Login





Eingeloggt bleiben


Neu registrieren
Passwort vergessen

Unsere Empfehlungen
« 07 / 2010 »

MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 

Stichwortsuche



Haftungsausschluss
Sitemap


Vodafone Stiftung Deutschland

Landeshauptstadt Düsseldorf

Robert Mapplethorpe

06.02.2010 - 15.08.2010


Die Ausstellung im NRW-Forum umfasst alle Bereiche Mapplethorpes Schaffen wie Portraits und Selbstportraits, Homosexualität, Aktfotografien, Blumenaufnahmen und als Quintessenz die fotografischen Aufnahmen von Skulpturen; sie schließt die frühen Polaroids ein. Die Ausstellung ordnet die Fotografien nach Themen wie Selbstportraits einschließlich jener berüchtigten Aufnahme, die ihn mit einer in seinen Anus eingeführten Bullenpeitsche zeigt, und geradezu poetischen Aufnahmen seiner Gefährtin Patti Smith; den Fotografien schwarzer Männer versus weißer Frauen, wie der Bodybuilderin Lisa Lyon; der Gegenüberstellung von Penissen und Blumen, die Mapplethorpe in einem Interview selbst provozierte: »… I've tried to juxtapose a flower, then a picture of a cock, then a portrait, so that you could see they were the same.«; und schließlich jenen Aufnahmen von klassischer Schönheit, die sich an den Skulpturen der Renaissance orientierten, sowie den beeindruckenden Portraits von Kindern und Berühmtheiten seiner Zeit.

Diese Zusammenstellung zeigt Robert Mapplethorpe - bei allen offensichtlichen Rückgriffen auf die Schönheitsideale der Renaissance wie auf die fotografische Historie von Wilhelm von Gloeden bis Man Ray - als einen Künstler, der in seiner Zeit verankert ist; seine Zeitgenossen sind Andy Warhol und Brice Marden; Polaroids sind in den 1970er Jahren das Medium der Wahl und die Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität ist bei vielen Künstlern - etwa Vito Acconci oder Bruce Nauman - ein Thema, das zentral für einen gesellschaftlichen Wandel war. Vor allem aber entwickelt Robert Mapplethorpe einen eigenen fotografischen Stil, der den Idealen von Perfektion und Form huldigt. »I look for the perfection of form. I do this in portraits, in photographs of penises, in photographs of flowers.«. Die Präsentation auf schneeweißen Wänden trägt dieser Betrachtung Rechnung und führt weg von der verschämten Boudoir-Präsentation auf flieder- und lila-farbenen Wänden, wie sie jahrelang die Ausstellungen Mapplethorpes beherrschten, und öffnet den Blick für eine eher konzeptionelle, minimalistische Betrachtung der Werke.

Die Auswahl von 150 Fotografien umspannt frühe Polaroids von 1973 bis hin zu seinen letzten Selbstportraits aus dem Jahr 1988, die ihn bereits gezeichnet vom nahen Tod zeigen, und präsentiert viele bekannte, geradezu ikonische Motive aber auch bislang nie oder nur selten gezeigte Arbeiten. Sie schöpft aus dem Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation


Quelle (Ausschnitt): http://www.nrw-forum.de/ Pressetext

Rezension

Geschrieben von: Klara Schneider

5 Sterne

Robert Mapplethorpe gilt als radikaler Künstler im Bereich der Fotografie. In den späten 70er und den 80er Jahren schuf er – laut des amerikanischen Kritikers Arthur C. Danto – “einige der schockierendsten – und gefährlichsten – Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte”. Selbst nach seinem tragischen Aidstod im Jahre 1989 sorgten seine Bilder für einen Aufschrei der Öffentlichkeit und die Forderung nach Zensur wurde laut. Grund dafür waren die sexuellen Inhalte seiner Fotografien, die er auch selbst teils als pornographisch empfand: Gegenüberstellungen von Blumen und erigierten Penissen oder einfach nur Großaufnahmen von “Cocks”,
150 dieser skandalträchtigen Werke sind nun noch bis 15. August im NRW-Forum zu sehen. Die in Schwarzweiß gehaltenen Fotos sind weitläufig in den kargen Räumen verteilt und zu verschiedenen Kategorien geordnet. Zu sehen ist ein großes Spektrum von Themen, angefangen bei Selbstporträts und den erwähnten Blumen, bis hin zu Aktfotografien oder Fotos berühmter Persönlichkeiten.

