La Brass Branda
04.08.2010 20:00h
LaBrassBranda, 2007 gegründet, ist eine fünfköpfige Band aus dem Chiemgau in Oberbayern mit drei Bläsern, Schlagzeug und Bass. Binnen kürzester Zeit erspielte sich
die Band mit ihren energiegeladenen Auftritten Kultstatus.
Mit ihrem kraftstrotzenden Stilmix aus Funk, Soul, Mariachi, Punk, Dub, Ska, Balkan Beats und Bavarian Style bringen sie jeden Club zum tanzen. Und trotz ihrer Brass- Band-Minimalbesetzung übertreffen sie in Ihrer Bühnenpräsenz und der Tanzbarkeit ihrer Musik manch 10köpfiges Bläserensemble. Und ganz nebenbei weiß man plötzlich was bayerische Blasmusik auch sein kann:
zuckende Offbeats – wummernde Bässe - ungenierte Texte.
Quelle & Bildnachweis: http://www.zakk.de
Rezension
Geschrieben von:
Agnes Jaraczewski
Eine virtuose Reise durch die schillernden Möglichkeiten der Musik
Nach einer halben Stunde Blasmusik aus den Boxen, die dem erwartungsvoll wartenden Publikum schon ordentlich Laune auf darauf Kommendes machte, betrat eine Gruppe schnittiger junger Männer barfuß, in bunten Designer-Shirts und bayrischen Lederhosen die Bühne und machte sich sofort ans Werk.
Der Stilmix, der anfangs so offensichtlich hervorstach, sollte sich weiter fortsetzen. Schnell wurde klar: eine virtuose Reise durch die schillernden Möglichkeiten der Musik sollte beginnen. Gleich in der ersten Darbietung ließen die charismatischen Jungs spielerisch bayrische Folklore, Reggae, Balkanmusik und Technosounds ineinander fließen. All dies in einer verblüffenden Leichtigkeit mit nur einer Tuba, Trompete, Posaune, Bass und einem Schlagzeug. Virtuos an ihren Instrumenten zeigte La Brass Banda dem Publikum, was regelrecht gezaubert werden kann, völlig unkompliziert – entspringend aus einer Leidenschaft zur Musik.
Unkompliziert soll hierbei aber nicht bedeuten, dass das Konzert keinen Tiefgang hatte, im Gegenteil wurde das Publikum neben der Reise in diverse Musikgenres, auch durch Witz, lockere und teils schnoddrig formulierte Texte (die leicht an einen bayrischen Peter Fox erinnern) und eine hohe Entertainment-Qualität der Band unterhalten. Vor allem gelang es ihnen, das Publikum mit ihrer entschlossenen Art sich auf keine Musikrichtung festzulegen, zu begeistern.
Zwar definieren sich La Brass Banda klar als Blasmusiker, können dies aber nach belieben variieren. So geben sie sich gelegentlich auch mit einer gesunden Selbstironie als: „Oly Popoly & The Holy Moly Fistfuckers“ aus und ermöglichten sich so die Teilnahme am Chiemsee Reggae Festival, um dort völlig mühelos das sonst sehr bedachte Line-up zu sprengen und das Publikum für sich zu gewinnen.
Es geht heiß her bei den Konzerten von La Brass Banda. Wer einst versucht hat auf einem Blasinstrument zu spielen, kann sich eventuell ein Bild von der körperlichen Leistung machen, die die Jungs bei den schnellen Wechseln zwischen rhythmischem Reggae, mechanischem Techno und Balkan Beats vornehmen.
„Nice and slowly“, ein Track getarnt als Versuch, etwas Luft zu schnappen und zu verschnaufen, mündete in einer rasanten Nummer, die dem Publikum abermals einheizen konnte. Es liegt wohl nicht in Ihrer Natur langsame, langweilige Musik zu machen und das ist ganz klar: wunderbar!
Als nach einer 20 minütigen Pause (die nicht nur die Band sondern auch das Publikum nötig hatte!) „Autobahn“ angestimmt wurde, konnten auch die letzten noch ruhigeren Fans zum kochen gebracht werden. Schon ein Stück weit verrückt diese Combo! Da wird schon mal spontan eine kollektive viertelstündige Yogasession vor dem Retro-Technoset angesetzt, die dann das Set einleitend, zügig in rhythmisches bis wildes Klatschen überging.
Zusammenfassend kann man sagen: La Brass Banda – Unterhaltsam auf allen Ebenen. Für jeden Musikfan etwas dabei und absolut überraschend! Ein Aha-Effekt ungeahnter Möglichkeiten bayrischer Blasmusik und ein absolutes Muss für Balkan Fans und neugierige Musiker und Musikbegeisterte jeden Alters. Der zakk-Club gefüllt bis in den letzten Winkel tanzend, springend, singend – ein weiterer Beweis dafür, dass die Jungs zu Hause als Lokalhelden gefeiert, zumindest in unseren Breitengraden definitiv NOCH und wohl nicht mehr lange ein Geheimtipp sind!
Kommentar
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