurde lebendige Freiheit und reines Gefühl. Dieser Affekt teilt sich uns mit und wir als Betrachter können, wenn wir die Vorstellung einer Figuration in der Kunst überwunden haben, diesen Affekt auch in uns finden. Mal schmiegt er sich an, mal schlägt er mit aller Wucht zu. Die Auswahl der Werke ermöglicht es, sich über die Vorstellung, die man vorher von abstrakter Kunst hatte, hinaus zu entwickeln und sie kreiert neue Dialoge zwischen den Bildern. Aber eines vermag der abstrakte Expressionismus dieser Ausstellung nicht, eine Weltsprache aufzuzeigen, denn dieses Esperanto dürfte nicht so westlich orientiert sein.

Kommentar

Geschrieben von: Artiom Miziouk

15.06.2010 18:59:04

Es geht nicht um Emotionen, um himmels willi! Es geht um Gefühl, das ist doch die große Errungenschaft. Bitte dies zu bedenken!
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Das 1928 eröffnete Museum Kunst Palast ist Teil de (...)

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Ein bläulich silbriger Duft der Ferne - Schirmer in Italien

24.04.2010 - 29.08.2010


Innerhalb der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts gewinnen Freilichtstudien eine wegweisende Bedeutung. Im Oeuvre Schirmers können sie als ein Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens angesehen werden, denn seine Studien aus Italien sind von herausragender Qualität und großer künstlerischer Freiheit.
Erstmals werden alle Studien dieser arkadischen Landschaft aus eigenem Bestand und weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen zusammengeführt. Weitere Gemälde und Zeichnungen Schirmers aber auch seiner Zeitgenossen wie August Lucas, Ernst Fries oder Ernst Willers werden dazu in Vergleich gesetzt. Maltechnische Untersuchungen geben Auskunft über den beschleunigten Malvorgang des Freilichtmalens.

Quelle und Bildnachweis (Ausschnitt): http://www.museum-kunst-palast.de/




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Ruhrblicke: Fotoausstellung im Rahmen der RUHR.2010

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Elf herausragende deutsche Fotografen entwerfen speziell für „Ruhrblicke“ neue künstlerische Dokumentarfotografien. Die Auswahl der Künstler konzentriert sich bewusst nicht nur auf eine Generation, vielmehr weisen alle beteiligten Künstler einen biografischen Bezug zum Ruhrgebiet auf oder haben sich bereits in früheren Arbeiten mit der Region auseinandergesetzt. Nicht die Schwerindustrie der Vergangenheit, sondern neue Sichten der heutigen Ruhr-Realität sind Thema des Projekts.
Ort der Veranstaltung:
SANAA-Gebäude, Schacht XII [A35], Gelsenkirchener Str. 209

Preise und Zeiten
Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr

Quelle: http//www.zollverein.de




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Auf etwa 100 ha erstreckt sich das Industriedenkma (...)

Fausts Walpurgisnacht

30.04.2010 - 22.08.2010


Frühlingsanfang, Hexerei, Teufelsspuk

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai versammeln sich auf dem Brocken die Hexen – so lautet die alte Harz-Sage, die Goethe in seinem Faust zwischen Gelehrten- und Gretchen-Tragödie einschiebt und dem Stück eine tiefe, gefährliche Dämonie mitgibt, die Schaudern macht. Die Ausstellung ordnet den Teufelsspuk historisch in eine Zeit ein, in der der Böse gegangen ist, das Böse aber bleibt.

Quelle und Bildnachweis(Ausschnitt): http://www.goethe-museum-kippenberg-stiftung.de/




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Goethe-Museum Düsseldorf

Gibt es in Düsseldorf einen schöneren Ort, das Gef (...)

Dudler Ortner Petzinka Schultes

07.05.2010 - 25.07.2010


Baukunst an der Kunstakademie Düsseldorf

Im Jahr der Düsseldorfer "Quadriennale 2010 - kunstgegenwärtig" widmet sich die Akademie-Galerie der Kunstakademie Düsseldorf in der Zeit vom 7. Mai bis 25. Juli 2010 dem Werk der Architekten Max Dudler, Laurids Ortner, Karl-Heinz Petzinka und Axel Schultes. Sie gehören zu den maßgeblichen und im deutschsprachigen Raum einflussreichsten Architekten ihrer Generation. Durch die internationale Ausrichtung ihrer Projekte und ihres Stils haben sie sich ein weltweites Renommee und eine entsprechende Auftragslage erworben.
Mit zahlreichen Hauptwerken sowie neuen Arbeiten, die erst für die Ausstellung entstehen, werden die Positionen der Architekten erstmals gemeinsam präsentiert - ein Ereignis von überregionaler Bedeutung.

