Pretty Poetry Slam
10.11.2009 20:00h
09.02.2010
09.03.2010
Der Prettigste Poetry Slam in Düsseldorf
Seit Mai 2006 lädt das Pretty Vacant jeden 2. Dienstag im Monat in den hauseigenen Untergrund zum Poetry Slam. Dort liefern sich Dichter, Wortakrobaten, Geschichtenerzähler und deren weibliche Pendants spannende Wortduelle am Mikrofon, um dann vom Publikum basisdemokratisch den Sieger des jeweiligen Abends ermitteln zu lassen. Diesem winken dann neben Ruhm und Ehre natürlich auch obligatorisch kreischende Groupies und Autogrammstunden, spätere Fernsehauftritte nicht ausgeschlossen, sowie etwas Handfestes zum selber mitnehmen. Begleitet wird der literarische Fight Club durch wilde Sounds rotierender Scheiben.
www.myspace.com/prettypoetryslam
Rezension
Geschrieben von:
Stella Volkenand
Wenig Raum und viele Menschen – das waren meine ersten Eindrücke, als ich den Keller des Pretty Vacants betrat, um mir den „prettigsten Poetry Slam in Düsseldorf“ anzuschauen. Die Zuschauer, größtenteils weiblich, saßen, standen und drängelten sich um die kleine Bühne, auf der Denis Seyfarth gut gelaunt die vier Teilnehmer des Abends ansagte. Doch bevor sich die Kontrahenten vor das Mikrofon stellen konnten, erklärte der Moderator noch den traditionellen Publikumswettbewerb, bei dem die Zuschauer ihre eigenen Vierzeiler verfassen und damit einen kleinen Preis gewinnen können. Danach wurden noch zwei Zuschauer bestimmt, die die Lautstärke des Applauses messen sollten, um die Gewinner der einzelnen Runden zu ermitteln. Als dann der eigentliche Poetry Slam endlich begann, war ich schon etwas desinteressiert – es ist zwar schön, dass die Zuschauer einbezogen werden, aber das Erklären, Notieren und Auswählen dauerte für mich, die ich eigentlich nur die Texte der Teilnehmer hören wollte, etwas zu lang.
Die Teilnehmer und ihre Texte allerdings verscheuchten meine Langeweile sofort. Keiner der Texte ähnelte einem anderen, sowohl inhaltlich als auch qualitativ. Gedichte von einer unglaublichen Wortgewalt kämpften gegen absurd-witzige Geschichten über Ökofaschisten, kalauerhafte Reime gegen undurchsichtige Ellipsen. Am Ende gewann Claas Neumann aus Essen. Meiner Meinung ist ein Besuch beim Pretty Poetry Slam trotz des überreichlichen Drumherums lohnenswert, man sollte nur schnell genug da sein, um einen Sitzplatz zu ergattern.
Kommentar
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