Gerade diese Mischung hat die Ausstellung für mich sehr interessant gemacht, auch wenn ich gegen Ende in jeder Blume ein erotisches Symbol entdeckt habe und die Kinderfotografien sehr bedenklich fand. Die “skandalösen” Fotos sind für die heutige YouPorn-Gesellschaft nicht mehr ganz so brisant wie in den 80er Jahren, überzeugen dafür aber durch ihre Schlichtheit und klare Schönheit. Zwei Filmvorführungen, in denen Bekannte und Freunde von Mapplethorpe zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen mit dem Künstler berichten, runden die wirklich interessante Ausstellung ab und geben den Zuschauern einen Einblick in das interessante und leider tragische Leben eines wirklich begabten Fotografen.

Kommentar

Um einen Kommentar zu hinterlassen musst Du eingeloggt sein Geschrieben von: Katja Panyutina

5 Sterne

Anmerkung Redaktion: Die Ausstellung wurde im Rahmen der Nacht der Museen am 08.05.2010 besucht.

„Seine Bilder haben heftige Proteste ausgelöst, amerikanische Gerichte beschäftigt und Kuratoren um ihren Job gebracht: seine radikalen Darstellungen von Nacktheit sind umstritten. Robert Mapplethorpe dominierte die Fotoszene des ausgehenden 20. Jahrhunderts und öffnete den Weg zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform“ (Guide zur Nacht der Museen, S. 48)

Und auch heute noch erregen Sexualität und Nacktheit erstaunlich viel Aufsehen. Bei Filmen wird darüber gestritten, ab wann Pornographie beginnt, immer wieder bekommt man das Thema in den Medien vorgesetzt, kurz und gut, es scheint nie aus der Mode zu kommen.

So bemerkt man auch in der Ausstellung, wohin sich das Interesse der Besucher verlagert. Sie ist auf zwei Flügel des NRW-Forums verteilt, pro Hälfte jeweils zwei Themengebiete. Eines heißt „Cocks and Flowers“ – auf der einen Wand wunderschöne Blumenbilder, auf der anderen Fotos von Penissen – nicht erotisierend, aber durch das Spiel von Licht und Schatten sehr ästhetisch abgebildet. Man muss wohl nicht lange nachdenken, um zu erraten, an welcher Wand sich mehr Menschen tummeln. Manche lachen, manche haben wenig Verständnis für inszenierte Genitalien. Dabei sind die Bilder wirklich sehr ästhetisch und nicht zu vergleichen mit Ich-knipse-den-Frauen-unters-Röckchen-und-nenne-es-dann-Kunst-Fotos.

Natürlich sind manche Bilder in der Ausstellung auch fragwürdig, z.B. ein Selbstportrait, bei dem Mapplethorpe sich selbst mit einer Peitsche im Rektum ablichtet – gut gemacht sind sie trotzdem.

Außerdem sind nicht nur die „skandalösen“ Bilder spannend anzusehen – es gibt ja schließlich nicht nur ein, sondern vier Themengebiete in der Ausstellung. Portraits von Berühmtheiten wie Donlald Sutherland oder Annie Leibowitz zeugen vom Zeitgeist in Mapplethropes Schaffenszeit, in der Abteilung „Black Men and White Women“ kontrastieren schwarze und weiße Hautfarbe miteinander. In diesem Themengebiet stehen wieder Körper, aber auch Gesichter im Vordergrund. Auf einem der Bilder sieht man einen Körper, der mit inzwischen trockener, abbröckelnder weißer Farbe bedeckt ist – ein sehr schöner optischer Effekt.

Schön ist es auch, dass die Ausstellung so schlicht gehalten ist: in schlichten Rahmen auf weißen Wänden kommen die ausschließlich schwarzweißen Bilder gut zur Geltung. Aber nicht nur für Optik, sondern auch für Info ist durch Text an den Wänden gesorgt. Der einzige Nachteil (so zumindest bei der Nacht der Museen) ist, dass es in den Räumen bei so vielen Besuchern recht stickig ist.