Die modernen Bauten der vier Architekten gestalten heute bereits von Zürich und Wien, über Frankfurt am Main und das Rheinland bis hin nach Berlin den öffentlichen Gegenwartsraum. Ihre architektonischen Formen und Strukturen von zukunftsweisender Ästhetik und Zweckmäßigkeit prägen das Zentrum der Gesellschaft in Politik, Wirtschaft, Stadtraum und Kultur. Doch auch den heutigen privaten Wohnraum formulieren sie beispielhaft neu.
Aktuell lehren alle vier Architekten als ordentliche Professoren im Fach Baukunst an der Kunstakademie Düsseldorf.

Quelle: http://www.kunstakademie-duesseldorf.de/




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Nein, Du hast Dich nicht verlesen. Die Kunstakadem (...)

Studioausstellung Richard-Bampi-Preis 2010

09.05.2010 - 01.08.2010


Zum 13. Mal findet in diesem Jahr der Wettbewerb um den renommierten Förderpreis statt, der auf das Vermächtnis des Keramikers Richard Bampi (1896-1965) zurückgeht. Die Gesellschaft für Keramikfreunde e.V. als Veranstalter zeigt in Kooperation mit dem Hetjens-Museum die von einer Jury aus 56 Bewerbungen ausgewählten 16 Beiträge. Drei der Ausstellenden konnten sich über ein Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro freuen. Die Schau macht deutlich, dass die junge deutsche Keramikszene heute sehr experimentierfreudig ist und die Grenzen zwischen keramischen Schaffen und freier Kunst kaum mehr zu spüren sind.

Überblickte man das gesamte Feld der Bewerberinnen und Bewerber, so fiel auf, dass das klassische Gefäß eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die ausgewählten Beiträge überzeugen durch einen experimentellen Ansatz. Das Gros der Einsendungen waren freiplastische Arbeiten und Installationen, die häufig einem konzeptionellen Ansatz folgten und Materialkombinationen aufwiesen. So auch die ausgewählten Arbeiten der Studierenden der Muthesius-Hochschule Kiel: Jeongmeen Lee lieferte gezackte Gebilde ein, die aus tongetränkten Mullbinden gewickelt sind. Madleine-Christin Leroy kombinierte bei ihren Plastiken die typisch keramische Wulsttechnik mit Gaze, Nylonstrumpf und Fahrradschläuchen. Birgit Saupe kreierte Lampen, deren Leuchtkörper oder Lampensockel aus malträtierten Porzellantieren gebildet sind.

Aus groben Platten und Tonstücken setzt der Hallenser Johannes Fötsch seine Tierstelen zusammen. Anna Holzhauer aus Kassel bevorzugt für ihre großen abstrakten Formen eine für Keramik ungewohnte Lackoberfläche. Symbolbeladen zeigen sich die Wandaltäre von Bettina Graber-Reckziegel.

Überraschend ist, dass die figürliche Porzellan-Kleinplastik bei den jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Thema ist - trotz der großen und vielleicht als lastend empfundenen Tradition seit der Zeit des Rokoko. Marianne Eggimann präsentiert fünf Figuren aus Bisquitporzellan, die durch eine sorgsame Modellierung und ihre Skurrilität auffallen. Hannes Uhlenhaut geht bei seiner Serie "Lapithen vs. Kentauren" gestalterisch grober ans Werk, lässt Unregelmäßigkeiten stehen und arbeitet sehr dickwandig. Ganz assoziativ und spielerisch formt Susanne Petzold ihre vielteiligen Landschaften und reizt die Möglichkeiten des sehr dünn ausformbaren Porzellans dabei bis an die Grenzen aus.

