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Palast des Okkulten

06.01.2010 - 28.02.2010


Das Okkulte ist verdeckt, verborgen, geheim. Es liegt an der Grenze zwischen Realität und Fantasie und ist niemals wirklich greifbar. Es ist auch nicht erklärbar, höchstens Spüren und Erahnen ist möglich. Doch im neuen Apollo-Programm wird es ans Licht und auf die Bühne gebracht. Eine außergewöhnliche Show erwartet Sie - magisch und esoterisch, übernatürlich und unfassbar. Jan Becker, Gewinner der Magie-Show „The next Uri Geller“, und die weiteren illustren Künstler zeigen Ihnen eine neue Welt voll unglaublicher Phänomene. Dabei geht es auch lustig, ausgelassen und verspielt zu! Wunderbare Musik und artistische Höchstleitungen wechseln sich mit verblüffendem Zauber und unvorstellbarer Mentalmagie ab. Treten Sie ein – das Apollo Varieté heißt Sie willkommen im Palast des Okkulten!

Quelle: http://www.apollo-variete.de/

Rezension

Geschrieben von: Stefan Thomassen

1 Sterne

Eigentlich sollte es mir leicht fallen diese Rezension zu verfassen. Denn eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich nach dem Abend irgendwie verzaubert, aus einer Welt des Varietés, des Zirkus, der Magie entlassen werde und auf dem Nachhauseweg über die faszinierenden Dinge nachdenke, die mir soeben dargeboten worden sind. Doch leider kommt mir jetzt, wenn ich den Text beginne, immer wieder ein Satz in den Kopf, der während der Vorstellung von meiner Begleitung gefallen ist: „Puh, macht das Licht an, damit wir endlich gehen können.“

Langweilig, langatmig, witzlos, uncharmant, mitunter peinlich sind die Attribute des Abends. Zeitweilig schämten wir uns fremd, um dem alten Jahrzehnt Tribut zu zollen. Jan Becker, der als Gewinner der „The Next Uri Geller-Show“ durch das neue Programm des Apollo-Varieté führt, hat das Publikum zu keiner Zeit in seinen Bann gezogen und muss immer wieder um Applaus bitten, der ohne Aufforderung sicher nicht gekommen wäre. Seine Beiträge zur Show waren dann wohl auch die langsamsten. In einer unglaublich Nerv tötenden Trägheit versucht er eine mysteriöse Stimmung aufzubauen, die Graf Zahl in der Sesamstraße besser hinbekommt. Wenn er wie ein betrunkener Zombie wabernd durch den Saal torkelt, um mit verbundenen Augen einen Ballon ausfindig zu machen, denken meine Tischnachbarn ihrem Stöhnen nach sicher auch: „Oh bitte! Geh etwas schneller, er trifft den Ballon ja sowieso!“.

Die anderen Darsteller leiden dabei ebenso durch die unfassbar schlechten Moderationsqualitäten des Jan Becker, können dem Programm meist jedoch nicht viel Pepp beifügen. Schnell erwähnt sind: Andrey Romanowski. Er präsentiert Klishnigg. D.h. er geht im Spagat und rutscht gekrümmt durch eine Röhre ... na Bravo! Dann Sarah Schwarz. Seiltanz. Nur leider wirkt die Nummer deutsch einstudiert. Jeder Sprung wie bei der Turnolympiade ohne Glanz, dafür mit dem Verlangen, dass sie aufhört so übertrieben zu lächeln. Ebenso Edson Cordeiro. Brasilianischer Sänger. Man will eigentlich loslachen, wenn er die Bühne betritt, doch dann merkt man, dass er gar nicht komisch sein möchte. Ein Mann, dem man am liebsten über den Kopf streicheln will, weil er seine Sache toll gemacht hat, ohne Ausstrahlung mit einer Stimme, bei der ich mich wunder, dass die Gläser in der ersten Reihe nicht zersprungen sind. Toll. Er kann singen wie eine Frau ... muss er dass dann auch?

Ach ja und noch eine Frau verbog sich und drehte dabei pizzateigähnliche Lappen auf ihren Händen und Füßen ... warum wurde der Zuschauer gezwungen sich das auch noch anzutun? Da fehlte nur noch der durch den Feuerring springende Tiger, denn das hatte meiner Meinung nach nichts mit unterhaltsamem Varieté zu tun. Einzige Lichtblicke der Show, das Duo Scarlette, das am Trapez ihr Können bewies und Markus Lenzen, der zeigte, dass man mit viel Charme und Witz auch relativ kleine Tricks vorführen kann und trotzdem ein Publikum verzaubert. Ihn sollte man wohl als Moderator einsetzen und Jan Becker in irgendeine C-Promi-Minigolf/-Kochen/-Mensch-ärger-dich-nicht-Sendung abschieben.

Das einzig Gute am Abend war, dass er vorbei ging und wir sicher sein können, dass es nur auf begrenzte Zeit zu sehen sein wird.

Kommentar

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Rezension von: Stefan Thomassen