Man sollte sich die Ausstellung auf jeden Fall ansehen, denn die Bilder sind unglaublich ästhetisch, und bieten einen spannenden Überblick über das Werk eines bekannten Fotografen. Man braucht auch keine Angst zu haben, einen halben Tag in der Ausstellung zu verbringen (für manche ja keine schöne Vorstellung), denn sie ist relativ schnell durchgesehen, weshalb sie sich auch super in die Nacht der Museen einreiht. Und wie immer bei umstrittenen Bildern oder Kunstwerken ist es lustig anzusehen, wie anziehend „skandalöse“ Themen im Endeffekt doch sind – nicht umsonst stehen so viele Leute vor einer bestimmten Wand.

Kommentar

Um einen Kommentar zu hinterlassen musst Du eingeloggt sein


MEHR

NRW Forum Düsseldorf

Im Herbst 1998 wurde in Düsseldorf im Ehrenhof das (...)

Rezension von: Klara Schneider

Rezension von: Katja Panyutina

Galgen, Rat und Scheiterhaufen - Einblicke in Orte des Grauens

20.02.2010 - 27.06.2010


Galgen, Rad, Scheiterhaufen. Diese drei Wörter regen unsere Vorstellungen von der Grausamkeit frühneuzeitlicher Justiz an. Was aber wissen wir heute wirklich von den Prozessen, den Richtstätten, den Verurteilten?

Mit Hilfe archäologischer, anthropologischer,historischer und volkskundlicher Quellen geht diese Ausstellung den spannenden Fragen nach.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, der Museumsnacht, Taschenlampen- und Themenführungen und vielem mehr.

Quelle: http://neanderthal.de
Bild: Rekonstruierte Richtstätte im Museum Archeon mit Galgen und Rad
Copyright: Jost Auler M.A., Dormagen




MEHR

Neanderthal Museum

Die Düssel ist nicht nur ein nettes Flüsschen, das (...)

Große Kunst NRW

20.02.2010 - 14.03.2010


Diese traditionsreiche Ausstellung gibt einen differenzierten Einblick in die Kunstszene Düsseldorfs und Nordrhein-Westfalens. Die Große Düsseldorfer ist keine kuratierte Ausstellung, sondern wird von Künstlern für Künstler ausgerichtet und präsentiert neben Bekanntem viel neu zu Entdeckendes. Sie versteht sich nicht als Spiegelbild des Kunstmarkts: unterstützt von einer prominent besetzten Jury sollen hier neue und bewährte künstlerische Positionen ein Forum für Dialog und Diskussion finden.

Quelle und Bildnachweis: http://www.museum-kunst-palast.de/

Bild (Ausschnitt)
Hermann-Josef Kuhna
Ebbe, 2009
Foto: Stephan Boguslawski.

Rezension

Geschrieben von: Antonia Alessia Virginia Beeskow

3 Sterne

Eine gemischte Tüte mit ganz viel Buntem, Grafischem, Befremdlichem, Schönem. Das museum kunstpalast lädt ein zur Großen Ausstellung der nordrhein-westfälischen Kunstszene. Es ist ein Kennenlernen und Begegnen, eine Vorstellung der „Lokalartisten“. Die sich doch lohnen, kennengelernt, begegnet und vorgestellt zu werden!

Da wären zum Einen die Plastiken und Skulpturen zu nennen, die mich als „Nicht-Plastiken-Fan“ beeindruckt haben. Zum Beispiel „Wohin?“ gefiel mir wirklich gut: Ein Schiffsmodell, wrackähnlich, strandete wie die Arche Noah auf einem Berg aus Reiskörnern, umgeben von einem Meer aus Reiskörnern. Besonders fällt einem als Besucher der bewusste Umgang der Bildhauer mit dem Raum auf. Also, es wird eine gewisse Raumsituation aufgebaut, die Dreidimensionalität des Kunstwerks geschickt genutzt und verstärkt: Vielfach dachte ich, ich sähe nicht richtig; die Skulpturen spielen förmlich mit ihrer Optik und wachsen in den Raum hinein.