Aber es gibt auch den großen "Wurf" mit im wahrsten Sinne des Wortes "in Form geworfenen" Tonobjekten. Der in Köln arbeitende Jan Oliver Glismann lässt aus luftiger Höhe seine Tonklumpen fallen. Die endgültige Gestalt ergibt sich aus dem Grundkörper, der Konsistenz des Tons, der Fallgeschwindigkeit und dem Aufprallwinkel. Am Boden finden sich daher breite Kleckse ebenso wie einem Elefantenfuß ähnliche Gebilde. Nicole Thoss zeigt Kästen mit Druckmotiven, die - allseitig gestaltet - als "Wendekisten" mit den Bedeutungen der Wörter Wende und Wände spielen.

Verschiedene künstlerische Ansätze verfolgt Jong Hyun Park. 200 abgegossene Katzenschädel mutieren in ihrer strengen Reihung zur ästhetischen Ornamentfläche. Unter dem Titel "Porzellan-Puzzle" reichte er ein Teeservice ein, dessen Einzelteile mit Steckstiften tatsächlich suggerieren, einen Bausatz vor sich zu haben. Und schließlich täuscht Park die Augen durch Installationen, die wie aus Holz gefertigt wirken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Quelle: http://www.duesseldorf.de/

Bildtitel:
Marianne Eggimann,
Wilhelms Stütze, 2009
Foto: Horst Kolberg, Düsseldorf




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"Töne sind höhere Worte", so hat schon Robert Schu (...)

Der dritte Mann - Franz Krause 1897-1979

11.05.2010 - 25.07.2010


Willi Baumeister und Oskar Schlemmer prägen das Bild des Künstlerkreises (1937-1942) um den Wuppertaler Lackfabrikanten Kurt Herberts. Als „entartet“ diffamiert, konnten beide seit 1937 nur in Isolation und Anonymität künstlerisch arbeiten. In seinem Wuppertaler „Institut für Malstoffkunde“ schirmte Herberts sie gegen den Nationalsozialismus ab und garantierte Arbeitsfreiheit. Die Fensterbilder, mit welchen Schlemmer sein Lebenswerk abschloss, entstanden in der inneren Emigration seines Wuppertaler Ateliers. Baumeister fand durch die maltechnischen Experimente des Kreises zu seinem Spätwerk.

Wenig bekannt ist der Name des Dritten im Bunde: Franz Krause (1897-1979), dessen Anteil an den Kooperationsaufgaben nicht unterschätzt werden darf. Seit 1937 in Wuppertal lebend, befeuerte er als Architekt eine Reihe von Gemeinschaftsprojekten des Arbeitskreises durch seine experimentelle, spielerische Arbeitsweise. Die maltechnischen Versuchsreihen tragen auch seine Handschrift, beispielhaft ist die gemeinsam erarbeitete Lacktafel-Serie. Mit Oskar Schlemmers Lackschrank- und Lackkabinett-Entwürfen und weiteren Zeichnungen bietet die Ausstellung einen Einblick in das Aufgabenfeld, zu dem auch eine Reihe von Publikationen wie der Band „Modulation und Patina“ gehörten.

Parallel zu den Experimenten mit grundlegenden Elementen der Malerei arbeitete Krause an Verfahren räumlichen Entwerfens und Gestaltens. Drei Architekturprojekte der Nachkriegszeit werden anhand einiger Skizzen Krauses vorgestellt, die unmittelbar das Charakteristikum seines Raumkonzepts vermitteln: die „gefügigen Konturen“, die organverwandte Ausdrucksform der „fließenden Formen“. Nur eines davon wurde realisiert: „Haus Waldfrieden“ in Wuppertal, das Tony Cragg vor dem Verfall bewahrt und 2007 wunderbar hat restaurieren lassen, nachdem er das Anwesen für seinen Skulpturenpark erworben hatte.

Neben einer Auswahl von Werken Baumeisters und Schlemmers aus dem Sammlungsbestand wird Franz Krauses selten gezeigtes bildnerisches Werk ausführlicher vorgestellt. Die Aquarelle aus rund 35 Jahren, die parallel zu seiner Tätigkeit als Architekt und Bauleiter kontinuierlich entstanden, zeigen große Subtilität im Umgang mit malerischen Problemen und die Fähigkeit zu Abstraktion und Integration. Von seiner Hand stammen die ersten Brandcollagen im Arbeitskreis, er brachte auch Erfahrungen in Schablonentechnik mit ein.

Charakteristisch für Franz Krause ist ferner das Sichtbarmachen gedanklicher Bewegungen im Spiel. Wir zeigen entsprechend einige Ergebnisse seiner systematischen, experimentellen und spielerischen Reflexionen, mit denen er die Bearbeitung architektonischer Aufgaben stets begleitete: Varianten seines Verschiebespiels „Vepada“ oder die kleinen Styropor-Plastiken, die Krause als „Raumspiele“ serienweise herstellte, um das „Konvex-Konkav-Prinzip“ durchzudeklinieren. Auch die Sprache verwendete er als Material: Wortfragmente als Fundstücke bilden nicht nur Titel seiner Aquarelle; in erweiterter Form entstehen abstrahierte Lautgedichte und Sprachspiele mit dem Banalen, dem Zufall, dem Widersinn.

Quelle: http://www.von-der-heydt-museum.de/




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Von der Heydt-Museum

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Demolition Milk II

21.05.2010 - 08.08.2010


„Demolition Milk II“ im KIT ist die Fortführung einer Ausstellungsreihe, deren erster Teil 2008 in Peking statt fand. Junge amerikanische, chinesische und deutsche Künstler erarbeiteten dort im Art-Center des chinesischen Künstlers und Akademie-Professors Zhao Gang ein Konzept zum Thema Fanatismus, erörterten in Gesprächen seine Ursachen und soziokulturellen Auswirkungen und setzten die Ergebnisse dann künstlerisch um. Die Ausstellung im KIT – Kunst im Tunnel ist das 2010-upgrade dieser internationalen Zusammenarbeit.

Quelle: http://www.kunst-im-tunnel.de/




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KIT – Kunst im Tunnel

Links eine Straße und rechts eine Straße. Man sieh (...)

Nude Visions

01.06.2010 - 15.08.2010


150 Jahre Körperbildung in der Fotografie

Unsere Ausstellung widmet sich einem der wichtigsten, reizvollsten und interessantesten Themen der Fotografie: der Aktfotografie. Mit einer umfangreichen Auswahl von Beispielen aus dem 19. und 20. Jahrhundert aus der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum stellen wir die Entwicklungen, Möglichkeiten und Höhepunkte der künstlerischen Aktfotografie von ihren Anfängen bis heute vor.

Sehr geläufig im 19. Jahrhundert waren die so genannten „Akademien“, Bildtafeln, die sich an kunsthistorischen Vorbildern der Antike und der Renaissance orientierten und Zeichnern, Malern und Bildhauern als Studienvorlage dienten. Bald entwickelten Fotografen eigene künstlerische Ambitionen und inszenierten, zunächst im Atelier, ihre Aktmodelle in mythologischen oder historischen Rollen. Ab 1870/80 entstanden – als Visionen eines irdischen Arkadiens – die ersten Freilichtakte im mediterranen Süden Italiens und Nordafrikas.

Aus dem populären Genre der Aktfotografie um 1900 heben sich die Bestrebungen einiger Fotografen heraus, den menschlichen Körper mit sphärischer Weichzeichnung physisch entrückt als künstlerisches Sujet zu nobilitieren. Auch im Rahmen der damals aufkommenden Lebensreform-Bewegung, die der Freikörperkultur breiten Raum gab, hatte die Aktfotografie eine wichtige Bedeutung. Mit der Neuen Sachlichkeit und dem Surrealismus der 20er und 30er Jahre erhielt die Aktfotografie durch experimentelle Techniken wie Mehrfachbelichtung und Collage neue Impulse zur Verfremdung, Fragmentierung und Entmaterialisierung.