Es finden sich aber auch Gemälde, Zeichnungen, Photographien und Videoinstallationen in diesem bunten „Potpourri“ der Kunst, die gesamte Bandweite abdeckend: Politisch, sozial-kritisch, poppig, bunt, albern, blöd, metaphysisch, symbolisch, dokumentarisch, bitterböse, cool. Mir gefielen gut die nackten, barocken Frauen, „Die Färberinnen“, die alles und jeden in pink und giftgrün einfärbten, ziemlich dekadent. Diese surrealen Bilder, blauer Himmel mit einem Autorückspiegel im oberen Bildrand, die expressionistisch anmutenden Bilder zu den verschiedenen Symphonien von Mahler und Bach. Die glänzende Sonnenscheibe ... Nur von den Photographien war ich größtenteils enttäuscht. Die Photographien aus dem Café in diesem alten S/W-Look mit dem Dämmerlicht fand ich cool, aber meistens erschienen sie mir zu oberflächlich, gewollt, doch nicht gekonnt, sinnentleert. So fand sich beispielsweise ein „Schlaflos“-Zyklus an einer Wand wieder, der mich einfach nur an Modephotographie erinnerte. Ja, schöne Frau, schöne, intensive Farben ... joa.

Es lohnt sich, finde ich. Zumindest um zu wissen, wer es heutzutage tatsächlich wagen darf, sich „Künstler“ zu nennen. Zum Beispiel Hermann-Josef Kuhna, dessen Bilder sich auch auf den Flyern der Ausstellung wiederfinden. Es sind zwar „nur“ bunte Punktmuster, aber die haben es in sich: Leicht verwirrend springen sie dem Betrachter ins Auge, fallen ihn an und ziehen ihn in ihren Bann. Mir schien nach einiger Zeit, als würden die Punkte sich bewegen, wieder neue Muster, Figuren, Motive bilden. Ein buntes Allerlei eben.

Kommentar

Um einen Kommentar zu hinterlassen musst Du eingeloggt sein


MEHR

museum kunst palast

Das 1928 eröffnete Museum Kunst Palast ist Teil de (...)

Rezension von: Antonia Alessia Virginia Beeskow

Silent Revolution – Eine neue Sammlungspräsentation

27.02.2010 - 13.06.2010


Kunstwerke allerhöchster Qualität bilden das Fundament der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Mit der Wiedereröffnung von K20 Grabbeplatz im Juli 2010 werden ihnen insgesamt mehr als 10.000 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. Bis dahin führen wir ab 27. Februar 2010 in einer einmaligen Sammlungspräsentation die Hauptwerke der Klassischen Moderne mit zentralen Positionen der Gegenwartskunst in K21 Ständehaus zusammen.

Unterschiedlichste Werke teilen sich die Räume: Einmal wird es zum Zwiegespräch kommen, ein anderes Mal zum „Zankduett“, zur tiefsinnigen Konversation, zu Small Talk, und vielleicht zu einer Begegnung mit Folgen.

Quelle: http://www.kunstsammlung.de/




MEHR

K 21

/ (...)

Ana Torfs ALBUM | TRACKS A

27.02.2010 - 18.07.2010


Mit fünf großformatigen Diaprojektionen, mehreren Fotoserien und einem Gesangsprojekt für das Internet präsentiert K21 einen ersten musealen Überblick über das Werk der belgischen Künstlerin Ana Torfs (geb. 1963, lebt und arbeitet in Brüssel).

Quelle: http://www.kunstsammlung.de/




MEHR

K 21

/ (...)