In den 50er und 60er Jahren ist neben der Richtung der „subjektiven Fotografie“, welche die abstrakt-experimentellen Ansätze fortsetzte, eine Rückkehr zur Natürlichkeit des Aktbildes in der Fotografie zu beobachten. Die subjektive Körpererfahrung wurde wichtig bei den im Bereich der Body-Art und Performance tätigen Fotokünstlern der 70er Jahre und von ihnen auch in politischer Absicht eingesetzt. Die Phänomene eines neuartigen Exhibitionismus, begleitet durch die digitale Fotografie mit ihrer Manipulierbarkeit der Bilder, fordern heute zur Auseinandersetzung mit provokativen, teils pornographischen Bildern und Situationen, wie sie z. B. über das Internet Verbreitung finden. Mit dem Überblick über 150 Jahre Körperfotografie vermittelt die Ausstellung zugleich den Wandel von Schönheitsidealen und Moralvorstellungen. Indem wir den Fotografien Aktbilder aus der Gemäldesammlung des Von der Heydt-Museums gegenüberstellen, gewinnt unsere Ausstellung zusätzlich Spannung durch eine Konfrontation der Medien.

Quelle: http://www.von-der-heydt-museum.de/




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Hans-Peter Feldmann

19.06.2010 - 22.08.2010


Nach über 20 Jahren präsentiert die Kunsthalle Düsseldorf erstmals wieder eine umfassende Werkschau Hans-Peter Feldmanns in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Die von Gregor Jansen und Elodie Evers kuratierte Ausstellung zeigt einen umfassenden Querschnitt der Bandbreite seiner in den vergangenen vier Jahrzehnten entstandenen Arbeiten sowie explizit für die Schau neu konzipierter Werke.

Seit den 1970er Jahren sammelt, archiviert und arrangiert Feldmann (geb. 1941) Alltagsgegenstände und Fotografien, die er selbst aufgenommen oder in Fotoalben, Zeitungen und Zeitschriften gefunden hat. Scheinbar banale Motive bilden das bunte Repertoire seiner spielerischen Arbeit. Abbildungen von Schuhen, Sonnenuntergängen, Frauenknien oder Porträts löst er aus ihrem ursprünglichen Kontext heraus, um sie nach festgelegten Kriterien neu zusammenzustellen. In Serien angeordnet verweisen die Bilder auf eine Welt, die hinter dem Dargestellten liegt und konstruieren Geschichten, die sowohl kollektive als auch persönliche Erinnerungen katalysieren. Dadurch bieten sie dem Betrachter immer auch die Möglichkeit zur individuellen Identifikation. Durch die Allgegenwärtigkeit von Reproduktionen tritt Feldmanns Autorschaft hinter seinen Werken zurück, die er weder signiert noch limitiert. Feldmanns ur-eigene „Appropriation Art“ steht somit konsequent für ein demokratisches Bildverständnis, das keine Differenzierungen zwischen amateurhaft und professionell, privat und öffentlich oder fremd und eigen kennt. Bilder, so die Ansicht des Künstlers, gehören allen.

Neben den frühen kleinformatigen Heften mit einfachen schwarzweißen Motiven der Alltagswelt bis hin zur 2002 entstandenen Installation „Schattenspiel“ präsentiert Hans-Peter Feldmann in der Kunsthalle zahlreichen Fotografien, Skulpturen und Installation. Darunter die Porträtserie „100 Jahre“, für die der Künstler selbst hinter der Kamera stand und 101 Menschen aus seinem Familien- und Bekanntenkreis fotografierte. Eigens für seine Ausstellung in der Kunsthalle erstellt der Künstler zwei neue Arbeiten: einen auf dem Boden des Kinosaals liegenden riesigen Papierflieger sowie ein an der Wand lehnendes altes Fahrrad. Ob abgestürzt oder abgestellt, mit dem Gestus kindlicher Naivität hinterfragt Feldmann in der für ihn typischen Weise durch seine Interventionen die Grenzen von Innen und Außen, von Kunst und Leben immer wieder aufs Neue. Dass er für die Ausstellung in der Kunsthalle eigens einen Raum für Kinder einrichtet, in dem sie Gesichter bemalen und ihre ganz persönlichen „Bilderhefte“ basteln können, ist für Feldmann nur konsequent. In seiner Logik sind sie es, die bessere Werke machen als jeder Künstler.

Quelle: http://www.kunsthalle-duesseldorf.de/




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Das Böse

28.06.2010 - 26.07.2010


„Das Böse“ - was ist das? Mit dieser Frage beschäftigt sich die gleichnamige Vortragsreihe der Heinrich-Heine -Universität. Im Rahmen dieser Reihe bekam auch die Uni-Fotogruppe die Möglichkeit, sich mit dem Thema fotografisch auseinanderzusetzen.

Muss man das Böse ernst nehmen, oder kann man es auch lustig darstellen? Dokumentieren oder inszenieren? Einzelbild oder Fotoreihe? Und wie grenzt man den Bereich des Bösen inhaltlich ein? Sind es eher globale Themen wie Krieg oder Umweltverschmutzung oder doch eher die Details, oder die Fantasien, die in uns schlummern?

Jeder Teilnehmer hat seine eigene Methode, sich dem Thema anzunähern, weshalb im Lauf der anderthalbmonatigen Arbeitsphase vollkommen unterschiedliche Bilder entstanden sind, die nun in einer Ausstellung in der Universität präsentiert werden.

Gebäude 23.01, Ebene U1, vor dem Hörsaal 3A

Rezension

Geschrieben von: Nadine Beneke

4 Sterne

Das Böse hat viele Gesichter und Facetten ... Eindrucksvoll dargestellt wird dies von der Fotogruppe der Uni Düsseldorf, die sich in ihrer Ausstellung mit den dunklen Seiten des Lebens beschäftigt. Die Herangehensweise der 14 jungen Künstlerinnen und Künstler ist dabei sehr unterschiedlich.

Ekaterina Panyutina zum Beispiel kombiniert in ihrer Fotoreihe „Ev(e)il“ geschickt die Unschuld und den Reiz des Verbotenen. Ein biblisches Motiv, der Apfel, dient als Symbol der Verlockung. In romantischer Stimmung bestechen die Bilder durch ihre Ambivalenz und das satte Rot der Äpfel.

Auch Götz Lehmann spielt mit Gegensätzen. Porträts verschiedener Studenten sind einmal hell beleuchtet, einmal in schummrigem Licht. Die sprichwörtliche „Leiche im Keller“ eines Jeden wird hier betont und sehr schön zur Geltung gebracht. Etwas verstörend wirkt auf mich die Aufnahme eines „geköpften“ Teddybären, der blutig an der Fotowand verewigt ist. Aber genau darauf zielt Maja Versfandern wohl auch ab. Und das Böse wird in der martialisch veränderten Kindheitserinnerung deutlich. Mit einem kleinen Schauer auf dem Rücken schaue ich mir die anderen Bilder an. Faszinierend und erschreckend zugleich sind die Aufnahmen Kervin Kervins. Apokalyptisch schön zeigen sie luftschutzbunkerartige Gänge, zwei Personen mit Gasmasken und zum Schluss die Auflösung: sich lichtende Wolken.

Schließlich gelange ich ans Ende der Ausstellung und denke kurz, Jannik Heusinger hätte Werbefotos für Notebooks, EC-Karten und eine Automarke ausgehangen. Er zeigt jedoch in kleinen Texten neben den Bildern die unrechtmäßigen und zum Teil menschenverachtenden Machenschaften hinter Konzernen, Produktionsweisen und alltäglichen Produkten auf.

Eine gelungene und beeindruckende Ausstellung. Die Aussage, dass hinter allem Guten auch etwas Böses steckt, bleibt in meinem Kopf. In diesem Moment fällt mir auf, dass Jemand mutwillig Bilder der Ausstellung entwendet hat. Schade!

Kommentar

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Am 10. Juli 2010 wird Direktorin Marion Ackermann die fertig sanierte und erweiterte Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen der Öffentlichkeit zeigen. Im wiedereröffneten K20 Grabbeplatz wird die neue Sammlungspräsentation zu sehen sein. Wichtig bei der Sanierung und Neueinrichtung ist der Direktorin Marion Ackermann der sensible Umgang mit der originalen Architektur und die künstlerische Vermittlung.

Der Bestandsbau wird vollständig saniert. Bestimmte Räume werden eigens von Künstlern gestaltet. Der Erweiterungsbau bietet neue, großzügige Ausstellungsflächen. Er ist offen für die verschiedensten Kunstgattungen. Traditionelle Medien wie Gemälde und Sockelskulpturen werden optimal gezeigt werden können, ebenso aber auch Fotografien, Zeichnungen, Videoprojektionen und multimediale Rauminstallationen.

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Quelle: http://www.kunstsammlung.de




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Quelle: http://www.kunstsammlung.de/




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