Auletta

03.03.2010 20:00h


Wenn eine junge Band das Zeug hat, jedem Miesepeter den Garaus zu machen und lieber das Leben als Sturz ins Glück zu begreifen, dann Auletta. Alex (Gesang & Gitarre), Martin (Gitarre), Dan (Bass) und Jusch (Schlagzeug), alle Mitte zwanzig, kennen sich schon ewig und teilen auch ihre Musikbegeisterung seit eh und je. Nach Idolen befragt, fallen zwar Namen wie Beatles und Stones, Bowie und Dylan, Clash und Velvet Underground, aber bei ihren beeindruckend ausgereiften und fesselnden Songs empfindet man doch eine stärkere Affinität zu Bands unserer Zeit wie Libertines, Mando Diao, Franz Ferdinand und Kooks. Auletta – benannt nach einem italienischen Dorf südlich von Neapel, wo die Band, nachdem Alex gerade ein halbes Jahr im Popmekka London verbracht hatte, vor drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde – sind mit ihrem gefühlstrunken lebenshungrigen Gitarrenpop ganz dem Hier und Jetzt verhaftet.
Bereits im Sommer 2006 nahmen Auletta eine erste EP auf, aber vor allem wurde in den folgenden zwei Jahren intensiv geprobt und getourt. Der Auftritt bei Rock am Ring im letzten Jahr zählte ebenso zu den Highlights wie Support-Gigs für Art Brut, HushPuppies und Teenagers. Ende letzten Jahres gingen Auletta ins Studio, um unter der Federführung der Produzenten Sven Bünger (Madsen) und Axel Bosse ihr Debütalbum „Pöbelei & Poesie“ aufzunehmen. Die zwölf Songs zeichnen sich durch ein Maximum an Energie und zündender Melodik aus, so dass sich gleich mehrere Songs als Single aufdrängen. Die Palette reicht von dem durchaus wörtlich zu nehmenden „Schrei und tanz“ (auf www.auletta.de als Free Download!), einer pfiffigen Replik auf „Twist And Shout“, über „Schlagt Alarm“, einem Power-Plädoyer für mehr Mut zur Wut, und „Roboter“, einer Aufforderung zu befreiendem Lachen, bis zum Titelsong, der den Strokes alle Ehre macht. Ausgestattet zudem mit großem Wortwitz, unbändig lustvollem Drive und dem Hang zu überbordend mitreißender Performance, sind Auletta zweifellos auf dem Sprung in die Erste Liga deutschsprachiger Rockbands. Wie singen Auletta so schön: „Die Zeit ist reif für unsere Vision“.

Quelle & Bildnachweis: http://www.zakk.de

Rezension

Geschrieben von: Monika Malczewski

4 Sterne

„Komm du mit mir dort hin
Wo Pöbelei & Poesie sich endlich mal gestehen
Dass sie sich doch verstehen.“


Es ist nicht leicht sich auf einem Konzert, bei dem (leider leider) viel zu viel Geschrei und (leider leider) auch eine angeschlagene Akustik alles zu übertönen versuchte, auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das zakk bietet immer wieder eine Bühne für gute Künstler und es wäre nicht das erste Mal, dass eine Band in diesem Jahr das zakk und im nächsten Jahr die Philipshalle füllt ...

Bei Auletta war meiner Meinung nach der Grad zwischen 08/15-Vorstadt-Band und Geheimtipp recht schmal, doch nach diesem Auftritt war klar, dass ich mit meiner Meinung bisher ziemlich daneben gelegen habe.

„Schlagt Alarm, meine Jugend wird zahm“

In der Zeit, in der wir uns schon so sehr an “Pokerface“-Dominanz gewöhnt haben, tut diese Musik mit verständlichen Texten, die irgendwo zwischen Pöbelei und Poesie schweben, richtig gut. Zum Glück kann man Auletta nicht vergleichen, was ein großes Kompliment ist. Wer singt deutsch mit guten Texten? Madsen? Wir sind Helden? Kettcar? Doch all diese Bands haben ihren eigenen Stil und auch Auletta – einen individuellen, den man mit ein paar Worten gar nicht beschreiben kann. Energie, Tiefsinn, Leidenschaft: Eine Komposition, die schon fast an Hymnen einer Generation anmuten.

Nach dem Konzert fühlt man sich nicht belehrt, nicht vollgeschnulzt, weder gelangweilt, noch leer - eher voll von Tatendrang, Lebenslust, dem Hier und Heute. Ich schätze sehr, wenn ein Konzert einem etwas mitgeben kann und Auletta hat das sicherlich getan. Auch die Vorband „Tonbandgerät“ aus Hamburg sollte man nicht unterschätzen. Trotz einem Hauch Zurückhaltung eine Frische und Melancholie ausstrahlen, die man so schnell nicht vergisst. Ein Hoch auf Deutsch und diese wunderbaren Bands!

Kommentar

Um einen Kommentar zu hinterlassen musst Du eingeloggt sein


MEHR

zakk

zakk – Z für Zentrum, A für Aktion, 2x K für Kultu (...)

Rezension von: Monika Malczewski